Gesammelte Schriften Band 4 • 1924 - 1931

Skjulte Skatter 1925-05 - Der alte Mensch und das Gesetz

Gesammelte Schriften Band 4 • 1924 - 1931

Der alte Mensch und das Gesetz

Gott gab Abraham das Erbe durch eine Verheißung. In seiner Nachkommenschaft, das ist Christus, sollten alle Geschlechter der Erde gesegnet werden. Das Gesetz, das 430 Jahre nach Abraham gegeben wurde, konnte die Verheißung nicht aufheben. Das Gesetz gibt keine Verheißung, sondern es führt den Menschen unter das Gericht durch seine heiligen Forderungen, die vom natürlichen Menschen niemals erfüllt werden können, auch wenn er allen guten Willen dransetzt. Das Gesetz ist nützlich für den, der es auf die richtige Weise benutzt. Wer sich unter dem Gesetz als gleichgültig erweist, wird es nie los. Aber wer sich mit Macht vorwärts drängt, wird bald merken, dass das Gesetz gut ist, aber dass etwas bei mir selbst nicht so ist, wie es sein soll. Das Gesetz wird die gefallene Natur entlarven, sodass es wahr wird, was geschrieben steht: „So ist das Gesetz unser Zuchtmeister gewesen auf Christus hin.“ Unser alter Mensch kann ein heiliges und gerechtes Gesetz nicht halten, die gefallene Natur muss gekreuzigt werden und sterben. Dieses Sterben wurde von Christus auf die Weise zustande gebracht, dass er Fleisch und Blut angenommen hat wie die Kinder, doch im Gehorsam gegenüber dem Vater erfüllte er nie die Forderungen, die vom Leib kamen. Dadurch wurde sein Leib ein Opfer, in dem die Forderung des Gesetzes erfüllt wurde. Dieser Prozess ist es, der sich ständig in den Seelen wiederholt, die auf dem Weg der Heiligung wandeln. Der Leib wird als ein lebendiges und Gott wohlgefälliges Opfer hingegeben. Die Forderungen der Lüste des Leibes (der Sünde im Fleisch) werden unter dem Treiben und der Wegleitung des Geistes Gottes verleugnet. Dabei entstehen Leiden im Fleisch, aber für den Geist gehen die Herrlichkeit und die Bedeutung des Erbes auf. Hier bekommt man durch Glauben Anteil an den Verheißungen Abrahams.

„Ehe aber der Glaube kam, waren wir unter dem Gesetz verwahrt und verschlossen auf den Glauben hin, der dann offenbart werden sollte.“ Gal. 3, 23. Dieses Verwahrtsein begrenzte die Übertretungen und gab uns Gelegenheit, das Gesetz zu betrachten, und man fand dessen Forderungen angemessen und gerecht, und man bekam Gelegenheit, sich selbst zu sehen und fand heraus, dass ein verdorbener Mensch einem heiligen und gerechten Gesetz gegenüberstand. Es war nichts anderes zu tun, als sich Christus zuzuwenden, um des Rätsels Lösung zu erhalten. Und hier sah man, dass alle, die Christus angehören, das Fleisch samt den Lüsten und Begierden gekreuzigt haben. Durch seine Kreuzigung sind wir gekreuzigt, und durch sein Sterben sind wir gestorben. Ja, nicht nur das, mit ihm sind wir auch begraben worden durch die Taufe; dadurch sind wir mit ihm auch auferstanden durch den Glauben an die Kraft Gottes, der ihn auferweckt hat von den Toten. Kol. 2, 12.

Also, durch den Glauben an die Kraft Gottes sind wir auferweckt mit ihm. In der Taufe haben wir durch den Glauben Christus Jesus angezogen, um jetzt als Auferstandene in einem neuen Leben zu wandeln. Wir tragen – als Auferstandene – ein Fleisch an uns, das das Gottes Reich nicht erben wird, das aber bei Jesu Wiederkunft verwandelt wird oder wir entschlafen in Christus, falls wir seine Wiederkunft nicht erleben. Dieser Leib ist es, der als ein Gott wohlgefälliges Opfer hingegeben werden soll. In diesem Fleisch können wir Gemeinschaft mit Christus in seinen Leiden haben, und in diesem Fleisch haben wir Gelegenheit, am Wachstum des Leibes teilzuhaben und göttliche Natur anzuziehen. Die Treue in diesem Leib wird unseren Lohn in der Ewigkeit bestimmen, denn ein jeglicher wird empfangen, wie er bei Lebzeiten gehandelt hat, es sei gut oder böse.

Als Auferstandene mit Christus sind wir los vom Gesetz, aber Christus gesetzmäßig unterworfen in seinem Leib.