Gesammelte Schriften Band 6 • 1937 - 1982

Johan O. Smith

Skjulte Skatter 1940-02 - Die sieben Siegel

Gesammelte Schriften Band 6 • 1937 - 1982

Die sieben Siegel

„Und ich sah in der Rechten dessen, der auf dem Throne saß, ein Buch, beschrieben inwendig und auswendig, mit sieben Siegeln versiegelt.“ Offb. 5, 1 (ELB).

Was ist dieses Buch wohl anderes als die Gemeinde? Die Gesetze inwendig sind in Herz und Sinn geschrieben und die Gesetze auswendig sind unser Zuchtmeister auf Christus hin geworden. Dieses Buch ist mit sieben Siegeln versiegelt. Nur das geschlachtete Lamm Gottes kann das Buch öffnen oder lesen. Es hat sieben Hörner und sieben Augen, welche die sieben Geister Gottes sind, die ausgesandt sind über die ganze Erde. V. 6.

Beachte: Sieben Geister Gottes sind ausgesandt über die ganze Erde. Dass in diesem einen Geist Gottes sieben Geister sind, ist etwas Beachtenswertes.

Siehe Jes. 11, 1 ff.: „Und es wird ein Reis hervorgehen aus dem Stamm Isais und ein Zweig aus seiner Wurzel Frucht bringen.

Auf ihm wird ruhen der Geist des Herrn, der Geist der Weisheit und des Verstandes, der Geist des Rates und der Stärke, der Geist der Erkenntnis und der Furcht des Herrn.“

Wenn wir vom Geist des Herrn durchs Leben geführt werden, und dieser Geist auf uns ruhen darf, werden wir bald den Geist der Weisheit und des Verstandes bekommen. Genau um dieses betete der Apostel Paulus für die Epheser, dass der Gott unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Herrlichkeit, ihnen gebe den Geist der Weisheit und der Offenbarung, ihn zu erkennen. Eph. 1, 15-17.

Der Geist des Rates und der Stärke ist ausgesandt über die ganze Erde.

Ein guter Rat verleiht große Stärke. Aber ein schlechter Rat wird zunichtegemacht. „Der Herr macht zunichte der Heiden Rat und wehrt den Gedanken der Völker.

Aber der Ratschluß des Herrn bleibt ewiglich, seines Herzens Gedanken für und für.“ Ps. 33, 10-11.

„David aber ging den Ölberg hinan und weinte, und sein Haupt war verhüllt, und er ging barfuß. Auch alle vom Volk, die bei ihm waren, hatten ihr Haupt verhüllt und gingen hinan und weinten.“ 2. Sam. 15, 30.

„Und als David gesagt wurde, dass Ahitofel im Bund mit Absalom sei, sprach er: Herr, mache den Ratschlag Ahitofels zur Torheit!

Und als David auf die Höhe kam, wo man Gott anzubeten pflegte, siehe, da begegnete ihm Huschai, der Arkiter, mit zerrissenem Rock und Erde auf seinem Haupt.

Und David sprach zu ihm: Wenn du mit mir gehst, wirst du mir eine Last sein. Wenn du aber in die Stadt zurückkehrst und zu Absalom sprichst: Ich will dein Knecht sein, König; wie ich zuvor deines Vaters Knecht war, will ich nun dein Knecht sein -, so könntest du mir zugut den Ratschlag Ahitofels zunichtemachen.“

Als Absalom später in eine gefährliche Situation geriet, beriet er sich mit Ahitofel. 2. Sam. 16, 20 ff. Sowohl Absalom als auch die Ältesten Israels fanden Ahitofels Rat gut, obwohl es ein für David schlechter Rat war.

Absalom ließ daraufhin Huschai rufen, und Huschai sagte zu Absalom: „Es ist kein guter Rat, den Ahitofel diesmal gegeben hat.“ 2. Sam. 17, 7. So gab Huschai einen Rat, der das Leben Davids rettete, siehe V. 14-16. Und dieser Rat war vom Herrn. V. 14. Er war es, der es so lenkte, dass der Rat Ahitofels zunichtegemacht wurde.

„Als aber Ahitofel sah, dass sein Rat nicht ausgeführt wurde, sattelte er seinen Esel, machte sich auf und zog heim in seine Stadt und bestellte sein Haus und erhängte sich.“ 2. Sam. 17, 23.

Hieraus sehen wir, dass der Geist des Rates und der Stärke über die ganze Erde ausgesandt ist, doch nicht alle diesen guten Geist des Rates und der Stärke ergreifen können. Die meisten bekommen Ratschläge zum Bösen, weil sie selbst böse sind. Böse Geister geben böse Ratschläge, und oft geht es so weit, dass sie wie Ahitofel ihr Haus bestellen und sich das Leben nehmen.

Wir leben in einer schwierigen Zeit, in der ein guter Rat Wunder bewirken würde. Der Rat Ahitofels wird in unseren Tagen blind befolgt, während Huschai und seine Ratschläge als etwas Gefährliches geknebelt werden.

Wer das Beste der Menschen will, muss Gott fürchten und lieben, sodass er guten Rat von ihm erhalten kann und die Kraft, den Rat umzusetzen.

Der Geist der Erkenntnis und der Furcht des Herrn ist über die ganze Erde ausgesandt.

Wie viele haben tatsächlich Erkenntnis des Herrn? Die meisten wissen nichts von Gott. „Wenn aber jemand meint, etwas zu wissen, der hat noch nichts so erkannt, wie man erkennen soll.“

Der Geist der Erkenntnis des Herrn ist ein vorwärtsschreitender Geist, denn er gibt Offenbarungen. Er führt uns vorwärts auf dem Weg durch den Vorhang, sein Fleisch. Er lehrt uns den Unterschied zwischen Gut und Böse. Er ist kein stillstehender Geist, denn er macht lebendig. Er ist auch kein Geist, der dabei ist zu erlöschen, er ist quicklebendig und macht lebendig.

Er bewirkt, dass man den Herrn fürchtet, denn es ist der Geist des Herrn. Er führt uns in eine vertraute Gemeinschaft mit dem Vater und dem Sohn hinein und offenbart seinen geheimen Rat seinen Dienern, den Propheten.

Der Geist der Furcht ist das Gegenteil vom Geist der Frechheit und der Lüge. Der Geist der Furcht wirkt in uns Ehrerbietung vor allem, was heilig, rein und ehrbar ist. Er gibt uns Furcht davor, Gott und dem Gewissen zuwider zu handeln. Der Geist der Furcht reagiert auf alles Unheilige. Er gibt Gott die Ehre, die ihm gebührt und der Obrigkeit die Ehre, die ihr gebührt.

Wir verstehen, welch großes Maß an Gottesfurcht man erweisen muss, um mit den sieben Geistern Gottes vollkommen vertraut zu werden. Ebenso verstehen wir, wie versiegelt diese Geheimnisse sind, sodass nur das geschlachtete Lamm Gottes die Siegel dieses Buches brechen und in es hineinsehen kann. Es beschreibt das ganze Erlösungswerk – das Erlösungswerk der sieben Geister Gottes – in dem einen, Jesus Christus.

Als das Lamm kam und das Buch aus der Rechten dessen, der auf dem Thron saß, nahm, fielen die vier Gestalten und die vierundzwanzig Ältesten nieder vor dem Lamm, und ein jeder hatte eine Harfe und goldene Schalen voll Räucherwerk, das sind die Gebete der Heiligen. Offb. 5, 8.

„Und sie sangen ein neues Lied: Du bist würdig zu nehmen das Buch und aufzutun seine Siegel, denn du bist geschlachtet und hast mit deinem Blut Menschen für Gott erkauft, aus allen Stämmen und Sprachen und Völkern und Nationen und hast sie unserm Gott zu Königen und Priestern gemacht, und sie werden herrschen auf Erden.“ Offb. 5, 9-10.

Das neue Lied können nur die Hundertvierundvierzigtausend lernen, die erkauft sind von der Erde und aus den Menschen. Sie folgen dem Lamm nach, wohin es geht. Sie sind die Erstlinge, das Weib des Lammes, die Braut. Offb. 14.

Ein Fleisch! Mt. 19, 5. Ein Fleisch! Eph. 5, 31. Ein gekreuzigtes Fleisch! Gal. 5, 24. Das ist die Braut!!! Ein großes Geheimnis! Mit sieben Siegeln versiegelt!