Die Ermahnungen des Petrus an die Ältesten
„Weidet die Herde Gottes, die euch anbefohlen ist; achtet auf sie, nicht gezwungen, sondern freiwillig, wie es Gott gefällt; nicht um schändlichen Gewinns willen, sondern von Herzensgrund.“
Der Widerstand von unserer sündigen Natur will sich – selbst bei den Ältesten – allezeit geltend machen. Es gibt viele Widerspenstige und Ungehorsame, es ist also nicht ganz so leicht, auf die Herde zu achten. Aber derjenige, der zu einem solchen Werk auserwählt ist, muss es um seines Glaubens und um seines Gewissens willen tun. Treten dann Schwierigkeiten auf, versteht man leicht, dass es wie ein Zwang empfunden werden kann, einen solchen Hirtendienst auszuführen. Aber hier sagt Petrus: Tu es freiwillig! Das kann man tun, wenn man Gott und die Brüder so sehr liebt, dass die sündigen Neigungen in unserem Leben durch die Liebe Gottes zur Herde überwunden werden, die auch ein Fleisch mit sich schleppt und der notwendigerweise von älteren Brüdern mit mehr Erfahrung geholfen werden muss.
„Nicht als Herren über die Gemeinde, sondern als Vorbilder der Herde.“
Beachte, dass selbst im Fleisch der ältesten Brüder so schlechte Eigenschaften liegen wie die, dass man über die Herde herrschen will. Diese Neigungen müssen wir durch Gottes Licht, Gnade und Kraft unter die Füße treten, sodass wir durch unser eigenes Beispiel ein Vorbild dafür werden, wie alles sein soll. Ist jemand ein Vorbild der Herde, dann sollen die Jüngeren wissen, dass dies nur durch Kreuz und Selbstverleugnung geschehen kann. Dieses gegenseitige Verstehen in Gottes Licht und Erkenntnis wird den Dienst der Älteren in erheblichem Maß erleichtern.
„Nicht um schändlichen Gewinns willen, sondern von Herzensgrund.“
Auch die ältesten Brüder sind Menschen, und die Sorge um den Lebensunterhalt kann sich schnell geltend machen. Dann können sich Neigungen melden, um schändlichen Gewinns willen zu dienen. Das eigene Fleisch und der Druck der Familie können überwältigend stark wirken, sodass Auswirkungen von sündigen Lüsten offenbar werden. Hier gilt es, der Sünde zu widerstehen, sodass das willige Herz die Oberhand gewinnt und Sieg über den „schändlichen Gewinn“ erringt.
Vollkommen zugerichtet zu werden zum Werk des Dienstes, ist das Größte von allem. Daher sind solchen Ältesten auch die allergrößten Verheißungen in Aussicht gestellt. Sie werden an dem Tag, wenn der Erzhirte erscheinen wird, außer dem ewigen Leben auch den „unverwelklichen Ehrenkranz“ empfangen.
„Seid nüchtern und wacht; denn euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlinge.“
Es ist möglich für einen älteren Bruder, in einen Zustand zu kommen, in dem er nicht nüchtern ist. Er wacht nicht! Er steht zum Beispiel da und verkündigt Gottes Wort, und es geht gut. Er wird begeistert und redet von Dingen, über die er nicht Gottes Licht hat. Er glaubt, ein Prophet zu sein, und die Übrigen in der Gemeinde werden so unendlich klein. Er steht gleichsam auf der Spitze des Karmel und sieht niemanden so groß wie sich selbst. Er ist berauscht und redet wie ein Berauschter. Er ist nicht wie einer von den Geringsten. Nein, er ist der Allergrößte. Und das bekommt man auch zu hören. Es entspricht der Natur, dass ein betrunkener Mann sich stark und groß fühlt. Dasselbe zeigt sich auch hier. Es ist kaum zu glauben, aber die Erfahrung zeigt, dass es so ist, wenn man nicht wacht. Dann brüllt man wie ein Löwe. So etwas kann kein Anfänger tun. Doch das kann ein älterer Bruder tun, der von sich glaubt, eine Position in der Gemeinde zu haben.
„Deine Widersacher brüllen in deiner Versammlungsstätte; sie haben ihre Banner als Zeichen aufgestellt. Es sieht aus, als schwänge man oben im Dickicht des Waldes die Axt.“ Ps. 74, 4-5.
Es ist der Widersacher, der Teufel, der durch einen älteren Bruder gebrüllt hat, der nicht nüchtern gewesen ist.
Lasst uns sehr darauf achthaben, dass wir nüchtern sind und bleiben, sodass wir uns nicht selbst betrügen und in den Dienst Satans kommen, wenn auch nur für eine kurze Zeit der Berauschung.
Doch den Ältesten, die sich der Herde annehmen, sind die größten und teuersten Verheißungen gegeben. Siehe Lk. 12, 42 ff:
„Der Herr aber sprach: Wer ist wohl der treue und kluge Haushalter, den der Herr über seine Dienerschaft setzen wird, damit er ihnen zur rechten Zeit die verordnete Speise gibt?
Glückselig ist jener Knecht, den sein Herr, wenn er kommt, bei solchem Tun finden wird!
Wahrlich, ich sage euch: Er wird ihn über alle seine Güter setzen.“ Er wird den „unverwelklichen Ehrenkranz“ empfangen.
Dies ermahnt uns, mit Eifer das zu tun, was Gott getan haben will.
