Gesammelte Schriften Band 5 • 1932 - 1936

Johan O. Smith

Brief an Erik Thorsrud, 19. September 1934 #2

Gesammelte Schriften Band 5 • 1932 - 1936

(Brief an N.N. durch Originalbrief ersetzt)

Horten, 19. 9. 1934 #2
Lieber Bruder E. Thorsrud,
Friede!

Ich habe heute einen Brief an dich abgeschickt, und während ich im Postamt stand, kam dein Brief mit dem Geld für das Abonnement von Skj. Sk. und der Adresse von Milda Spaangberg, Island, an. Sie ist jetzt hier in die Abonnentenliste eingetragen. Danke für alles! Ihr Brief zeugt von Gottes Weg und Gottes Führung in ihrem Leben. Den Koch S. Madsen kenne ich ja aus den Kriegsjahren in Westnorwegen. Er schreibt viele Briefe an Menschen nah und fern. Es freut mich, dass sie in Bergen zur Versammlung kam, denn dort ist Erweckung.

Ich muss sagen, dass dein Brief dieses Mal erfreulich zu lesen war. Der Brief zeugte von Glauben, Vertrauen und Licht. Jesus ist als ein Licht gekommen, um die Heiden zu erleuchten. Wir sollen Gott nie Regeln dafür vorschreiben, auf welche Weise er zu uns kommen soll. Zu mir kam Jesus mit Licht und Offenbarungen des Geistes. Im Licht ist die Wahrheit, die freimacht, in diesem ist Gericht – das Gericht, das zur Gerechtigkeit führt. Schw. Milda S. sagt, dass sie etwas gelernt hat, als sie sich mit dir über geistliche Dinge unterhielt. Ich glaube, dass das zutrifft. All die Sorge, die du empfunden hast, weil es nicht nach deinen Gedanken und Meinungen ging, war ganz überflüssig. Gott behandelt uns individuell, und wir können für seine Vorgehensweise mit uns keine Regeln aufstellen. Darüber hast du jetzt eine gründliche Belehrung bekommen. Das Wesentliche ist, dass wir zu Friede und Freude und Licht kommen; denn das ist das Werk von Gottes Geist. Auf welche Art und Weise dies geschieht, ist Gottes Sache und nicht unsere.

Wie du wahrscheinlich weißt, war ich seinerzeit alleine und einsam in dem Licht, das Gott gab. In dieser Situation hatte ich keine Freunde. Doch war ich ausgesprochen glücklich und zufrieden damit und wäre es wohl bis zum heutigen Tag, wenn Gott in seiner großen Gnade die Arbeit nicht so gesegnet hätte, wie er es tat. So wurden es mehr und mehr, die dieses tiefere Leben in Gott annahmen, indem sie sich selbst reinigten und anfingen, im Gehorsam des Glaubens zu wandeln. Als andere uns einen Namen geben wollten, wurde daraus gleich Smiths Freunde oder Smithianer. Dafür sind sie ja selbst verantwortlich. Sich selbst einen Namen zu geben, widerstrebt einem auch. Du erwähnst „Die Gemeinde“ als einen passenden biblischen Namen. Aber fangen wir an, die Gruppe von Menschen, unter denen wir arbeiten, als „Die Gemeinde“ zu bezeichnen, dann haben wir ja mit einem Schlag andere von der Gemeinde ausgeschlossen, die in Wirklichkeit der Gemeinde angehören, sich jedoch in all ihrer Unwissenheit unter anderen Namen von Parteiungen versammeln. Schwierigkeiten gibt es überall.

Der Methodistenpastor war ca. zwei Stunden lang hier bei uns, um über die Kommunalwahlen zu sprechen. Wir sprachen dann über alles Mögliche. Es war ganz merkwürdig zu hören, wie unverständig er in Bezug auf das innere Leben war. Er musste jedoch ständig zustimmen und sagen: „Ja, es steht ja so geschrieben.“ Hier sehen wir wieder, dass sie den Buchstaben kennen; wenn jedoch der Geist das Wort lebendig macht, wirkt es fremd und eigenartig auf sie. Ja, so ist es und so bleibt es bis ans Ende der Tage. Danke für deine Fürbitte, leben zu dürfen und wirksam sein zu dürfen.

Liebe Grüße an dich, deine Familie und die Geschwister.

Dein im Kampf des Glaubens vereinter Bruder

J. O. Smith

Wenn Gott Licht gibt, dann gibt er damit einen Herrscherstab (denn das Licht herrscht). Somit verleiht er auch Richterwürde, Macht über Satans Finsternis, die fliehen muss. Freue dich daher im Licht und wandle darin, dann wirst du dessen Kind.

Nein, wir hatten keine Preiselbeeren für den Winter gekauft, so waren sie ein willkommenes Geschenk. Es waren schöne Beeren, ein Lächeln aus Østerdalen, wie du sagst. Danke für alles! Ich lege einen Brief von M. S. bei.