Gesammelte Schriften Band 6 • 1937 - 1982

Skjulte Skatter 1939-05 - Auf dass sie alle eins seien

Gesammelte Schriften Band 6 • 1937 - 1982

Auf dass sie alle eins seien

„Und durch viele solche Gleichnisse sagte er ihnen das Wort so, wie sie es zu hören vermochten. Und ohne Gleichnisse redete er nicht zu ihnen; aber wenn sie allein waren, legte er seinen Jüngern alles aus.“ Mk. 4, 33-34.

Genauso ist es heute. Das Volk bekommt so viel zu hören, wie es zu hören vermag; aber wenn die Jünger allein sind, legt der Geist Gottes ihnen alles aus.

„Denn Er ist unser Friede, der aus Beiden eins gemacht und die Scheidewand des Zaunes abgebrochen hat, indem er in seinem Fleisch die Feindschaft, das Gesetz der Gebote in Satzungen, hinwegtat, um die zwei in sich selbst zu einem neuen Menschen zu schaffen und Frieden zu stiften.“ Eph. 2, 14-15.

Jesus Christus hat die Scheidewand des Zaunes zwischen Juden und Heiden abgebrochen. Wie viel mehr hat er dann die Mauern zwischen den Sekten und Parteiungen unserer Zeit abgebrochen? Aber man glaubt der Schrift nicht. Der Unglaube errichtet das Sektenwesen und durch Unglauben wird es aufrechterhalten. Neue Sekten werden mit neuen Erweckungen errichtet. Und neue Sünden folgen neuen Erweckungen.

In seinem hohepriesterlichen Gebet bittet Jesus: „Auf dass sie alle eins seien, gleichwie du, Vater, in mir und ich in dir; auf dass auch sie in uns eins seien, damit die Welt glaube, dass du mich gesandt hast.“ Joh. 17, 21.

„Und ich habe die Herrlichkeit, die du mir gegeben hast, ihnen gegeben, auf dass sie eins seien, gleichwie wir eins sind.“ V. 22.

Hieraus folgt, dass wir uns zur Einheit hinleiden müssen, denn es steht geschrieben: Wenn wir mit ihm leiden, werden wir auch mit zur Herrlichkeit erhoben. Jesus litt, als die Scheidewand des Zaunes, die Feindschaft, abgebrochen wurde. Wenn alle Mauern um die Sekten herum abgebrochen werden sollen, dann gibt es Geschrei und Jammer. Aber lasse sie fallen, dann bekommst du die Herrlichkeit, die eins macht. Daraus folgt ganz natürlich, dass innerhalb der Parteiungen keine Herrlichkeit existiert, die eins macht.

Es sind nur freche Menschen, die sich erdreisten, aus dem Volk Gottes Parteiungen zu bilden. Wenn man sich nicht in ihre Mitgliederlisten einschreiben lässt, muss man draußen bleiben. Ob Gott ihnen diese Vollmacht gegeben hat? Ob er, der die Scheidewand des Zauns abbrechen ließ, wieder Lust haben sollte, diese Feindschaft aufzurichten?

Parteiungen sind Werke des Fleisches, sie sind offenbar und stehen in derselben Kategorie wie Unzucht, Götzendienst, Neid usw. Die solches tun, werden das Reich Gottes nicht erben. Gal. 5, 19 ff.

Ja, sagen manche, wir haben ja gesehen, dass welche von denen, die Parteiungen bilden, den Geist Gottes bekommen haben, und dann müssen sie wohl das Reich Gottes geerbt haben? Nein, sie sind dem Wort und dem Geist gegenüber ungehorsam gewesen und damit haben sie den Geist ausgelöscht. Darum besitzen sie nicht den Geist, der Erkenntnis über den Herrn und das Reich Gottes gibt. Jes. 11, 2.

Sie bilden Parteiungen und spalten das Volk Gottes, sie schreiben ein und streichen aus. Und trotz dieser offenbaren Werke des Fleisches sagt man, dass der Leib der Sünde entfernt ist. Nein, man hat nicht einmal „den alten Menschen“ gekreuzigt, viel weniger ist man zum Verborgenen, dem Leib der Sünde, hingelangt. Röm. 6, 6.

Es ist traurig, dass unter Gottes Volk so eine Finsternis herrscht. Sie gehen selbst nicht in das Reich Gottes hinein, und die hineingehen wollen, suchen sie, daran zu hindern.

Also: Parteiungen sind von Satan, es sind offenbare Werke des Fleisches. Daran kommt man nicht vorbei. Solche werden das Reich Gottes nicht erben. Die Forderung des Gesetzes wird in Menschen, die Parteiungen machen, nicht erfüllt, denn nie wird nach der Leitung von Gottes Geist eine Parteiung gebildet.

Die Parteiungen sind nicht eins gemacht. Um jede Parteiung gibt es hohe Mauern. Darum kann die Welt nicht glauben. Die Feindschaft ist nicht abgebrochen. Das Werk ist vollbracht in Christus, doch durch den Unglauben ist es so, als wäre es nicht vollbracht. Der Kopf Satans ist auch in Christus zertreten, doch für die Ungläubigen geht er umher wie ein brüllender Löwe. Daher muss das Wort Gottes geglaubt und getan werden, um in uns Wahrheit zu werden. Dann erst wird Gott durch uns geehrt.

Durch sein Fleisch hat er das Gesetz mit seinen Geboten und Satzungen abgetan. Nach dem Fleisch erlitt Jesus den Tod. Weil nun Jesus immer im Geist wandelte, wurde jedes Tüpfelchen vom Gesetz erfüllt. So ist es auch mit uns. Wenn wir im Geist wandeln, dann werden wir die vom Gesetz geforderte Gerechtigkeit erfüllen, oder wenn man will: Wir tun, wie Jesus selbst, durch unser Fleisch das Gesetz ab. Dies muss richtig verstanden werden, wenn es richtig werden soll.

Wenn der Zaun, der dazwischen war, abgebrochen wird, dann werden wir eins – nicht vorher. Dann haben wir in einem Geist Zutritt zum Vater, denn wir werden in einem Leib mit Gott versöhnt durch das Kreuz, indem er an demselben die Feindschaft tötete.

Hier bekommen wir Kraft durch das Kreuz und das Wort vom Kreuz. Dies ist es, was wir in unserer gespaltenen und zerrissenen Zeit brauchen. Wir brauchen nicht nur Vergebung für jedes Mal, wenn wir sündigen, wir brauchen Gnade, um unser Fleisch samt den Leidenschaften und Begierden zu kreuzigen, sodass wir nicht sündigen, sondern die Sünde überwinden. „Wer überwindet“, heißt es an die sieben Gemeinden. Dann muss das ja bedeuten, dass wir überwinden sollen.

Wir sollen uns befleißigen, die Einheit des Geistes durch das Band des Friedens zu bewahren – natürlich durch das Kreuz.

Ein Leib und ein Geist, ein Herr, ein Glaube, eine Taufe, ein Gott und Vater aller. Eph. 4, 3 ff.

Wenn Jesus mit seinen Jüngern alleine ist, erklärt er ihnen alle diese Dinge – auch heute.

Es ist wahr, was gesagt wurde, dass man jedes Neujahr Leitern an die Mauern der Parteiungen stellt und zueinander hinüberguckt. Aber blitzschnell werden sie wieder auf den Boden gelegt, damit das Volk nicht zu einer anderen Sekte hinüberklettern soll.