Gesammelte Schriften Band 5 • 1932 - 1936

Skjulte Skatter 1933-12 - Gesetz, Mittler und Feuer

Gesammelte Schriften Band 5 • 1932 - 1936

Gesetz, Mittler und Feuer

„Wozu nun das Gesetz? Der Übertretungen wegen wurde es hinzugefügt, bis der Same käme, dem die Verheißung gilt, und es ist durch Engel übermittelt worden in die Hand eines Mittlers.“ Gal. 3, 19.

Die historische Seite zeigt, dass das Gesetz bis zu Christus gültig war. Danach wurde Israel über die ganze Erde verstreut, weil sie ihn nicht annahmen.

Wenn wir die geistliche Seite der Sache betrachten, dann wirkt der Geist Gottes auf uns als Gesetz, solange wir Übertreter sind. Denn das Gesetz wurde der Übertretungen wegen hinzugefügt. Der Geist tut die Augen auf über die Sünde, dass man nicht an ihn glaubt. Über die Gerechtigkeit, dass er zum Vater ging. Über das Gericht, dass der Fürst dieser Welt gerichtet ist. Der Geist Gottes hat in sich selbst die Eigenschaften des Gesetzes aufgenommen, ja, mehr als das; denn Jesus ist nicht gekommen, um das Gesetz aufzulösen, sondern zu erfüllen. Wenn daher der Geist Gottes mit Übertretern zu tun hat, dann wirkt er wie das Gesetz selbst, bis sich die Seele zu Christus bekehrt, sodass er das Wollen und das Vollbringen wirken kann. Von da an fällt die Verdammnis weg. Und warum fällt sie weg? Weil die eigenen Werke und Einfälle verschwinden. Man lebt nach den Wirkungen des Geistes. Und es gibt keine Verdammnis für diejenigen, die nach dem Geist leben und sich vom Geist treiben lassen. Wer sich aber von seinem eigenen Fleisch und seinen eigenen Lüsten leiten lässt, für ihn gibt es Verdammnis.

„Wenn aber Christus in euch ist, so ist der Leib zwar tot um der Sünde willen, der Geist aber ist Leben um der Gerechtigkeit willen.“ Röm. 8, 10.

Jesus Christus ist der Mittler. „Ein Mittler aber ist nicht Mittler eines Einzigen, Gott aber ist Einer.“ Gal. 3, 20. Jesus Christus ist ein Mittler zwischen Gott und dem Menschen. Niemand kann zum Vater kommen als nur durch den Sohn. Der Weg zum Vater geht durch den Sohn, und er geht durch das Fleisch des Sohnes. Denn uns ist ein neuer und lebendiger Weg gebahnt durch den Vorhang: sein Fleisch. Das heißt, hindurch durch des Sohnes Eigenwillen nach dem Fleisch. Denn er kam nicht, um seinen eigenen Willen zu tun, sondern den Willen des Vaters. Joh. 6, 38 und 5, 30. Dieses Wort muss geglaubt werden, denn wir verkündigen das Wort des Glaubens. Genauso nun, wie der Sohn nichts von sich selbst tun konnte, sondern nur das, was er von seinem Vater hörte, so können auch wir nichts von uns selbst tun. Die Wirkungen des Geistes müssen gehört, verstanden und durchgeführt werden. Nichts anderes wird vom Vater und vom Sohn anerkannt. Aber diese Wirkungen des Geistes gehen direkt gegen das Fleisch, direkt gegen die Feindschaft. Hier wählt Gott seine Opfer aus und Gottes Feuer verzehrt sie. Darum sagt Johannes der Täufer von Jesus, dass er uns mit dem Heiligen Geist und Feuer taufen wird. Der Geist führt uns zur Wahrheit über uns selbst, zum Opfer; aber das Feuer verzehrt es. Wenn wir nun den Geist bekommen haben, aber das Feuer scheuen, dann gefallen wir Gott nicht. Das Feuer Gottes soll unseren Egoismus verzehren. „Wenn er aber zurückweicht, hat meine Seele kein Gefallen an ihm“, sagt der Herr. Gott ist ein verzehrendes Feuer. Der Dienst des Mittlers besteht nun darin, uns zu dem verzehrenden Feuer zu führen, zu Gott selbst. Jesus ist „der Weg“ und „der Weg“ führt zum Feuer. Hier wird die Unreinheit verbrannt. Wir vertragen nicht alles Feuer auf einmal, darum werden wir nach und nach mit unseren Opfern zum Feuer geführt. Und Gott selbst sucht das Opfer aus.

Sowohl der Geist als auch das Feuer waren an Christi Leib gebunden, solange er hier auf der Erde wandelte. Denn er war das Opfer. Darum sagt er: „Es ist gut für euch, dass ich weggehe. Denn wenn ich nicht weggehe, kommt der Tröster nicht zu euch.“ Ebenso sagt er: „Ich bin gekommen, ein Feuer anzuzünden auf Erden; was wollte ich lieber, als dass es schon brennte!“

Jetzt hingegen können wir unseren Leib als ein Gott wohlgefälliges Opfer darbringen, das ist unser vernünftiger Gottesdienst. Röm. 12, 1. Der Geist wie auch das Feuer sind nun auf die Erde gesandt. Doch zahlreich sind diejenigen, die den Geist entgegennehmen, aber vor dem Feuer fliehen. Darum wird kein geistlicher Gottesdienst daraus, und man wird auch kein geistlicher Mensch. Das Leben verliert man durch den Geist und durch das Feuer. Diese beiden zusammen werden auch der Geist, der richten und ein Feuer anzünden wird, genannt. Denn mit Feuer wird der Herr Gericht halten. Jes. 66, 16. „Wenn der Herr den Unflat der Töchter Zions abwaschen wird und die Blutschuld Jerusalems wegnehmen durch den Geist, der richten und ein Feuer anzünden wird, …“ Jes. 4, 4.

Die Erkenntnis von der reinigenden Macht des Feuers reinigt uns nicht. Richten wir aber uns selbst und lassen das Feuer Gottes unsere Widerspenstigkeit verzehren, dann werden wir gereinigt.

Wer sich dem Feuer entzieht, behält seinen Wurm für das Feuer. Hier haben wir den Wurm, der nicht sterben wird, und das Feuer, das nicht verlöschen wird. Das ist der zweite Tod. Wenn jemand nicht im Lebensbuch des Lammes steht, dann wird er in den Feuersee geworfen. Dem Feuer, das das Opfer verzehren sollte, ist man ausgewichen. Auf diese Weise hat man sein Leben in dieser Welt bewahrt, anstatt es zu verlieren. Sieh, wie notwendig es ist, den Herrn zu lieben und seine Gebote zu halten. Das Gebot, das wir halten, führt uns ins Feuer hinein. Es führt uns zum Vater, der ein verzehrendes Feuer ist. Wer im Feuer gereinigt ist, wird später das Feuer ertragen und wird im Feuer wandeln können. Es wird kein Feuersee für ihn. Aber wer vor dem Feuer flieht, wird es später als einen Feuersee kennenlernen. Denn alles, was Gott tut, ist ganz natürlich.

Lasst uns darum als Priester Gottes immer mit unseren eigenen Opfern Altardienst tun, mit dem, was wir bei uns selbst finden. Dann wird Gott mit dem Feuer antworten, mit dem Jesus Christus kam, um es auf die Erde zu bringen.

Dies ist wahre Gottesfurcht, die seit dem Ursprung der Zeiten und Geschlechter verborgen war, jetzt aber für jeden offenbart ist, der Gott liebt und nicht zurückweicht.