Auszug aus einer Bibelstunde in Fredrikstad am 13. Januar 1930
„Da bildete Gott der Herr den Menschen, Staub von der Erde, und blies den Odem des Lebens in seine Nase, und so wurde der Mensch eine lebendige Seele“ 1. Mos. 2, 7.
Um die Zusammensetzung des Menschen verstehen zu können, müssen wir ganz an den Anfang zurückgehen. Der menschliche Leib wurde aus Staub von der Erde gebildet, aber es war noch kein Leben in ihm. Doch dann blies Gott ihm den Odem des Lebens in seine Nase, und so wurde der Mensch eine lebendige Seele.
Was ist nun die Seele? In 3. Mos. 17, 11 (ELB) heißt es: „Denn die Seele des Fleisches ist im Blute, und ich habe es euch auf den Altar gegeben, um Sühnung zu tun für eure Seelen; denn das Blut ist es, welches Sühnung tut durch die Seele.“
„Der erste Mensch, Adam, wurde zu einer lebendigen Seele, der letzte Adam zu einem lebendig machenden Geist.“ 1. Kor. 15, 45. Der erste Adam fiel in Sünde und wäre rettungslos verloren gewesen, wenn Gott nicht seinen Sohn, den zweiten Adam, gesandt hätte. Darum musste Jesus wie die Kinder Fleisch und Blut annehmen, um denen zu Hilfe zu kommen, die in Fleisch und Blut waren. Hebr. 2, 14. Jesus bekam wie der erste Adam auch eine Seele. Er wurde unter dem Gesetz geboren, um diejenigen, die unter dem Gesetz waren, zu erkaufen. Die Sache war aber, dass Jesus seine Seele, sein Leben in dieser Welt, ausgeschüttet hat. „Aber dem Herrn gefiel es, ihn zu zerschlagen; er ließ ihn leiden. Wenn er sein Leben zum Schuldopfer gegeben hat, so wird er Nachkommen sehen und seine Tage verlängern; und das Vorhaben des Herrn wird in seiner Hand gelingen.
Darum will ich ihm die Vielen zum Anteil geben, und er wird Starke zum Raub erhalten, dafür, dass er seine Seele dem Tod preisgegeben hat und sich unter die Übeltäter zählen ließ.“ Jes. 53, 10 und 12.
Wir sind von Natur aus wie der erste Adam – eine lebendige Seele – die von Gott abgefallen ist. Doch wir können in Christus dadurch auferweckt werden, dass wir Gott um Vergebung und um Kraft bitten, in einem neuen Leben zu wandeln. Unser Leben in dieser mit den Sinnen erfassbaren Welt geht dann zugrunde. Habsucht, der Augen Lust, des Fleisches Lust und hoffärtiges Leben hören auf, wenn wir in einem Leben nach dem Willen Gottes wandeln. Wir, die wir in dieser Welt ganz zuhause waren, sterben ihr ab. Es geht mit uns wie mit Jesus, der seelische Mensch stirbt, die Seele wird ausgeschüttet; wir gehen durch das Blut Jesu in das Heiligtum, Hebr. 10, 19, und finden eine ewige Erlösung. All unser Interesse verändert sich – davon, irdisch zu sein, dahin, himmlisch zu werden. „Sondern ihr seid gekommen zu dem Berg Zion und zu der Stadt des lebendigen Gottes, dem himmlischen Jerusalem, und zu Zehntausenden von Engeln, zu der Festversammlung und zu der Gemeinde der Erstgeborenen […] und zu Gott, dem Richter über alle, und zu den Geistern der vollendeten Gerechten, und zu Jesus, dem Mittler des Neuen Bundes.“ Hebr. 12, 22 ff.
Wir müssen am Richter vorübergehen, um all diese Herrlichkeit erreichen zu können. Denn das Gericht beginnt an dem Haus Gottes, an uns. Das Urteil wird bei uns in vielen Fällen ein Freispruch, Röm. 5, 16, wenn wir die Gesinnung haben, uns selbst zu richten. Sich selbst zu richten ist dasselbe, wie sein Leben in dieser Welt zu verlieren. Sein Leben zu verlieren ist dasselbe, wie alles Irdische und Sinnliche seiner Seele in den Tod auszuschütten. Das heißt, der Sünde bis aufs Blut zu widerstehen. Der Hohepriester im Alten Bund trug das Blut (die Seele) in das Heilige, Hebr. 13, 11, so auch im Neuen Bund. Unsere Seele (das Blut, das Leben in dieser Welt), das Irdische und das, was wir mit unseren Sinnen verstehen, wird ausgeschüttet und von unserem himmlischen Hohepriester Jesus Christus in das Heiligtum hineingetragen. Dort wird dieses Blut einer der Hauptzeugen sein, dass wir unser Leben in dieser Welt verloren haben und dass wir es im Heiligtum für ein ewiges Leben bewahrt haben. Denn drei sind, die das bezeugen: der Geist und das Wasser und das Blut; und die drei stimmen überein. Dies ist Gottes Zeugnis, und das ist größer als der Menschen Zeugnis. 1. Joh. 5.
Wenn nun Jesus durch das Blut des ewigen Bundes von den Toten heraufgeführt wurde, dann werden wir mit ihm in demselben Blut des Bundes auch von den Toten heraufgeführt werden. Hebr. 13, 20. Doch können wir nicht von den Toten heraufgeführt werden, bevor wir nicht in Wahrheit mit ihm gestorben sind. „Seid ihr nun mit Christus auferstanden, so sucht, was droben ist, wo Christus ist, sitzend zur Rechten Gottes. Trachtet nach dem, was droben ist, nicht nach dem, was auf Erden ist.“ Kol. 3, 1-2. Der seelische Mensch trachtet nach irdischen Dingen, aber der geistliche Mensch sehnt sich nach dem, was droben ist.
Weil nun Jesus seine Seele in den Tod ausgeschüttet hat, hat Gott ihn auferweckt, indem er die Wehen des Todes auflöste, weil es ja unmöglich war, dass er von diesem festgehalten werden konnte. Zudem ruhte sein Fleisch auf Hoffnung. Seine Seele wurde nicht dem Totenreich preisgegeben und sein Leib hat die Verwesung nicht gesehen. Warum? Weil in seinem Mund kein Falsch gefunden wurde und weil er immer seinem Vater gehorsam war. Der Fürst dieser Welt hatte keinen Teil an ihm. Der Fürst dieser Welt stand machtlos da, das heißt, seine Macht gegenüber der Person Jesu war zermalmt. Wer jetzt Jesus gehorchen will, bekommt Seinen Geist und Seine Gesinnung, sowie die Kraft, um das Böse und den Fürsten dieser Welt zu überwinden.
Aus der Frucht der Lenden Davids sitzt nun einer für immerdar auf seinem Thron; denn David hat in seiner prophetischen Schau von der Auferstehung des Messias geredet. Er ist der König Israels und unser großer Hohepriester. Apg. 2. Er gibt uns von Seinem Geist und Seiner Kraft, von demselben Geist, in dem er sich selbst opferte. Und das tut er, damit auch wir Geist und Kraft bekommen, uns selbst nach dem Fleisch zu opfern und lebendig gemacht zu werden nach dem Geist.
Wenn wir in Christus leben, dann sind wir in dem Gesetz Christi. 1. Kor. 9, 21. Wir sind nicht ohne Gesetz vor Gott. Aber wer sündigt, gibt dem Gesetz Kraft; denn die Kraft der Sünde ist das Gesetz. Das heißt, wenn ich mich hier in Fredrikstad still und ruhig verhalte, hat die Polizei keine Macht über mich. Übertrete ich aber die Vorschriften der Polizei, dann bekommt das Gesetz Kraft über mich und somit auch diejenigen, die es durchsetzen.
Nun aber ist Jesus gekommen, um den Tod und alle Gesetzesübertretungen zunichte zu machen und er hat Leben (göttliches Leben) und Unvergänglichkeit durch das Evangelium ans Licht gebracht. 2. Tim. 1, 10.
Hiermit haben alles Gesetz und alle, die das Gesetz durchsetzen, für immer ihre Macht über uns verloren.
Dies ist etwas vom Geheimnis der Gottesfurcht: Christus geoffenbart im Fleisch, gerechtfertigt im Geist usw. 1. Tim. 3, 16. Wer sich an diesem Leben vergreift, wird selbst ein Übertreter, denn dieses Leben ist der personifizierte Gehorsam gegenüber dem Gesetz.
