Gesammelte Schriften Band 4 • 1924 - 1931

Brief an Elias Aslaksen - 1926.11.12

Gesammelte Schriften Band 4 • 1924 - 1931

(Kein Original.)

Horten, 12. November 1926
Lieber Bruder E. Aslaksen,
Friede.

Vielen Dank für deinen lieben Brief aus Fredrikstad, aus dem ich sehe, dass ihr es gut hattet und wieviele versammelt waren. Ich freue mich, dass es nun auch in Fredrikstad Menschen gibt, die ihr Kreuz auf sich nehmen und Kurs auf das himmlische Jerusalem nehmen.

Siehe, ich lege in Zion einen Eckstein. 1. Petr. 2, 6. Dieser Stein ist für die Ungläubigen zu einem Stein des Anstoßes geworden. Dieser Stein muss ja direkt vor den Füßen liegen, da man sich an ihm stößt. Wenn nun der Stein in Zion liegt, dann muss auch Zion tief unten liegen. Wenn man dies in Verbindung damit bringt, dass Jesus hinuntergefahren ist in die Tiefen der Erde, Eph. 4, 9, dann verstehen wir, was er dort unten tat. Er legte das Fundament für den Tempel, der auf dem Grund der Apostel und Propheten ruht und von dem Jesus Christus selbst der Eckstein ist.

Jesus wurde nicht bei Herodes geboren, wo ihn die Weisen aus dem Morgenland suchten. Gott musste sie entgegen ihrer Annahme zu den Tiefen der Erde führen und da fanden sie ihn in einem Stall in einer Krippe. Schon bei seiner Geburt war kein Raum für ihn in der Herberge. Schon da war er außerhalb des Lagers, außerhalb alles Ansehens. Von da aus fuhr er auf über alle Himmel, nachdem er sich als Mensch tief unter alle erniedrigt hatte.

Nun ist es das Trachten der Menschen aufzufahren, aber sie kommen keinen einzigen Zentimeter nach oben, weil sie nicht in die Tiefen der Erde hinabgehen wollen. Erst von hier aus wird es für uns möglich, mit ihm aufzufahren.

Wenn wir dann an die hohe Stellung der Pfarrer in der Welt denken, die nicht mit ihm hinabgehen wollen, hinab von Herodes und Pilatus, hinab von den Ratsherren und Schriftgelehrten, hinunter zum Niedrigen, wie eitel wird dann doch all ihr Bauwerk, da es nicht auf dem Fundament errichtet ist. Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, wurde zu einem Eckstein. Hier ist der Fels, nach dem die Verständigen tief graben, um dann darauf zu bauen.

Für meine Augen ist es verwunderlich, diesen Stein in Zion liegen zu sehen, und dass Zion zum Greifen nahe liegt. Man verachtet also auch Zion. Gott heißt Wunder und wunderbar sind alle seine Werke. Wenn Zion uns so nahe ist, dann können wir uns nicht darüber wundern, dass wir nach Zion gekommen sind.

Wenn du in Drøbak Versammlung hältst, dann lies ihnen bitte diese Zeilen vor, mit einem lieben Gruß von mir an jeden Einzelnen.

Die letzte Konferenz war den Geschwistern in Horten in besonderem Maß zum Segen. Es freut mich, dass du Gelegenheit hast, die Geschwister zu besuchen. Auch das ist Gottes Güte. Ich habe die Bibel aufs Geratewohl aufgeschlagen, um ein Wort für dich zu finden, und ich fand sofort etwas, was kein Geratewohl war, nämlich: 1. Tim. 6, 13ff. Mein Zeugnis ist: Apg. 24, 16. Grüße an die Gemeinde in Drøbak mit Apg. 2, 42.

Liebe Grüße.

Dein

J. O. Smith