Welche Kräfte leiten dich?
Wenn aber Christus in euch ist, so ist der Leib tot um der Sünde willen. Röm. 8, 10. Das hört sich ja etwas erstaunlich an, dass der Leib tot ist, aber es ist dennoch so. Alle Leitung kommt vom Geist; denn dieser ist Leben um der Gerechtigkeit willen. Der Leib darf nicht leiten in unserem Leben, weil die Sünde in ihm wohnt. Wer sich von den Lüsten seines Leibes leiten lässt, kommt in alle möglichen Richtungen auf Abwege. Aus demselben Grund muss der Leib niedergebrochen und im Tod wieder zu Erde werden. Anders war es mit Jesus. Er siegte vollkommen über alle Lüste des Leibes. Dadurch wurde der Leib ein Opfer. Durch das Gesetz des Geistes, von dem Christus in den Tagen seines Fleisches getrieben wurde, besiegte er das Gesetz der Sünde und des Todes. Dadurch wurde die Macht Satans zertreten. Der Fürst dieser Welt kam, doch er hatte nichts an ihm. Selbst das Totenreich vermochte nicht, seinen Leib im Grab zu halten. Dies kam daher, dass der Leib Jesu ein Opfer für die Leitung des Geistes war. Niemals diente er sich selbst, sodass er nach den Lüsten im Körper gelebt hätte, nie lebte er sich selbst. Daher hat er seinen Leib den Klauen Satans entwunden. Er musste aber den Leib ganz in den Tod hineinführen; denn so fest hing die Sünde am Körper. Doch da, im Tod Christi, wurde der Leib von der Sünde geschieden, sodass Gott ihn durch das Blut des ewigen Bundes von den Toten auferwecken konnte.
Jetzt sind wir an der Reihe, dem Meister nachzufolgen. Auch wir sollen unseren Leib als ein Gott wohlgefälliges Opfer hingeben. Die Augenlust und des Fleisches Lust sowie hoffärtiges Leben sollen gekreuzigt werden. All dies gehört dem Leib an; denn in diesem liegen alle Lüste. Die Lüste der Jugend haben alle ihren Sitz im Leib. Doch dadurch, dass wir zu diesen Lüsten in der Kraft des Heiligen Geistes nein sagen, können wir so überwinden, wie es in den Briefen an die sieben Gemeinden in Kleinasien erwähnt ist. Wenn es unmöglich wäre, die Sünde zu überwinden, dann hätte sich Jesus geirrt, wenn er Mal für Mal sagt: Wer überwindet. Genau das ist möglich, soweit ich die Sünde sehen kann. Da, wo sie mir noch verborgen ist, wird die Sünde nicht als Sünde zugerechnet. Denn es steht geschrieben: Selig der Mensch, dem der Herr die Schuld nicht zurechnet, in dessen Geist kein Trug ist. Ps. 32, 2. Aber wenn das Licht größer wird, dann bekomme ich mehr von meiner Sünde zu sehen, und im Hinblick auf meinen Wandel in diesem größeren Licht werden höhere Anforderungen an mich gestellt. Es ist also die Treue in dem zur jeweiligen Zeit vorhandenen Licht, die mich selig macht.
„Ich ermahne euch nun, liebe Brüder, durch die Barmherzigkeit Gottes, dass ihr eure Leiber hingebt als ein Opfer, das lebendig, heilig und Gott wohlgefällig ist. Das sei euer vernünftiger Gottesdienst.“ Röm. 12, 1.
Hieraus geht mit aller Deutlichkeit hervor, dass für einen vernünftigen Gottesdienst ein Leib erforderlich ist, der als Opfer hingegeben ist. Darum hielt Paulus seinen Leib in Knechtschaft. Trunksucht, Schwelgerei, Habsucht, Eitelkeit, Geltungssucht, Hurerei und hoffärtiges Leben sind alles zusammen Lüste, die an den Leib gebunden sind. Hänge alle diese Dinge in der Kraft des Geistes ans Kreuz, und der Friede und die Freude kommen von selbst. Dazu ist der Sohn Gottes erschienen, dass er alle Werke des Teufels zerstöre. Ein halbes Christenleben ist Knechtschaft; aber ein mit all seinen Begierden voll und ganz gekreuzigtes Fleisch bringt Glück und Seligkeit in überschwänglichem Maß.
