Gesammelte Schriften Band 5 • 1932 - 1936

Johan O. Smith

Brief an Aksel J. Smith, 1. August 1935

Gesammelte Schriften Band 5 • 1932 - 1936
Horten, 1. August 1935
Lieber Sohn Aksel,
Gottes guter Friede!

Herzlichen Dank für deinen sehr guten Brief mit all den guten Nachrichten, den ich soeben bekommen habe.

Es ist beeindruckend, wie Gott segnet. Ich dachte heute daran, dass es so viele Jahre gebraucht hat, um Diener heranzubilden, doch nun geht es rasch vorwärts, weil viele imstande sind zu arbeiten. Ich glaube, es ist gut für euch, so zu tun, als ob der Widerstand nicht existieren würde. Denn es sind Gottes Kriege, die ihr führt. Nur Tod über den alten Menschen taugt etwas in der Zukunft. Du siehst selbst, wie falsch Menschen sein können, nachdem sie ein ganzes Leben lang Prediger gewesen sind. Verkündige das, was Gottes Geist verkündigt: Wenn aber Christus in euch ist, so ist der Leib zwar tot um der Sünde willen, der Geist aber ist Leben um der Gerechtigkeit willen.

Nur das Wort vom Kreuz über den alten Menschen taugt etwas. Es zerstört die Werke des Teufels. Alles andere ist in keinster Weise das volle Evangelium. Ein vollkommener Tod über die Sünde im Fleisch ist ein volles Evangelium, und das muss verkündigt werden. In diesem ist Nahrung. Mein Fleisch gebe ich für das Leben der Welt, sagt Jesus. Mein Fleisch ist die wahre Speise, und mein Blut ist der wahre Trank. Auf diese Weise bekommt Gottes Volk Nahrung. Und wo Speise ist, da sammeln sich die Menschen, wie man bei euch sehen kann. Wo das Aas ist, da sammeln sich die Adler. Christi Leib ist das wahre Aas, das ist die wahre Speise. Verkündigt das freimütig von den Bergen Trysils, selbst wenn Satan rast, denn der Sieg ist euer.

Ja, es gibt viel Arbeit in Trysil und Umgebung. Gott wird euch offenbaren, wie lange ihr dort bleiben sollt und wohin ihr später gehen sollt. Der oberste Hirte hat die Leitung. Ich selbst habe ihn in all den Jahren, seit ich einigermaßen Verstand und Einsicht bekommen habe, als Wegleiter gehabt. Und du kannst heute selbst sehen, dass die Leitung göttlich und nicht menschlich war. Daher gebührt ihm alle Ehre. Unsere Ehre besteht darin, seine Stimme zu hören. Das musst auch du tun, lieber Aksel. Das bringt wahres Gleichgewicht ins Leben. Ja, ich weiß, dass du schon hörst, aber übe dich noch mehr darin. Tue nichts aus Neigung; denn das ist der Weg des Fleisches.

Lasst diese Reise und eure Treue zum „Standard“-Vorbild für die heranwachsenden jüngeren Brüder werden, sodass sie sehen können, dass es sich lohnt, treu zu sein, und dass dies das Einzige ist, wozu Gott Gelingen gibt. Denn ich glaube, dass eure Fortschritte größer sein werden, als wir jetzt ahnen können, und nicht nur eure Fortschritte, sondern auch die derer, die mit euch als Vorbild in eurer Fußspur folgen. Sucht allezeit Gottes Ehre, dann wird das geschehen.

Es kann sein, dass ich und Mama am kommenden Sonntag nach Brevik fahren. Es gibt große Fortschritte in Porsgrunn und Skien.

Grüße die lieben Brüder, die mit dir zusammen sind. Verkündigt zu jeder Zeit das Kreuz über das eigene Fleisch, dann wird es leicht fallen, dasselbe über das Fleisch anderer zu verkündigen. Dies ist das Geheimnis des Glaubens und des Kreuzes, dies ist der Weg, die Speise und das Leben.

Herzliche Grüße von uns allen hier. Alle haben sich über den Brief gefreut.

Dein Vater

J. O. Smith