Die Wirkungen Gottes
„Denn die gottgewollte Betrübnis bewirkt eine Buße zum Heil, die man nicht bereuen muss; die Betrübnis der Welt aber bewirkt den Tod.“ 2. Kor. 7, 10.
Wenn ein Mensch darüber betrübt ist, dass er nicht Gottes Gesinnung hat, dann bewirkt dies eine Buße zum Heil. Gott selbst wirkt diese Betrübnis. Man ist unzufrieden mit sich selbst und seiner eigenen Gesinnung in bösen Werken. Armut und Not im Geist melden sich. Man ruft zu Gott um Erlösung und er erhört uns. Ist jemand aber betrübt nach weltlicher Weise, dann bewirkt das den Tod, das heißt Tod in Übertretungen und Sünden. Daher müssen wir also zu jeder Zeit uns selbst prüfen, welcher Art unsere Betrübnis ist. Denn lange nachdem wir errettet sind, ist es gut, allezeit gottgewollt betrübt zu sein. Diese Betrübnis zeigt, dass wir allezeit über uns selbst betrübt sind und uns danach sehnen, tiefer und gründlicher in das Heil Gottes einzudringen.
Gott wirkt alles nach dem Ratschluss seines Willens. Eph. 1, 11. Nach diesen Wirkungen und diesem Ratschluss, den Gott bei sich selbst von Ewigkeit her gefasst hat, haben wir unser Erbteil bekommen. Alles ist von den Wirkungen Gottes abhängig. Außerhalb seiner Wirkungen bekommt man keine Erlösung. Folgen wir aber seinen Wirkungen, dann kommen wir auf dem neuen und lebendigen Weg vorwärts. Indem wir die Wirkungen des Geistes befolgen, kommen wir auch zum Geist der Weisheit und der Offenbarung in der Erkenntnis Gottes, zu erleuchteten Augen und zur Wirksamkeit seiner gewaltigen Kraft, mit der er in Christus gewirkt hat. Durch sie hat er ihn von den Toten auferweckt und eingesetzt zu seiner Rechten im Himmel über alle Reiche, Gewalt, Macht, Herrschaft und alles, was sonst einen Namen hat, nicht allein in dieser Welt, sondern auch in der zukünftigen.
Hier hat Jesus Christus seine Fußspuren nach den Wirkungen seines himmlischen Vaters hinterlassen. Gott hat alles unter Jesu Füße getan und hat ihn gesetzt der Gemeinde zum Haupt über alles, welche sein Leib ist.
Die Gemeinde ist der Leib Christi. Christus bekam einen Leib. „Einen Leib hast du mir bereitet.“ Diesen Leib hat er an das Kreuz geführt. Darum sind alle, die Christus angehören, mit ihm gekreuzigt. Außerhalb des Kreuzes gibt es keinen Leib Christi, dort kann man auch nicht dazu kommen, dass der Leib wächst und zur vollkommenen Mannesreife in Christus gelangt. Die Kraft Gottes, die Tod über die Sünde bewirkt, wird nur am Kreuz wirksam. An diesem kann man in den Tod Christi hingegeben werden. Und von hier quillt das Leben hervor. Der Tod Christi ist ein Tod über Satan und seine ganze Macht, darum ist es notwendig, dass seinTod wirksam wird in uns. Dies ist eine Wirksamkeit, die Satan und alle seine Fürstentümer und Mächte überwindet. Diese Wirksamkeit bringt Sieg innerhalb des Leibes über jeden Namen, der genannt wird, nicht allein in dieser Welt, sondern auch in der zukünftigen. Unser Haupt – Christus – ist eins mit seinem Leib. „Von dem her der ganze Leib durch Gelenke und Bänder gestützt und zusammengehalten wird und wächst durch Gottes Wirken.“ Kol. 2, 19.
Der Apostel Paulus wünschte, dass die Philipper erfüllt würden mit Früchten der Gerechtigkeit, die durch Jesus Christus [gewirkt werden] zur Ehre und zum Lob Gottes. Phil. 1, 11. Hier sehen wir, dass alle Früchte des Geistes durch die Wirkungen Jesu Christi entstehen.
Gott erhöht Menschen nie außerhalb seiner Wirkungen. Der Weg der Wirkungen ist „der Weg“ selbst.
„Also, meine Lieben, […] schaffet, dass ihr selig werdet, mit Furcht und Zittern. Denn Gott ist’s, der in euch wirkt beides, das Wollen und das Vollbringen, nach seinem Wohlgefallen.“ Phil. 2, 12-13.
Wir sollen also übereinstimmend mit den Wirkungen Gottes an unserer Erlösung arbeiten. Außerhalb dieser Wirkungen bekommt man keine Erlösung. Entzieht sich jemand diesen Wirkungen, dann hat Gott kein Gefallen an ihm. Alles soll ohne Murren und Zweifel getan werden – nach seinen Wirkungen.
„Er rüste euch völlig aus zu jedem guten Werk, damit ihr seinen Willen tut, indem er in euch das wirkt, was vor ihm wohlgefällig ist, durch Jesus Christus.“ Hebr. 13, 21.
Wir wissen, dass in uns selbst, in unserem Fleisch, nichts Gutes wohnt. Wenn wir dann in allen guten Werken völlig ausgerüstet werden sollen, dann ist es ja ganz klar, dass Gott in uns wirken muss. Der Wille Gottes ist unsere Heiligung. Wie sollten wir sonst Kenntnis von seinem Willen erlangen, wenn nicht er seinen Willen in uns wirken würde?
Seine Kraft an uns, die wir glauben, ist überschwänglich groß, weil die Macht seiner Stärke bei uns wirksam wurde, mit der er in Christus gewirkt hat. Durch sie hat er ihn von den Toten auferweckt und eingesetzt zu seiner Rechten im Himmel. Eph. 1, 19-20.
Das Wort muss geglaubt werden, denn die Apostel verkündigten das Wort des Glaubens. Wenn jemand nicht glaubt, ist es, weil er nicht glauben will. Denn die Fähigkeit zu glauben ist uns allen gegeben. Aber dennoch ist der Glaube nicht jedermanns Ding, weil der Wille, den Wirkungen Gottes zu glauben, nicht vorhanden ist. Doch das bleibt jedem selbst überlassen, der nicht glauben will.
Es ist aber sicher, dass die Wirkungen Gottes, so vielfältig wie sie sind, uns zu unbeschreiblichen Herrlichkeiten führen werden. Wer zurückweicht, verliert Werte, die später nicht ersetzt werden können. Ihm wird Leid geschehen von dem zweiten Tod. Offb. 2, 11. Gottes Wirkungen, die nicht angenommen werden, sind für ewig verloren. Es ist ernst zurückzuweichen. „Wir aber sind nicht von denen, die zurückweichen […], sondern von denen, die glauben und die Seele erretten.“
All diese Übung im Glauben, in der Liebe und in der Gottesfurcht nach den Wirkungen Gottes sind sehr notwendig und erbaulich für den Gottesmenschen, der alles mit ihm erben wird.
Petrus und Johannes gingen zur Zeit des Gebets zusammen in den Tempel hinauf. Da wurde ein Mann hinaufgetragen, der vom Mutterleib an gelähmt war. Als er Petrus und Johannes sah, bat er sie um ein Almosen. „Petrus aber blickte ihn an mit Johannes und sprach: Sieh uns an! Und er sah sie an und wartete darauf, dass er etwas von ihnen empfinge. Petrus aber sprach: Silber und Gold habe ich nicht; was ich aber habe, das gebe ich dir: Im Namen Jesu Christi von Nazareth steh auf und geh umher! Und er ergriff ihn bei der rechten Hand und richtete ihn auf. Sogleich wurden seine Füße und Knöchel fest, er sprang auf, konnte gehen und stehen und ging mit ihnen in den Tempel, lief und sprang umher und lobte Gott.“
Petrus trat hervor und bezeugte: „Und durch den Glauben an seinen Namen hat sein Name diesen, den ihr seht und kennt, stark gemacht; und der Glaube, der durch ihn gewirkt ist, hat diesem die Gesundheit gegeben vor euer aller Augen.“
Hieraus sehen wir, dass „die Wirkungen Gottes“ auch bei der Heilung des natürlichen Leibes wirken müssen.
