Umgürtet die Lenden eurer Gesinnung
„Seid nüchtern und setzt eure Hoffnung ganz auf die Gnade, die euch zuteil wird in der Offenbarung Jesu Christi.“
Über nichts muss man so sehr wachen, wie über das Herz und die Gedanken. Werden wir im Gedankenleben berauscht, dann entgleitet das Ganze bald in falsche Freiheit. Die Schrift wird verdreht und gibt Hoffnung und Freilassung für das Fleisch, das sterben soll. Darum sagt Paulus: „So steht nun fest, umgürtet an euren Lenden mit Wahrheit.“ Eph. 6, 14. Hier sind die Lenden der Gesinnung gemeint. Fängt man an, in der Gesinnung gleichgültig mit der Wahrheit zu sein, dann beweist das, dass das Herz verdorben ist. Dann fängt die Lehre an, dass der Sündenleib hinausgeworfen ist, dass Jesus alles für uns getan hat und dass wir ein Schlendrian-Christenleben leben können, soviel wir wollen – eine falsche Lehre, die man zwar nicht mit Worten sagt, die aber dennoch existiert und zum Verderben führt. Hoffärtiges Leben ist der Beweis dafür, dass die Lenden der Gesinnung nicht umgürtet sind, ebenso Ansehen der Person, das herrscht, weil man unaufmerksam und habsüchtig ist. Unkeuschheit in Gedanken, Worten und Taten kommt dadurch hervor, dass die Gesinnung nicht umgürtet ist. Parteiungen haben ihre Wurzel in Sorgen und Habsucht. Die Gesinnung ist nicht mit Wahrheit umgürtet. Gal. 5, 19-20. Wer solches tut und in solchem lebt, ist besiegt, er kann sein Recht nicht im Gericht behaupten. Wer mit Wahrheit umgürtet ist, wird darüber wachen, dass sein Herz nicht mit Wohlleben beschwert wird. Er wird auf seine Kinder achtgeben und sie nicht den Mächten opfern, sondern Jesus Christus. Wenn die Eltern alles, viel oder wenig dafür einsetzen, um die Kinder nach oben zu bringen, nach oben in der Welt über das hinaus, was für den Lebensunterhalt notwendig ist, dann beweist dies, dass die Lenden ihrer Gesinnung nicht umgürtet sind. Wenn Leiter von christlichen Versammlungen Anstrengungen unternehmen, ihre Kinder in der Welt weit nach oben zu bringen, dann ist die Gesinnung nicht umgürtet. Man betet Abgötter auf den Höhen an, und es wird eine teure Angelegenheit für die Gemeinden, die für die Kosten aufkommen sollen. Wer ein Jünger Christi ist, wird verstehen, dass die Sache Gottes nichts mit der Sache der Abgötterei zu tun hat. Man kann nicht Gott und daneben auch den Abgöttern dienen.
Wenn wir uns nicht die ganze Waffenrüstung Gottes anziehen, werden wir ganz natürlich in Abgötterei abgleiten, die in hoffärtigem Leben, Habsucht und anderen Lüsten besteht, die zur Verdammnis führen.
König Josaphat wandelte in dem Weg seines Vaters Asa und wich nicht ab davon, sondern tat, was dem Herrn wohlgefiel.
Nur die Höhen wurden nicht abgeschafft, denn das Volk hatte sein Herz noch nicht dem Gott ihrer Väter zugewandt. 2. Chr. 20, 32-33.
Die Lenden der Gesinnung waren nicht umgürtet für Gott, den Herrn, allein. Das Große in der Welt haftet den Christen auch in unseren Tagen fest an. Wenn man das Schwert gegen die Opferhöhen gebraucht, kommen Geschrei und Jammer auf.
Die Jüngerschaft erfordert Gehorsam gegenüber dem Wort, eine für den Herrn umgürtete Gesinnung und eine hohe und dichte Mauer. Offb. 21, 12. Alles andere taugt nicht, es führt nicht ans Ziel, selbst wenn man wunderbar errettet und mit Wasser und mit dem Heiligen Geist getauft ist, wie man sagt. Es kommt auf den Wandel in einem neuen Leben an. Wir müssen uns von Gottes Geist (dem Wegleiter) leiten lassen. Wenn nicht, wird der Geist gedämpft.
Denn es gilt weder Beschnittensein noch Unbeschnittensein etwas, sondern eine neue Schöpfung. Gal. 6, 15-16. „Über alle, die nach dieser Regel wandeln, komme Frieden und Erbarmen, und über das Israel Gottes!“
Hieraus lernen wir, dass Sündenvergebung, Taufe mit Wasser, Geistestaufe, Abendmahl usw. notwendige Dinge sind, um uns dazu auszurüsten, neue Kreaturen zu werden. Aber folgen wir nicht den Anweisungen der Schrift in diesen Dingen, bringt die Sündenvergebung nicht weiter, weil wir wieder sündigen. Die Taufe mit Wasser bringt nicht weiter, weil wir nicht in einem neuen Leben wandeln und die Geistestaufe hilft uns nicht, weil wir uns nicht vom Geist in alle Wahrheit leiten lassen. Das alles ist nichts, wenn es nicht in mir eine neue Schöpfung heranbilden kann.
Hieraus geht mit aller Deutlichkeit hervor, dass allein der Gehorsam des Glaubens, die Jüngerschaft, etwas taugt. Lies Röm. 1, 5, Röm. 15, 18 und Röm. 16, 25-26 und denke darüber nach. Ein Schlendrian-Christentum, das wiederum Heuchelei ist, führt nicht zu Freude und Frieden, Herrlichkeit und Ehre. Denn er, in dessen Fußspur wir folgen sollen, hat geliebt die Gerechtigkeit und gehasst die Ungerechtigkeit, darum wurde er gesalbt mit Freudenöl, mehr als seine Gefährten. Hebr. 1, 9. Und weil er den Tod erlitten hat, wurde er mit Herrlichkeit und Ehre gekrönt.
Satan zeigte ihm alle Herrlichkeiten der Welt (besonders die Herrlichkeiten auf den Höhen) und sprach: Das alles will ich dir geben, wenn du niederfällst und mich anbetest. Da sprach Jesus zu ihm: Weg mit dir, Satan! Denn es steht geschrieben: Du sollst anbeten den Herrn, deinen Gott, und ihm allein dienen. Mt. 4, 8-10.
Ich würde gerne wissen, wie viele Christen Satan eine so glatte Absage erteilen, wenn ihnen die Herrlichkeiten der Welt angeboten werden, besonders die Herrlichkeiten auf den Höhen (menschliche Ehre, Macht und Ansehen). Stattdessen erwählte Jesus Schmach, er ging hinunter zu den untersten Örtern der Erde, und er erniedrigte sich als Mensch, indem er gehorsam war bis zum Tod, ja, zum Tod am Kreuz. Dies ist der Weg, den gehe – in seiner Fußspur. Dann werden uns Sündenvergebung, Taufe und Geistestaufe zu überaus großem Nutzen sein.
Eine umgürtete Gesinnung gibt uns eine verwandelte und erneuerte Gesinnung. Röm. 12, 1-2 und Eph. 4, 23.
Nachdem die Apostel nicht mehr da waren und das Christentum anfing sich zu verbreiten, kamen Juden und Heiden in großer Anzahl in die Gemeinden hinein. Die allermeisten von ihnen waren nicht gottesfürchtig, sie nahmen also nicht die Veränderung der Gesinnung an. Daher erstarrte das Ganze in Formen, toten Formen, und wurde zu toten Gemeinden.
Diese toten Gemeinden haben bis in unsere Zeit weitergemacht.
Es sind diese Gemeinden, aus denen wir ausgehen müssen; denn Gottes Gemeinde ist lebendig, genauso wie ihr Haupt (Christus) lebendig ist. Eph. 1, 22. Christus liebte die Gemeinde und gab sich selbst für sie, indem er sie durch das Wasserbad im Wort reinigte, damit er sie vor sich stelle als eine Gemeinde, die herrlich sei und keinen Flecken oder Runzel oder etwas dergleichen habe, sondern heilig und untadelig sei. Eph. 5, 26-27.
