Friede!
Herzlichen Dank für das Zusammensein in Oslo. Ich freue mich darüber, dass es dort so gut geht. Br. Wetlesen, Hartvig Johansen und ich hatten ein besonders gesegnetes Gespräch (ca. 2 Stunden lang) bei Johansen.
Ich lege einen Brief von Br. Aslaksen bei, der bei Fr. Petersen war, als ich das letzte Mal in Oslo übernachtete. Den Brief, den du mir damals bezüglich Fr. P. geschrieben hast, ließ ich Aslaksen hier in Horten lesen, damit die Sache klarer würde. Ich merkte damals, dass für Br. Fr. P. besonders drei Zeilen im Mittelpunkt standen. Ich las diese Zeilen auch, fand aber nichts Wesentliches darin, an dem man hätte einhaken können. Der Brief ist wahrscheinlich verbrannt worden.
Zum Gesamtbild gehört, dass Fr. P. in einer Zeit dazukam, als die Verhältnisse in Oslo ziemlich aufgewühlt waren. Und er selbst kam aus der Finsternis und suchte nach Licht. Wir müssen uns daher befleißigen, alles in die richtige Ordnung zu bringen, damit er niemandem etwas vorhalten kann. Skarin, der Schmied Pettersen und Skogsrud waren damals sehr aktiv, ebenso mehrere andere: der Maler Larsen, der Schmied Jensen und der Telegraphist Tandberg. Mitten in so einem Durcheinander benötigte ein Anfänger außerordentliche Kräfte, um die Balance zu halten. Außerdem war Fr. P. selbst eine draufgängerische Natur, etwas musste also in die Brüche gehen. Er hatte dennoch viele gute Seiten und diese hat er auch heute noch. Er ist gastfrei, liebt seine Familie und ist bemüht, an den geistlichen Interessen seiner Frau Anteil zu nehmen. Gott gebrauchte ihn ja auch während der Erweckung in Drøbak.
Daher wäre es wertvoll, wenn du die Dinge mit ihm und für ihn regeln könntest. Ich habe aus deinen Briefen nicht den Eindruck bekommen, dass du etwas gegen ihn als Person hast, dass aber Ungereimtheiten entstanden, die ausmachten, dass es so ging, wie es ging.
Br. Aslaksen erwähnt etwas von Mt. 5, 23-26. Lies das. Du warst immer „blitzschnell“, wenn es galt, das Richtige zu erwählen. Ich weiß, dass du das immer sein wirst, lieber Bruder, auch jetzt. Gehe daher mit Liebe auf Br. Fredrik Petersen zu, in gleicher Weise wie auch er sich selbst überwunden und dich besucht hat, um mit sich selbst ins Reine zu kommen und um das Böse zu überwinden.
Die drei Zeilen und die sechs Zeilen sowie der komplette Brief werden dadurch verbrannt werden, zumal er ohnehin verbrannt ist.
Liebe Grüße von deinem in der Liebe und in allem, was Unfrieden anrichtet, allezeit verbrannten Bruder
J. O. SmithMan muss vor Augen haben, dass auch du selbst in all diesen so überraschenden Schwierigkeiten neu und unerfahren warst. Und wenn man mitten im Krieg steht, ist es nicht so einfach. Hinterher kann man ja klarer sehen. Das ist für uns alle gleich. Daher haben wir guten Grund, barmherzig miteinander zu sein.
