Der Lebensspross
Jesus setzte sich in ein Schiff und lehrte alles Volk, das sich an Land versammelt hatte. Er lehrte sie und sprach: „Hört zu! Siehe, …“ Mk. 4, 2-3.
Alles in Gottes Reich dreht sich um „Hört zu!“ „Seht!“ „Wachet!“ „Betet!“ Wir neigen so sehr dazu, alles um uns herum zu hören und zu sehen – das, was auf der Erde ist. Und dann sind wir nicht gestorben. Das Auferstehungsleben hat die Erde unter ihren Füßen. Um die Stimme des Geistes hören zu können, müssen unsere Ohren für das Irdische verschlossen sein, und um mit gesalbten Augen sehen zu können, müssen wir die Augen für die irdischen Herrlichkeiten schließen. Wer das Leben verliert, findet das Leben.
„Es ging ein Sämann aus zu säen. Und es begab sich, indem er säte, dass einiges auf den Weg fiel; da kamen die Vögel und fraßen’s auf.“
„Der Sämann sät das Wort.“ V. 14. Das Wort ist die himmlische Saat, durch die das Himmelreich anfangen sollte zu wachsen. Das Wort ist die überwindende Kraft. Das Wort ward Fleisch und nahm Wohnung unter uns. Doch hier in diesem Gleichnis fiel die Saat auf den Weg. Der Mensch hört das Wort und nimmt es auf; doch sogleich kommt der Satan und nimmt es weg. V. 15. Er nimmt den Samen weg, d. h. er nimmt den Spross weg, der den Kopf der Schlange zertreten sollte. Und das gelingt ihm so leicht, wenn das Herz so hart ist wie die Landstraße. Gleicherweise, wo auf steinigen Boden gesät wurde, das sind die, welche das Wort, wenn sie es hören, sogleich mit Freuden aufnehmen; aber sie haben keine Wurzel in sich. Wenn Verfolgung entsteht um des Wortes willen, dann fallen sie ab. Einiges wurde unter die Dornen gesät. Doch die Sorgen und der Betrug des Reichtums ersticken das Wort, und es bleibt ohne Frucht.
Wie man doch auf der Hut sein muss, um das Wort, das in unsere Herzen gesät ist, zu bewahren! Erdulde was auch immer um des Wortes willen! Halte die Gebote um des Wortes willen! Leide lieber Böses als dass du Schaden nimmst an deiner Seele! Das Samenkorn vom Himmel ist kleiner als alle anderen Samenkörner. Aber es ist dennoch vom Himmel. Alles andere ist von der Erde. Was vom Himmel kommt, ist größer als das, was von der Erde kommt, selbst wenn es so klein ist wie ein Senfkorn. Bewahre dieses kleine Korn! Lass es Fleisch anziehen wie beim Meister selbst. Lass nicht ein hartes, steiniges Herz den Sieg in deinem Leben davontragen, sodass du dazu beiträgst, das Leben vom Himmel austrocknen zu lassen. Lass nicht Sorgen und Habsucht deinen göttlichen Lebensspross ersticken.
„Und die, bei denen auf das gute Erdreich gesät wurde, das sind solche, die das Wort hören und es aufnehmen und Frucht bringen, der eine dreißigfältig, der andere sechzigfältig, der dritte hundertfältig.“
Bei diesen Menschen ist das Herz umgepflügt. Die Trübsale des Lebens haben das Herz kreuz und quer umgepflügt, sodass ein guter Ackerboden für die himmlische Saat entstanden ist. Sie haben das Wort in ihrem Herzen bewahrt. Sie haben die Gebote gehalten und die Schmach der Welt ertragen. Die Verführung des Reichtums hat sie nicht verderben können, auch nicht Abgötterei in irgendeiner Form. Manche haben über ihrem Leben gewacht und bringen sechzigfältig Frucht, und wieder andere wachen und beten und beweisen Treue, bis sie hundertfältig Frucht tragen.
Darum: Seht und hört, wacht und betet, denn der Teufel geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, welchen er verschlinge. Diesen Knaben, der die Heiden mit eisernem Stab weiden wird, will er verschlingen. Diesen Knaben, der das Christusleben in dir ist, eben diesen will Satan umbringen. Lass dich daher nicht beirren von all diesem, was dem Wort widerstreitet und all denen, die gegen das Wort vorgehen, von allem, was das Wort verschlingen will. Das Wort ist das Auferstehungsleben. Es ist wie die Frau in der Offenbarung mit der Sonne der Gerechtigkeit bekleidet, und der Mond unter ihren Füßen. Offb. 12. Die Sonne scheint für die Kinder des Tages, der Mond aber für die Kinder der Nacht. Wir müssen das Wort so respektieren, dass wir nach dem Wort leben, wenn wir den Mond unter unsere Füße bekommen wollen. Das Mondlicht kann man mit dem Licht des Gesetzes vergleichen. Das Sonnenlicht aber ist wie das geoffenbarte Licht, das zum Vorschein kommt, wenn man dem Mondlicht treu gewesen ist. Denn das Gesetz ist unser Zuchtmeister auf Christus hin.
Daher zählt allein Treue und abermals Treue. Du bist über wenigem treu gewesen, ich will dich über viel setzen; geh hinein zu deines Herrn Freude, sagt Jesus.
