Gesammelte Schriften Band 6 • 1937 - 1982

Johan O. Smith

Skjulte Skatter 1940-03 - Prüft die Geister

Gesammelte Schriften Band 6 • 1937 - 1982

Prüft die Geister

1. Joh. 4, 1

„Ihr Lieben, glaubt nicht einem jeden Geist, sondern prüft die Geister, ob sie von Gott sind; denn es sind viele falsche Propheten ausgegangen in die Welt.

Daran sollt ihr den Geist Gottes erkennen: Ein jeder Geist, der bekennt, dass Jesus Christus in das Fleisch gekommen ist, der ist von Gott.“

Nun kommen wir also zu der großen Glaubensfrage: Welche Art von Fleisch nahm Jesus Christus an?

„Ein anderes Fleisch haben die Menschen, ein anderes das Vieh, ein anderes die Vögel, ein anderes die Fische.“ 1. Kor. 15, 39. Nachdem nun Jesus Christus ein Mensch war, musste er natürlich Fleisch wie ein Mensch haben. Es gefiel ihm ja auch, sich selbst Menschensohn zu nennen.

Es steht ja auch deutlich geschrieben: „Weil nun die Kinder von Fleisch und Blut sind, hat auch er’s gleichermaßen angenommen, damit er durch seinen Tod die Macht nähme dem, der Gewalt über den Tod hatte, nämlich dem Teufel, und die erlöste, die durch Furcht vor dem Tod im ganzen Leben Knechte sein mussten.“ Hebr. 2, 14-15.

Indem man an Jesus Christus geoffenbart im Fleisch glaubt, wird man von einer großen Furcht der Knechtschaft befreit. Dafür haben wir wieder und wieder Beweise gesehen.

In Röm. 1, 3-4 heißt es, dass Jesus geboren ist aus dem Geschlecht Davids nach dem Fleisch, und nach dem Geist, der heiligt, eingesetzt ist als Sohn Gottes in Macht durch die Auferstehung von den Toten.

Beachte, dass durch die Auferstehung von den Toten erwiesen wurde, dass Jesus Christus Gottes mächtiger Sohn war.

Dass Jesus Christus im Fleisch geoffenbart wurde, sagt auch Röm. 8, 3: „Das tat Gott: er sandte seinen Sohn in der Gestalt des sündigen Fleisches und um der Sünde willen und verdammte die Sünde im Fleisch.“

Nun beschuldigt man uns, wir würden lehren, dass Jesus ein „von der Sünde beflecktes Fleisch“ hatte. Dies ist eine direkte Lüge, die der betreffende Schreiber so rasch wie möglich wieder zurücknehmen sollte. In keiner unserer Schriften, von Beginn an bis zum heutigen Tag, ist jemals solches geschrieben oder gelehrt worden. Dagegen haben wir sehr viel darüber geschrieben, dass die Sünde in Jesu Fleisch verdammt wurde, dass Jesus getötet wurde nach dem Fleisch, usw. Das ist das genaue Gegenteil davon, das Fleisch zu pflegen, sodass es von Sünde befleckt wird. Ausgehend von so einer Lüge kann man Bücher schreiben und Urteile fällen. Aber wenn das Fundament Lüge ist, dann ist alles, was darauf gebaut wird, auch Lüge, weshalb ich meinerseits solche Schriften durchweg als Makulatur betrachte.

Wir glauben, darum reden wir, und wir verkündigen Worte des Glaubens. Dieser Glaube hat mich überaus glücklich gemacht, und derselbe Glaube und dieselbe Herrlichkeit breiten sich täglich zu einer Menge Menschen aus, die wählen, mit Christus zu leiden, um mit ihm verherrlicht zu werden.

Es steht ein Wort in Judas V. 10:

„Diese aber lästern alles, wovon sie nichts verstehen; was sie aber von Natur aus kennen wie die unvernünftigen Tiere, daran verderben sie.“

Ein Mensch ist von Natur aus eine gefallene Kreatur, und wenn man mit dieser Natur geistliche Dinge auslegen will, dann wird das nur zum Verderben. Selbst wenn man sich mit dieser Natur damit abgibt, viel Süßes und Schönes über Jesus zu reden und zu schreiben, und sich auf dieser Grundlage der Natur nach damit befasst, ihn so wie Petrus dem natürlichen Sinn entsprechend verteidigen zu wollen, dann wird alles zusammen nur großer Unfug.

Niemand kann Jesus verstehen, ohne Offenbarungen des Geistes zu haben. Jesus offenbart sich niemand anderem als nur denen, die seine Gebote haben und sie halten. Joh. 14, 22-23. Wir müssen den Geist der Erkenntnis und der Furcht des Herrn haben, um ihn zu verstehen. Jes. 11, 2. Erst dann können wir recht von ihm reden. Alles andere sind nur Vermutungen und Geschwätz, fleischliches Geschwätz – ohne Grundlage in Gottes Wort. Daher wird es wie Stroh für das Feuer, auch wenn man seinem Fleisch und seiner Natur nach noch so fürsorglich und mitfühlend ist.

Daher bewahrheitet sich, was geschrieben steht: „Wenn jemand meint, er habe etwas erkannt, der hat noch nicht erkannt, wie man erkennen soll. Wenn aber jemand Gott liebt, der ist von ihm erkannt.“ 1. Kor. 8, 2-3. Auch wenn der Betreffende von Menschen in dem Maß verkannt wird, dass sie glauben, Gott einen Dienst zu erweisen, wenn sie seinen Namen als etwas Schlechtes verwerfen.

Deshalb heißt es weiter: „Darum, wer meint, er stehe, mag zusehen, dass er nicht falle.“ 1. Kor. 10, 12.

Nur diejenigen, die in 1. Joh. 4, 1 als „Ihr Lieben“ angeredet werden, können Geister beurteilen. Solche, die den Geist des Herrn gründlich kennen, können auf dieser Grundlage falsche Propheten und falsche Geister erkennen. Man muss gründliche Kenntnis über einen echten Geldschein haben, um einen falschen erkennen zu können. Daher müssen uns Christus geoffenbart im Fleisch und sein Zeugnis vertraut sein, um einen falschen Propheten und dessen Zeugnis erkennen zu können.

Das Zeugnis Jesu ist wiederum ein Zeugnis von Jesus Christus geoffenbart im Fleisch:

Denn drei sind, die das bezeugen: Der Geist und das Wasser und das Blut; und die drei stimmen überein.“ 1. Joh. 5, 7-8.

Dies ist das Zeugnis Gottes von dem vollkommenen Sieg des Geistes über die Sünde im Fleisch. Wasser (äußere Reinheit) und Blut (innere Reinheit). Das ist etwas ganz anderes als das, wofür wir beschuldigt werden. Man beschuldigt uns nämlich dafür, wir würden lehren, dass Jesus ein von der Sünde beflecktes Fleisch gehabt habe. Jesus wurde getötet nach dem Fleisch, sodass sogar das Wasser und das Blut flossen. Gesegnet sei seine Treue in den Tagen seines Fleisches! In dem Leib seines Fleisches sollen auch wir durch den Tod versöhnt werden, damit das Zeugnis Jesu an unserem sterblichen Leib offenbar werde. Kol. 1, 22.

Wenn nun ein falscher Prophet beurteilt werden soll, und du weißt zu Beginn nicht, ob er falsch oder echt ist, dann rede mit ihm in Richtung von Wasser und Blut. Sprich mit ihm darüber, Gott den Rest des Lebens zu gehorchen, davon, das Fleisch mit den Leidenschaften und Begierden gekreuzigt zu haben, davon, immerdar in den Tod gegeben zu werden um Jesu willen, damit auch das Leben Jesu offenbar werde an unserm sterblichen Fleisch, usw. Lies ihm Phil. 3, 10 vor: „Ihn möchte ich erkennen und die Kraft seiner Auferstehung und die Gemeinschaft seiner Leiden und so seinem Tode gleichgestaltet werden.“

Wenn du das tust, wird sich der wahre Prophet freuen und jubeln und viel mehr hinzufügen, während der falsche Prophet finster, kalt und grimmig wird. Reduziere seine Größe nach dem Fleisch bis hinab zu Wasser und Blut – bis auf den Nullpunkt hinunter, und seine wahre Gestalt wird in vollem Zorn erwachen. Er wird dich dafür beschuldigen, einen harten Geist zu haben, keine Liebe zu besitzen, zu richten uvm.

Wen hast du dann vor dir? Du hast einen falschen Propheten vor dir, der einen anderen Jesus verkündigt, der nicht das Zeugnis des Geistes, des Wassers und des Blutes hat.

In diesem Mann ist ein anderer Geist, ein Geist, der sagt: „Schone dich selbst!“ und der das Gericht des Lichtes und die Leidensgemeinschaft mit Christus hasst. Ein Geist, der auf Leben und Tod nicht zum Zeugnis des Wassers und des Blutes hinab will.

Ein solcher Prophet verkündigt ein anderes Evangelium, dass alles in dem vollbrachten Werk geschehen sei, sodass du es mit der Ruhe nehmen kannst. Jesus auf dem neuen und lebendigen Weg durch den Vorhang, sein Fleisch, nachzufolgen, ist für ihn Knechtschaft. Jesus ist gestorben und hat das Werk vor 1900 Jahren vollbracht, und das ist ihm genug. So kann er ein Schlendrianleben führen, solange es nur nicht zu weit ausufert. Mit Christus gekreuzigt zu sein, ist für ihn eine Plage. Gal. 5, 24.

Solchen falschen Propheten gefällt es ausgezeichnet in den Stubenversammlungen bei Diotrephes, der unter ihnen der Erste sein wollte (weit weg von dem Zeugnis Jesu). Aber dieser Diotrephes nahm den Apostel Johannes nicht auf. 3. Joh. 9-10.

Johannes aber hielt sich in einer Geschwisterschar weit weg von Diotrephes auf, bei Dimetrius, der ein gutes Zeugnis von jedermann und von der Wahrheit selbst hatte. Auch von Johannes bekam er ein gutes Zeugnis. Und wir wissen, dass Johannes das Zeugnis Christi: Geist, Wasser und Blut, bleibend in sich hatte. Offb. 1, 2.

Bei diesen lieben Brüdern haben wir auch unsere vertrautesten Versammlungen, und wir stimmen laut und deutlich mit Johannes ein:

„Wir sind von Gott, und wer Gott erkennt, der hört uns; wer nicht von Gott ist, der hört uns nicht. Daran erkennen wir den Geist der Wahrheit und den Geist des Irrtums.“ 1. Joh. 4, 6.