Älteste
Die Ältesten bekommen von Petrus die Ermahnung, die Herde Gottes zu weiden und auf sie zu achten. Und er ermahnt die Jüngeren, sich den Älteren unterzuordnen. 1. Petr. 5.
Wie oft haben wir es doch gesehen, dass sich Jüngere gegen die Älteren zu ihrem eigenen Verderben aufgelehnt haben. Zu den Jüngeren gehören auch ältere Menschen, die sich erst in einem späteren Alter zu Gott bekehrt haben. An die Ältesten werden hohe Anforderungen gestellt. Sie sollen die Herde Gottes weiden, nicht gezwungen, sondern freiwillig, nicht um schändlichen Gewinns willen, sondern von Herzensgrund; auch nicht als Herren über die Gemeinde, sondern als Vorbilder der Herde.
Für eine so uneigennützige Arbeit werden sie, wenn der Erzhirte erscheinen wird, den „unverwelklichen Ehrenkranz“ empfangen.
Wenn es dann Älteste gibt, die diese Bedingungen wirklich erfüllen und über die Seelen wachen als solche, die einmal Rechenschaft ablegen sollen, dann ist es höchst verhängnisvoll für die Jüngeren, sich gegen solche Älteste aufzulehnen. Immer wieder haben wir gesehen, wie schlecht das ausgeht.
Die Schafe und die Lämmer müssen gehütet werden. Sie können nicht auf sich selbst aufpassen. Daher hat Gott in die Gemeinde Hirten eingesetzt, um sie zu hüten. Petrus war ganz vertraut damit.
Nun gibt es aber Jüngere, die sagen: „Ich schere mich nicht um Menschen, ich stehe vor dem Angesicht Gottes.“ Und doch haben sie Mal für Mal Hilfe von Menschen annehmen müssen und wären von sich aus niemals zurechtgekommen. Das bezeugen sie auch selbst, wenn ihr Kopf abgekühlt und der Geist Gottes über ihnen ist. Ja, Gott setzt Menschen als Apostel, Hirten und Lehrer ein. Doch das sind Menschen, die Ohren haben zu hören. Diese haben auch die Gesinnung, selbst den Weg gehen zu wollen, sodass sich nicht einer gegen den anderen auflehnt. Es gibt aber Menschen, die gerne etwas sein wollen und doch nichts sind. Wenn sie durch andere Menschen etwas Licht bekommen, dann glauben sie gleich, Lehrer zu sein. Wenn solche, „die ohne uns herrschen“, notwendigerweise zurechtgewiesen werden müssen, um nicht alles in Unordnung zu bringen, dann kommt man leider „ihren eingebildeten Hochwürden“ zu nahe. Und dann kann man damit rechnen, eine dieser alten Phrasen zu hören: „Ich schere mich nicht um Menschen.“
Gerade in solchen Situationen missrät das Gefäß. Es geht etwas zu Bruch. Die Gemeinschaft zerbricht. Solche Herren sind es, die „sich selbstständig machen“. Doch es wird für alle offenbar werden, dass sie keine positive Entwicklung bekommen. Denn Gott ist ein gerechter Gott.
Man kann sich eine Zeitlang im Licht von Johannes freuen. Man kann sich auch eine Weile in dem Licht, das man durch andere Brüder bekommt, freuen. Aber an dem Tag, an dem man in diesem Licht „herrschen“ will, wird es stockdunkel. Dann braucht man Menschen (einen Engel, einen aus tausend), um sich aus der Finsternis herausführen zu lassen. Wieder braucht man Menschen. Aber es gehört ja eine beträchtliche Demut dazu, die Hilfe annehmen zu können, die man früher verworfen hat.
Halte inne! Sieh! Höre! Aber höre nicht auf Satan! Der Geist Gottes ist es, der uns in alle Wahrheit leiten soll.
