Der Hebräerbrief
9. Kapitel
V. 1-5. „Nun hatte ja der erste Bund seine Satzungen für den Gottesdienst und sein irdisches Heiligtum.“
Wenn man diese Satzungen befolgte und gottesfürchtig lebte, dann ging es sowohl mit dem Priestertum als auch mit dem Volk gut. Wenn man jedoch gegen die Gebote verstieß, dann ging es schlechter, als wenn man gesetzlos wie die Heiden gewesen wäre.
„Denn es war da aufgerichtet das erste Zelt, worin der Leuchter war und der Tisch mit den Schraubroten, und es heißt das Heilige; hinter dem zweiten Vorhang aber war das Zelt, welches das Allerheiligste heißt.“
Dieses irdische Heiligtum war ein Abbild des Himmlischen. Denn Gott hatte zu Mose gesagt: „Und achte sorgfältig darauf, dass du alles genau nach dem Vorbild machst, das dir auf dem Berg gezeigt worden ist!“ 2. Mos. 25, 40.
„Und der Herr redete mit Mose und sprach: Sage den Israeliten, dass sie für mich eine Abgabe erheben. Nehmt sie von jedem, der sie freiwillig gibt.“ 2. Mos. 25, 1-2.
Das Heiligtum war durch freiwillige Gaben erbaut, entsprechend der Herzensgesinnung des Einzelnen. Dies ist ein Abbild des himmlischen Heiligtums, das nach dem vollkommenen Gesetz der Freiheit erbaut wird. Jak. 1, 22-25. Jeder baut mit seiner Herzensgesinnung. Jesus ging voran mit einer vollkommenen Gesinnung und nun werden wir dazu ermahnt, ebenso gesinnt zu sein wie er. Phil. 2, 5 und 3, 15. Auf diese Weise wächst der ganze Bau ineinandergefügt zu einem heiligen Tempel in dem Herrn. Durch ihn werdet auch ihr mit erbaut zu einer Wohnung Gottes im Geist. Eph. 2, 21-22. „Denn Gott hat uns wissen lassen das Geheimnis seines Willens nach seinem Ratschluss, den er zuvor in Christus gefasst hatte, um ihn auszuführen, wenn die Zeit erfüllt wäre, dass alles zusammengefasst würde in Christus, was im Himmel und auf Erden ist.“ Eph. 1, 9-10.
Wollen wir Erbe und Anteil am himmlischen Heiligtum haben, dann müssen wir tun, wie Gott Mose gebot: „Das ist aber die Abgabe, die ihr von ihnen erheben sollt: Gold, Silber, Bronze, blauer und roter Purpur, Karmesin, feines Leinen, Ziegenhaar, rot gefärbte Widderfelle, feines Leder, Akazienholz, Öl für Lampen, Spezerei zum Salböl und zu wohlriechendem Räucherwerk, Onyxsteine und eingefasste Steine zum Priesterschurz und zur Brusttasche.
Und sie sollen mir ein Heiligtum machen, dass ich unter ihnen wohne.
Genau nach dem Plan, den ich dir von der Wohnung und ihrem ganzen Gerät zeige, sollt ihr’s machen.“ 2. Mos. 25.
Wir sind jetzt zur Wirklichkeit gekommen. Alles im Neuen Bund soll nach den Wirkungen und dem Willen Gottes erbaut werden. Zuerst individuell (persönlich) und danach kollektiv (zusammen mit den anderen).
Hier sind reichlich Möglichkeiten, um das Liebste, was man besitzt, zu opfern: Gold, Silber und Kupfer. Danach Wolle, Leinen, Ziegenhaar, Leder, Öl, Gewürze, Edelsteine usw. Der Geist des Geizes wird mit Kraft aus dem Bauwerk des Herrn hinausgetrieben und der Geist, der Opfergaben gibt, dringt überall ein.
Jeder Mann, der die Herzensgesinnung dazu hat, kann jetzt sein Leben und damit alles, was er hat, opfern, um ein Erbteil im himmlischen Heiligtum zu bekommen, das Gott errichtet hat und nicht ein Mensch. Eph. 1, 11. Und ohne das bekommt man kein Erbteil.
Hinter den zweiten Vorhang – ja, wer kommt wohl dorthin? Unser himmlischer Hohepriester, Jesus Christus, ist da hineingegangen. Er ist uns ein Diener im Heiligtum geworden. Aber sind wir ihm dorthinein gefolgt? Oder stehen wir immer noch da und starren auf den Vorhang? Könnte das vielleicht die Ursache sein, dass man Gottes Wort nicht glauben, begreifen und verstehen kann? Sind wir ihm dorthinein nachgefolgt?
Dort haben wir einen Räucheraltar aus Gold, der aus den freiwilligen Gaben der Israeliten erbaut ist. Die Spezereien, die für einen angenehmen Duft vor dem Angesicht des Herrn verwendet werden, sind freiwillige Gaben. Das Feuer, das der Herr auf den Altar fallen lässt, ist sein vollkommenes Wohlgefallen. In dieser Atmosphäre tun Christus und seine Auserwählten Priesterdienst.
Die Bundeslade war ganz mit Gold überzogen und in ihr war der goldene Krug mit dem Manna. Die Bundeslade im Himmlischen ist der Leib Christi. Er ist das Brot, das vom Himmel herabkam, um der Welt Leben zu geben. Durch dieses Brot können wir vollkommen zu ihm hinwachsen, der das Haupt der Gemeinde ist.
Und Aarons Stab, der geblüht hatte. Wenn die Kinder Israel sich um Rang, Sitz, Priesterdienst und Lehrsätze usw. streiten, dann wird derjenige, der den blühenden Stab Aarons hat, für ewig den Sieg davontragen. Derjenige, dessen Leben blüht, sodass es Blüten, Knospen und ausgereifte Mandeln trägt, ist dem Meister dahinein nachgefolgt, wo der Stab blüht. 4. Mos. 17, 7-11. Gottes Wirkungen, sein Wille, führen zu Weisheit und Königszepter. Daher ist es Torheit, gegen die Wahrheit zu streiten. Das bedeutet, gegen Christus selbst zu streiten.
Und die steinernen Tafeln des Bundes. Hier haben wir die geistliche juristische Weisheit, worauf alle Richter auf der Erde ihre Entscheidungen gründen sollen, wenn sie gerecht richten wollen.
Hier haben wir die geschriebenen Bücher, die die Welt nicht fassen könnte. Im Geist ist genug Raum für sie. Denn im Leib Christi liegen alle Schätze der Weisheit und der Erkenntnis verborgen. Kol. 2, 3. Wenn wir in diesen Gesetzesbüchern forschen, können wir selig werden. Ps. 1, 2-3. Wer das tut, der ist wie ein Baum, gepflanzt an den Wasserbächen, der seine Frucht bringt zu seiner Zeit, und dessen Blätter nicht verwelken. Und was er macht, das gerät wohl.
Jesus Christus hat in den Tagen seines Fleisches all sein Gold, Silber und seine Edelsteine u. v. m. auf diese himmlische Bank eingezahlt, um all die Herrlichkeit zurückzuerlangen. Daher kann er zu seinen Nachfolgern sagen: Kaufe von mir!!! Folg du mir nach!!!
„Wirf in den Staub dein Gold und zu den Steinen der Bäche das Gold von Ofir –, so wird der Allmächtige dein Gold sein und erlesenes Silber für dich.“ Hi. 22, 24-25.
„Oben darüber aber waren die Cherubim der Herrlichkeit, die überschatteten den Gnadenthron. Von diesen Dingen ist jetzt nicht im Einzelnen zu reden.“ Hebr. 9, 5.
Die Cherubim der Herrlichkeit sollten aus getriebenem Gold gearbeitet sein. Dies bezeichnet Christi Herrlichkeit und Kraft – dass er über das wacht, was in der Bundeslade vorhanden ist. Getriebene Arbeit bedeutet, dass Christus in den Tagen seines Fleisches von Gottes Geist getrieben wurde. 2. Mos. 25, 18.
„Dort will ich dir begegnen und mit dir reden von dem Gnadenstuhl aus, der auf der Lade mit dem Gesetz ist, zwischen den beiden Cherubim, alles, was ich dir gebieten will für die Israeliten.“ V. 22.
