Der Schein von Gottesfurcht und die Verleugnung der Kraft Gottes
„Daran sollt ihr den Geist Gottes erkennen: Ein jeder Geist, der bekennt, dass Jesus Christus in das Fleisch gekommen ist, der ist von Gott.“ 1. Joh. 4, 2.
Der Geist, der von Gott ist, wird gegen das Fleisch streiten, wenn er im Fleisch geoffenbart wird. Wenn jemand das Wort vom Kreuz hasst, dann wissen wir mit Sicherheit, dass der Geist nicht von Gott ist. Denn der Geist, der das Fleisch beschützt, es verteidigt und schont, hat seine Lust an dem, was der Welt angehört. Solche meide! Suche dagegen die Gemeinschaft der Heiligen in Geist und Wahrheit, denn bei ihnen wirst du Christus geoffenbart im Fleisch finden. Aber dann ist auch das Fleisch samt den Leidenschaften und Begierden gekreuzigt. Dann ist es nicht so schwierig, den Geist und die Geistesgemeinschaft zu spüren. Christus gekreuzigt im Menschen ist die Kraft Gottes. Das ist die Quelle des Sieges und die Offenbarung des Geistes Gottes.
Wenn in unseren Tagen verkündigt wird, dass Christus alles getan hat und wir nichts tun sollen, dann hört sich das schön an, denn sein Werk umfasst ja auch uns. Doch in seiner Wurzel ist es eine falsche Verkündigung, denn das Werk Jesu war durch Jesu Tod vollbracht. Das Werk des Heiligen Geistes in uns ist jedoch ganz und gar nicht vollbracht. Leider mangelt noch sehr viel daran. Wie viele können wohl mit Paulus sagen: „So ist nun der Tod mächtig in uns.“ 2. Kor. 4, 12. „Wir, die wir leben, werden immerdar in den Tod gegeben um Jesu willen, damit auch das Leben Jesu offenbar werde an unserm sterblichen Fleisch.“ Ja, wer folgt Jesus in seinen Leiden nach? Nur in dieser Nachfolge sehen wir Licht in seinem Licht. Rühmt man sich aber des vollbrachten Werkes Christi und widersteht dem Werk des Heiligen Geistes, dann ist man immer noch in Finsternis. Darum geht aus von ihnen, denn was hat das Licht für Gemeinschaft mit der Finsternis? Was hat der Tempel Gottes gemein mit den Götzen? Wir aber sind der Tempel des lebendigen Gottes. 2. Kor. 6, 14 ff. Wenn wir sagen, dass wir keine Sünde haben, so betrügen wir uns selbst; bei solchen kann der Tod nicht wirksam sein, und sie haben auch nicht das Zeugnis des Blutes. Denn eben der Kampf bis aufs Blut gegen die Sünde bringt das Zeugnis des Blutes in uns hervor. Denn bei allen Gottesfürchtigen ist es eine Tatsache, dass Jesus nicht nur mit Wasser kam, sondern mit Wasser und Blut. 1. Joh. 5. Dort, wo der Geist, das Wasser und das Blut Zeugnis geben, wird das Zeugnis von Menschen überflüssig, da das erstere Gottes Zeugnis ist. Wo immer man einen Bruder mit diesen drei Zeugen in seinem sterblichen Leib trifft, begegnet man dem Zeugnis Gottes und selbstverständlich auch dem Geist Gottes. Ja, nicht nur das; man begegnet einem Menschen, der dem Geist gegenüber die Treue bewahrt hat.
„Das aber sollst du wissen, dass in den letzten Tagen schlimme Zeiten eintreten werden. Denn die Menschen werden selbstsüchtig sein, geldgierig, prahlerisch, überheblich, Lästerer, den Eltern ungehorsam, undankbar, unheilig, lieblos, unversöhnlich, verleumderisch, unbeherrscht, gewalttätig, dem Guten Feind, Verräter, leichtsinnig, aufgeblasen; sie lieben das Vergnügen mehr als Gott; dabei haben sie den äußeren Schein von Gottesfurcht, deren Kraft aber verleugnen sie. Von solchen wende dich ab!“ 2. Tim. 3, 1-5.
Dass sich Menschen mit allen diesen Untugenden Christen nennen! Sollte man sich dann darüber wundern, dass solche mit lauter Stimme „Predige Christus!“ rufen, wenn ein gottesfürchtiger Mann in der Kraft Gottes diese Gräuel zur Sprache bringt? Der Schein der Gottesfurcht ist in Ordnung, aber von der Kraft will man nichts wissen. Ja, selbst ihr Gesichtsausdruck zeugt gegen sie. Solche Abgefallenen findet man überall. Sie sind zweimal abgestorben und entwurzelt. Und trotzdem reden sie in ihren Zeugnissen davon, dass Jesus alles getan hat und sie nichts tun sollen, denn das würde Knechtschaft bedeuten. Und doch leben sie in allen obengenannten Untugenden. Ja, nicht genug damit, sondern viele von ihnen schleichen sich in die Häuser und verführen die Frauen mit ihrem Schein von Gottesfurcht, was meistens in offenbarer Hurerei endet. Davon haben wir so viele Male gehört.
Ja, die Sünde im Fleisch ist wirklich nicht weggenommen. Das Fleisch blüht. Es ist in Wahrheit notwendig, dass Christus gepredigt wird, damit Tod und Gericht über alles Fleisch verkündigt werden können. Denn die Zeit ist da, dass das Gericht anfängt an dem Hause Gottes, wie viel mehr dann an aller Gottlosigkeit mit einem Schein und einer Maske des Christentums über sich – ohne Kraft.
