Gesammelte Schriften Band 4 • 1924 - 1931

Brief an Elias Aslaksen - 1925.11.04

Gesammelte Schriften Band 4 • 1924 - 1931

(Kein Original.)

Horten, 4. November 1925
Lieber Br. E. Aslaksen,
Friede.

Nun schicke ich dir Brief Nr. 2 von N. N. Ich weiß fast nicht, was ich dazu sagen soll. Ich möchte mich am ehesten an deine Worte halten, die sinngemäß ungefähr so lauten: „Man kann und soll nicht von sich glauben, alles zu verstehen. Zu meinen, man wisse etwas, und dies als vollständig sicher zu behaupten, ist verkehrt und zeigt nur, wie unreif man ist.“ Dies passt überall gut, wo man als jemand auftritt, der die Dinge weiß und versteht.

Ich weiß nur, was die Schrift über das Säen sagt. Man sät nicht das, was entstehen wird, sondern nur ein Samenkorn. So wird ein natürlicher Leib gesät und es wird auferstehen ein geistlicher Leib. Inwieweit es einen Lebenskeim gibt in dem natürlichen Leib, der gesät wird, und ob Gott aus diesem Keim einen geistlichen Leib formt oder nicht, darüber kann ich nichts sagen. Wir wissen nur, dass ein geistlicher Leib auferstehen wird, und das ist uns ja genug. Wir wissen auch, dass alle aus den Gräbern auferstehen werden, ob sie nun Böses oder Gutes getan haben. Man braucht sich nicht den Kopf darüber zu zerbrechen, ob Gott es so oder so macht. Darum geht es im tiefsten Sinn auch nicht, sondern eher darum, dass man von sich meint, etwas zu wissen.

Mit den Fremdworten in meinem Brief, die N. N. erwähnt, sind sicher die Namen Katharina Booth, Finney, Fenelon, Terstegen gemeint. Ich erwähnte, dass Mme Guyons Schriften zu großem Segen für diese geworden waren.

„Skjulte Skatte“ ist ja keine Bibel, sondern nur ein Monatsblatt, in dem versucht wird Erläuterungen zu geben. Jeder muss ja selbst prüfen, was das Beste ist. Mme Guyon war wie wir nur ein Mensch, aber die es lesen und beurteilen, sind ja auch Menschen.

Die Bewerbungensfrist für die Stelle als Verwalter des Hauptarsenals ist am 23. Oktober abgelaufen. Ich habe mich jedoch nicht beworben. Es würde evtl. Sinn und Gedanken in Beschlag nehmen und das widerstrebt mir. Es ist nie meine Berufung gewesen, mich ausschließlich der Arbeit in der Gemeinde zu widmen, es ist aber dennnoch so, dass ich so frei wie möglich sein muss.

Grüße die Geschwister. Sei selbst mit einem Wort gegrüßt, das ich soeben aufs Geratewohl für dich in der Bibel fand, nämlich Pred. 9, 10. Beachte: „tun mit deiner Kraft“, vgl. Ri. 6, 14. Möge Gott deinen Dienst segnen. Wir haben in unseren Gebeten an dich gedacht.

Dein ergebener Bruder

J. O. Smith