Das Licht und der Dienst darin
„Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.“ Joh. 8, 12. Beachte: „Das Licht des Lebens“. Nicht nur Licht, sondern „Licht des Lebens.“ Jesus sagt auch: Wandelt im Licht, solange ihr das Licht habt, damit ihr Kinder des Lichtes werdet. Alles beruht auf „Wandeln“ und darauf, „ihm zu folgen“. Ohne das bekommt man kein Licht.
Wir sind von Natur aus Feinde von Gottes Licht, daher wird uns das Licht zum Gericht. Dieses Gericht müssen wir annehmen, um Kinder des Lichtes zu werden. „Die Zeit ist da, dass das Gericht anfängt an dem Hause Gottes“, und das Haus Gottes sind wir. Im Licht ist Leben, und das Leben ist das Licht der Menschen. Niemand hat Licht außer derjenige, der im Licht wandelt, und niemand hat Leben außer im Licht. Auch wird niemand mit Christus erben außer derjenige, der im Licht bleibt, denn das Erbteil der Heiligen liegt im Licht. Das Licht herrscht; denn Gott setzte das große Licht ein, um am Tag zu herrschen und das kleine Licht, um in der Nacht zu herrschen. Wollen wir dann mit Christus herrschen, müssen wir Licht werden. Von Jesus wurde gesagt, dass er richtete, aber Jesus selbst sagte, dass er niemanden richtete. Das kam daher, dass er selbst ein starkes und brennendes Licht war, während die Menschen, vor denen er Zeugnis gab, in Finsternis waren und ihre Werke böse waren. Auch von uns wird gesagt: Du richtest. Dies wird gesagt, sobald man den Mund öffnet, um ein Wort der Wahrheit zu sagen. Das Gesetz für Jesus Christus gilt auch für seine Nachfolger; denn der natürliche Mensch ist in Feindschaft gegen Gottes Licht, auch wenn er religiös ist.
„Die Frucht des Gerechten ist ein Baum des Lebens, und der Weise fängt Seelen.“ Spr. 11, 30 (norw. Übers.). Die Frucht des Gerechten ist dasselbe wie die Frucht des Lichtes, die wiederum dasselbe ist wie die Frucht des Geistes. Ein Mensch, der in diesen Dingen lebt und wandelt, wird weise, und es wird ihm leichtfallen, Seelen zu gewinnen, weil derselbe Geist alle Menschen davon überzeugt, was recht und unrecht ist. Wir haben im Voraus einen Verbündeten in jeder einzelnen Seele. Unsere wesentlichste Arbeit besteht daher darin, den Willen zu wecken, sodass der Mensch glauben will und das Wort annehmen will. Denn das, was geglaubt werden soll, ist bereits im Geist jedes einzelnen Menschen zurechtgelegt, sodass niemand eine Entschuldigung hat. Wenn es daher heißt, dass der Weise Seelen fängt, dann kommt das daher, dass der Geist, der weise macht, den Weisen so durchsäuert hat, dass er mit Leichtigkeit Seelen fangen kann. Das Wort „fangen“ sagt mir ja, dass die Seele in Sünde und falscher Freiheit frei ist. Diese Freiheit existiert nicht in Christus Jesus, daher muss die Seele gefangen und in die Spur gesetzt werden, die hineinführt in die Gesetze Christi. Denn wir sind nicht ohne Gesetz vor Gott, sondern sind in dem Gesetz Christi. Indem ich gesetzmäßig in Christus lebe, werde ich ein Baum des Lebens – ein weiser Mann, der Seelen gewinnt.
Nun sehen wir oft, dass Neubekehrte losziehen, um Seelen zu gewinnen; aber das gelingt nicht. Prediger ohne Weisheit können auch keine Seelen gewinnen. Die Sache ist die, dass man sie zu seiner eigenen persönlichen Weisheit in Christus gewinnen muss, aber wenn diese nicht existiert, dann kann man die Seelen auch nicht mit Christi Weisheit in Verbindung bringen. Deshalb sollen die Diener in der Gemeinde zuerst erprobt werden, ob sie treu sind, dann können sie in der Gemeinde dienen.
Der Weise fängt Seelen. Wir sehen ja, dass bei großen Erweckungen Seelen gefangen werden, aber gleichzeitig sehen wir, dass der Prediger den ganzen Fang wieder freilässt und seines Weges zieht. Er ist nicht weise, er hat nicht für die Seelen gesorgt. Es wurde kein „Fang“. Denn wenn ich einen Vogel fange und dann gleich wieder freilasse, dann habe ich nichts gefangen.
Für den Fang muss man Fürsorge haben. Die Seelen müssen zuerst Milch bekommen, sodass sie dadurch wachsen können, danach feste Speise. Es sind die Hurer, die Kinder zeugen und sie dann ihrem eigenen Schicksal überlassen. So tut der Weise nicht. Vielmehr ist der Weise bestrebt, mit dem, was er fängt, zu einem Ergebnis zu kommen. Nicht alles, was gefangen wird, ist für das Himmelreich geeignet. Es werden sowohl schlechte als auch gute Fische gefangen; doch die schlechten werden wieder hinausgeworfen. Aber es gibt gute Seelen im Fang, und diese muss man Jahr für Jahr bedienen, sodass sie heranwachsen können zur Mannesreife, hin zum Haupt, Christus. Das ist eine langfristige Arbeit, die nur der Weise als lohnend erkennen kann. Das Ergebnis, zu dem man mit dem Fang kommt, ist der eigentliche Fang. Die echten Söhne im Glauben zeugen von der Treue der Väter und werden diesen zum Kranz und zur Ehre an jenem Tag. Das wird ein großer und wesentlicher Teil des Erbes an jenem Tag.
