Gesammelte Schriften Band 4 • 1924 - 1931

Skjulte Skatter 1927-02 - Was ich gesehen, gehört und verstanden habe

Gesammelte Schriften Band 4 • 1924 - 1931

Was ich gesehen, gehört und verstanden habe

  • 1. Dass Leute, die mit aller Macht Menschenfischer sein wollen, auf diese wirken wie eine Vogelscheuche auf die Vögel.
  • 2. Dass Gott alles Licht auslöscht, bevor er sein eigenes anzündet.
  • 3. Dass man an treuen Seelen leichter zu Fall kommt, als dass man sie zu Fall bringt.
  • 4. Dass jeder, der meint, etwas zu wissen, noch in Unwissenheit schwelgt.
  • 5. Dass Gottes Offenbarungen allem Zank ein Ende machen.
  • 6. Dass es möglich ist, seelische Stärke in eine geistliche Rede zu legen – zur Plage für die Zuhörer.
  • 7. Dass eine Seele, die Christi Schmach fürchtet, niemals Gottes Mitarbeiter werden kann.
  • 8. Dass Gott in den kleinsten Details bis zum Äußersten treu ist.
  • 9. Dass wahre Diener des Herrn die Personen sind, an denen man sich am allersichersten und schnellsten die Hörner abstoßen kann.
  • 10. Dass ein Mensch außerhalb seiner Berufung nichts taugt.
  • 11. Dass eingebildete Stärke nicht Gottes Kraft ist und dass echte Schwachheit stärker ist.
  • 12. Dass die besten Werke eines Menschen hinderlich sind, wenn die Leitung des Geistes weg ist.
  • 13. Dass Christus für alle gestorben ist, aber nur wenige mit ihm sterben.
  • 14. Dass Seelen, die täglich sündigen, es täglich unterlassen, ihr Kreuz auf sich zu nehmen.
  • 15. Dass man, je mehr Verantwortung man hat, umso vorsichtiger mit seinen Worten sein muss.
  • 16. Dass es überall reichlich Gelegenheit gibt, sich zu erniedrigen.
  • 17. Dass ein Diener des Herrn, der nichts aus sich macht, dem näher ist, der im Verborgenen ist und in das Verborgene sieht, als jemand, der danach strebt, zur Geltung zu kommen.
  • 18. Dass Gott eilt, jeden aus dem Weg zu schaffen, der eilt, sich hervorzutun.
  • 19. Dass Vollmacht zugeteilt wird vom Herrn.
  • 20. Dass Jannes und Jambres sich durch ihr Nachäffen auch heute noch mitten in der Gemeinde in den Vordergrund drängen.
  • 21. Dass das Sehvermögen beeinträchtigt, die Ohren schwerhörig und die Gefühle abgestumpft sind, wenn man nicht selbstständig seinen Weg nach den Wirkungen des Geistes finden kann.
  • 22. Dass Gott in der Regel die Personen am meisten benutzt, vor denen am meisten gewarnt wird.
  • 23. Dass man nicht schreiben und reden kann, wann man selber will.
  • 24. Dass man nicht alles erzählen soll, was man weiß.
  • 25. Dass Gott kräftiger im Verborgenen als im Offenbaren arbeitet.
  • 26. Dass die Wahrheit aus der Erde hervorkommt und der Anstoßstein in Zion in den unteren Örtern der Erde liegt.
  • 27. Dass jeder Verkündiger des Wortes von seinem persönlichen Licht begrenzt ist.
  • 28. Dass die Hölle anfängt, wenn alle Sünde, die im Finsteren verborgen ist, mit vollem Tageslicht beleuchtet wird.
  • 29. Dass alles umgekehrt wird an dem Tag, an dem der verborgenen Gerechtigkeit das Zepter in die Hand gegeben wird.
  • 30. Dass alle Menschen, die sich nicht zu Gott bekehren, dümmer sind als die Tiere.
  • 31. Dass frommes Fleisch ein Ekel und ein zerschlagener Geist eine Freude ist.
  • 32. Dass der Mensch normalerweise aus Menschenfurcht und um seiner eigenen Ehre willen der Wahrheit widersteht – in völligem Gegensatz zu seiner inneren Überzeugung.
  • 33. Dass Prediger am Rednerpult Löwen sind, aber wie stumme Hunde unter vier Augen.
  • 34. Dass Jesus in Einfachheit und unter Verachtung lebte, und viele, die ihn verkündigen, in Herrlichkeit und Ehre leben.
  • 35. Dass beinahe alle Verkündiger des Wortes sich zu hoch oben befinden und sich an dem Stein des Anstoßes stoßen, der direkt vor den Füßen liegt.
  • 36. Dass die Sünde, die durch Gewohnheiten langsam ins Fleisch eingedrungen ist, auch Jahr und Tag braucht, um ganz besiegt werden zu können.
  • 37. Dass die Verkündigung vom Kreuz über alles Fleisch zur Freiheit führt, während die Verkündigung von Freiheit zu Knechtschaft unter der Sünde führt.
  • 38. Dass Gier nach Geld und ein löchriger Geldbeutel zusammen einhergehen.
  • 39. Dass jeder Mensch durch sein Leben eine unauslöschliche Charakteristik von sich selbst in die Zeit hineinritzt.
  • 40. Dass für die von Herzen Demütigen und Sanftmütigen alle Wohltaten Gottes in seinen Vorratskammern verwahrt sind.
  • 41. Dass Keime des Verderbens in der fruchtbarsten Saat gären.
  • 42. Dass alle weltlichen, gerechten Gesetze dem Gerechten die volle Freiheit bieten.
  • 43. Dass alles, was geschieht, eine Folge dessen ist, was bereits geschehen ist.
  • 44. Dass die meisten in Gottes Gemeinden mehr unter dem Gebot der Verkündigung leben als unter deren Geist.
  • 45. Dass die Gemeinschaft mit dem Vater und seinem Sohn Jesus Christus die intime Freiheit des Geistes ist, aber wenn dies verkündigt werden soll, wird es zu Tausenden heiliger Gebote, die von uneingeweihten Übertretern für Knechtschaft gehalten werden.
  • 46. Dass es für einen Menschen gesund und nützlich ist, unter heiligen Geboten zu knechten, bis diese zu einer heiligen Natur – und Freiheit – werden.
  • 47. Dass ein Mensch innerhalb seines Lichthorizonts ein Diener Gottes sein kann, aber dass dieselbe Person in dem Augenblick ein Diener Satans wird, in dem sie in Angelegenheiten richtet, die ihr Auge nicht gesehen, ihr Ohr nicht gehört und ihr Verstand nicht erfasst haben.
  • 48. Dass wahre Diener Gottes streng gegen die Sünde, mild gegen den Sünder, vor ihrem Urteilen langmütig, in diesem treffend sind.
  • 49. Sünder, untergraben von Gottes überzeugender Kraft, und Gerechte, untergraben von den sündigen Begierden – dem Sünder zur Errettung und dem Gerechten zum Fall.
  • 50. Dass aufgeblasene Prediger die letzte Sorte von Schauspielern sind.
  • 51. Dass gottesfürchtige Diener des Wortes die nützlichsten Menschen auf Erden sind und dass gottlose Verkündiger des Wortes die Pest des Christentums sind.
  • 52. Dass jeder Mensch ab und zu seine Gottesfurcht überprüfen sollte.
  • 53. Dass man darin Übung braucht, all die ausgezeichneten Menschen zu finden, die im Verborgenen leben.
  • 54. Dass man einen Neubekehrten so hoch loben kann, dass es zu seinem Fall wird.
  • 55. Hungrige Seelen Steine statt Brot bekommen.
  • 56. Prediger sind fester an ihren Lohn als an ihren Dienst gebunden.
  • 57. Prediger verlassen unbarmherzig die Neubekehrten wie der Strauß seine Eier.
  • 58. Dass zwei unterschiedliche Naturen besser zusammenarbeiten als zwei gleiche.
  • 59. Dass Gottes Volk weltlicher Größe verfallen ist.
  • 60. Dass der Hausfriede den Frieden Christi zerstören und der Friede Christi den Hausfrieden zerstören kann.
  • 61. Dass der Mensch selbst den Grund für das Urteil legt, nach dem er gerichtet werden wird.
  • 62. Dass Freude zur Betrübnis und Betrübnis zur Freude sein kann.
  • 63. Dass Hochmut seinem Verderben entgegen läuft.
  • 64. Große Versammlungen und kleine Früchte.
  • 65. Dass Tausende wie einer sind und einer wie Tausende ist.
  • 66. Dass die allermeisten Priester Priester für den alten Menschen sind und dass sie davon leben.
  • 67. Dass das geistliche Gold ebenso verborgen ist wie das natürliche, und beides nur von dem gefunden wird, der bewusst danach gräbt.
  • 68. Dass man auf Enttäuschungen vorbereitet sein muss, wenn man sich mit dem Mann der Frau unterhält.
  • 69. Dass Leute, die mit ihrem Gott alleine sein wollten, überall von Menschen umgeben werden, und Leute, die Massen gewinnen wollten, einsam werden.
  • 70. Dass kräftige „Hallelujarufe“ in allen möglichen Tiefen bis hin zur Oberfläche und auch über ihr erschallen können.
  • 71. Dass geringere Menschen in aller Unwissenheit die vornehmeren segnen.
  • 72. Dass religiösen Gemeinschaften Bußgelder von weltlichen Gerichten auferlegt werden.
  • 73. Dass nicht immer eine Ehe ohne Reibungen die größte geistliche Ausbeute bringt.
  • 74. Dass, wenn Gottes Volk und Abstinenzler am selben Joch ziehen, es schlimmer aussieht, als wenn Ochse und Esel gemeinsam ziehen.
  • 75. Dass es der sicherste Weg zur Aufgeblasenheit und geistlicher Unwissenheit ist, ständig Gottes Wort zu hören und nie danach zu tun.
  • 76. Dass die Heuschrecke, der Nager und der Fresser überall unterwegs sind, wo die Einnahmen groß sind.
  • 77. Dass die Steuererklärung nicht nur vom Steuerzahler die Angabe von Verdienst und Vermögen nach bestem Wissen und Gewissen verlangen sollte, sondern dass Ratsmitglieder und Kommune dem Steuerzahler bei der Verwendung der anvertrauten Mittel dasselbe zusichern sollten.
  • 78. Dass alle Beteuerungen auf Ehre und Gewissen von gottlosen Menschen nichts sind, worauf man sich verlassen kann.
  • 79. Dass mit zunehmendem Licht desto mehr Schmerz und Gewissheit darüber entstehen, dass das Reich Gottes nicht von dieser Welt ist.
  • 80. Dass ein einziger gottesfürchtiger Mann eine ganze religiöse Versammlung das Fürchten lehren kann.
  • 81. Dass es ein Leichtes ist, Leiter für unwissende Seelen zu sein, aber dass es schwierig ist, den Aufgeklärten zu helfen.
  • 82. Dass Jesus und seine Jünger auch heutzutage nicht ertragen werden, obwohl so viel Vorteilhaftes von ihnen geredet wird.
  • 83. Dass sich die alte Natur beim Christ schlecht macht, aber dass sie sich am Kreuz gut macht.
  • 84. Dass ein Christ mit Pfeife im Mund kein gekreuzigtes Christusleben lebt.
  • 85. Dass der Gerechte gehasst wird, weil er sieht, hört und versteht.
  • 86. Dass theologische Schulen überflüssig werden, wo man die Erleuchtung und Leitung des Heiligen Geistes hat.
  • 87. Dass der Gelehrte wie ein Ungelehrter werden muss, ehe er das Reich Gottes annehmen kann.
  • 88. Dass wahres Christentum keine feige Kriecherei ist, sondern ein Leben ohne Furcht und ohne Falsch.
  • 89. Dass sich die Weisheit hinter der Rute der Zucht finden lässt.
  • 90. Dass die praktische Gerechtigkeit bei bekennenden Christen meistens bei weitem nicht verträgt, auf die Probe gestellt zu werden.
  • 91. Dass Einfalt und List einen brüllenden Löwen einfangen können.
  • 92. Dass Gesangvereine dummes Zeug zu ihrer eigenen Ehre singen und unmusikalische Menschen Zions Lieder zum Lob Gottes singen.
  • 93. Dass man um Leiterstellungen streitet, wo es keinen Leiter gibt.
  • 94. Dass man ganz im Gegensatz zu Gottes Wort Geschiedene vermählt und auf diese Weise Hurerei zulässt.
  • 95. Dass der Priesterstand weiter hinuntergehen muss, um die Leute zu finden, für die sie eigentlich als Priester angestellt worden sind.
  • 96. Dass Jesus alle erreicht, weil er zu allen nach unten geht.
  • 97. Dass Rangunterschiede am Holz des Fluches – d. h. gekreuzigt mit Christus – aufhören.
  • 98. Dass der alte Mensch mit all seiner Lehre und Ausbildung im Dienst Gottes unbrauchbar ist.
  • 99. Dass jeder, der Gottes Wort lehrt, sagen können sollte: Folge mir nach, wie ich Christus nachfolge.
  • 100. Dass man, wenn die Gesinnung im Fleisch ist, fleischlich ist, dass man, wenn sie in der Seele ist, seelisch ist, und dass man, wenn sie im Geist ist, geistlich ist.
  • 101. Dass viele Jahr nicht machen klug,
    wenn nicht des Geistes Zucht und Rut‘
    bei allem Tun darf wirken mit
    und lenken uns auf Schritt und Tritt.
  • Dass mancher jung den Tod schon fand,
    des Lebens Morgen ihm entschwand,
    weil es daheim an Rat gefehlt,
    der zeigte, wie man richtig wählt.

    Dass so gelebt hat mancher Mann:
    mit Trug sein Haus er füllte an,
    die Sünde brach mit Macht sich Bahn
    und prägte sein Geschlecht fortan.

    Dass niemand lebt nur ganz für sich.
    dass alles, was ereignet sich,
    vom Tun des Ichs im Jetzt abhängt,
    dies Himmel oder Grauen bringt.

    Dass Satan mit im Spiele ist,
    dass Jesus selber auch da ist,
    wo deine Sach kommt vor Gericht.
    Und beide warten sie auf dich.

    Verantwortung nicht von dir weis,
    du gibst dich sonst der Torheit preis,
    und deine Kinder, Narren gleich,
    bald passen gut in Satans Reich.

    Und sollte es geschehen dann,
    dass eins vor Gott gerecht sein kann,
    denkt es mit Graun und Schreck an dich,
    so können’s machen du und ich.

    Hier nun mit Hunderteins ist Schluss,
    ein jeder selbst entscheiden muss,
    der siegen will im Lebensspiel,
    und ew‘ges Leben finden will.