Hoffärtige Worte
„Der Herr wolle ausrotten alle Heuchelei und die Zunge, die hoffärtig redet, die da sagen: «Durch unsere Zunge sind wir mächtig, uns gebührt zu reden! Wer ist unser Herr?»“ Ps. 12, 4-5.
Es ist abscheulich, wie viele hoffärtige Worte verwendet werden! Gottlose Worte in Rede und Schrift. Worte voll von Richten und Verurteilen, Worte, die den Schein von Weisheit haben, die aber nur zur Selbsterhöhung dienen, zur Verteidigung und Verherrlichung von „ich“, „mir“ und „mein“.
Es liegt ein großes Heil darin, von hoffärtigen Worten erlöst zu werden. „Die Worte des Herrn sind reine Worte, in irdenem Tiegel geschmolzenes Silber, siebenmal geläutert.“ V. 7.
„Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott.“ Dieses Wort war groß, rein und herrlich. Es hatte eine schöpferische Macht, denn „alles ist durch dasselbe entstanden; und ohne dasselbe ist auch nicht eines entstanden, was entstanden ist.“ Joh. 1, 1-3.
Aber die Sünde drang in die Schöpfung und in den Menschen ein. Wenn man daher Worte von Sündern hört, dann sind das entsetzliche Drohungen und Flüche. Das sind Worte, die auf die Erde fallen, Worte, die nicht lebensfähig sind, Worte, die in sich selbst verflucht und zum Untergang verurteilt sind. Möge Gott sein Volk von solchen Worten befreien!
Je näher wir Gott kommen, desto reiner werden unsere Worte. Daher soll jeder, der in der Gemeinde redet, als Gottes Wort reden.
Daher kann Paulus sagen: „Und darum danken wir auch Gott ohne Unterlass dafür, dass ihr das Wort der göttlichen Predigt, das ihr von uns empfangen habt, nicht als Menschenwort aufgenommen habt, sondern als das, was es in Wahrheit ist, als Gottes Wort, das in euch wirkt, die ihr glaubt.“ 1. Thess. 2, 13.
So weit kann also ein Mensch in Gott kommen, dass er Gottes Wort reden kann, das in den Herzen einen tiefen Eindruck macht und dort durch Glauben wirkt. Wenn ein Mensch jahrein jahraus redet, ohne dass es etwas bewirkt, dann hat er nicht Gottes Wort geredet, sondern Menschenworte, seelische Worte. Ja, vielleicht mit viel Gefühl, doch ohne Resultat.
Gott sagte „Es werde!“, und es wurde. Gottes Wort hat die Fähigkeit, etwas zu erschaffen. Es entstehen Resultate, denn Gottes Wort soll nicht leer zurückkehren. Es wirkt niederbrechend auf alles, was niedergebrochen werden soll und aufbauend für alles, was aufgebaut werden soll. Es wirkt zum Fall und zum Aufstehen.
„Das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns.“ Durch dieses Wort wird Gott die Welt regieren. Durch dieses Wort wird Gott alles in die richtige Ordnung bringen. Denke über das Wort nach; möge Gott uns das Wort durch seinen Heiligen Geist erklären! Mögen unsere Worte wenige sein, denn Gott ist im Himmel, und wir auf Erden. Mögen wir uns nicht einbilden, wir hätten die ganze Tiefe des Wortes gefunden. Dazu waren wir zu wenig im Schmelztiegel des Feuers. Aber den Tag unserer geringen Anfänge wird Gott nicht verachten.
