Gesammelte Schriften Band 4 • 1924 - 1931

Skjulte Skatter 1929-09 - Von der Wirksamkeit in Dänemark und Schweden 1929

Gesammelte Schriften Band 4 • 1924 - 1931

Die Geschwister aus Dänemark lassen herzlichst grüßen

„Es ist aber nahe gekommen das Ende aller Dinge. So seid nun besonnen und nüchtern zum Gebet.“ 1. Petr. 4, 7.

Bruder Sigurd Bratlie aus Oslo und ich sind gerade von einer Reise nach Dänemark zurückgekommen. Wir besuchten Ålborg, Fredericia und Kopenhagen. Überall bekamen wir den Eindruck, dass das Volk Gottes zerrissen und versprengt ist. Nicht zuletzt haben unbewährte und gottlose Prediger das Ihre getan, die Herde zu zerstören. Die leichtfertige Verkündigung – ohne Kreuz – hat überall Verwüstung hinterlassen, und im Schutz dieser Lehre hat das Fleisch in seinen Lüsten schwelgen können. Durch Gottes Gnade verkündigten wir daher überall Kreuz und Tod über alles Fleisch. Viele vernünftige Menschen verstanden, dass das genau die Verkündigung war, die in unserer Zeit gebraucht wird. Aber selbstverständlich mussten wir hier, wie auch sonst, nur in kleineren Kreisen Versammlungen halten, da ja die Leiter der größeren Versammlungen noch so rückständig sind, dass sie Angst vor dem Wort vom Kreuz haben. Doch der Sauerteig wirkt überall und reißt in jeder Versammlung die Gottesfürchtigsten mit. Ob es den Leitern nun gefällt oder nicht, werden ihre Versammlungen schließlich ihren kräftigen Kern verlieren, und sie werden mit der Form und der Schale dastehen, mit dem Namen zu leben, trotz Tod. Mögen sie doch zur Besinnung kommen!

Es war das erste Mal, dass jemand von uns in Ålborg war, aber Gott war mit uns, und es ging ausgezeichnet. Ich glaube, dass mehrere Verzweifelte Hoffnung und eine Schau für den Weg aus dem Elend heraus bekamen. Es war rührend zu sehen, wie gut sie uns aufnahmen und welches Vertrauen sie uns entgegenbrachten, obwohl wir fremd waren. Möge Gott sie segnen und ihnen Licht geben. In Fredericia hielten wir zwei öffentliche Versammlungen, zu denen die dort wohnenden treuen Geschwister kamen, doch ansonsten fanden sich nur wenige ein. Doch freuten wir uns gemeinsam mit den lieben Geschwistern, die seit der Zeit, als mein Bruder Aksel hier Versammlungen gehalten hatte, treu gewesen sind und trotz vieler Belastungen ausgehalten haben.

In Kopenhagen kamen wir mit mehreren aufrichtigen Seelen in Kontakt, die wie zerstreute Schafe auf den Bergen Israels waren. Wir hatten mehrere Bibelstunden zusammen, und ich glaube, dass das dazu führte, dass die Geschwister dort unten mehr als je zuvor geöffnete Augen dafür bekamen, dass alles Hohe und Große erniedrigt werden muss und dass die glimmenden Dochte und geknickten Rohre aufgerichtet und zu einer Schar versammelt werden sollen. Die Geschwister wollen sich jetzt bei Br. Ejner Kristensen in Amager versammeln. Er ist ein stiller und bescheidener Mann, der gewiss nicht unbedacht daherreden oder jemanden verscheuchen wird. Möge Gott ihn und die Geschwister dort segnen.

Wir machten auch einen Abstecher nach Malmø in Schweden, wo wir ganz fremd waren. Wir verteilten einige „Skjulte Skatter“ und fuhren über Kopenhagen hierher zurück. Es ist beeindruckend, wenn man vom Geist Gottes in die zuvor bereiteten Werke hineingeführt wird. Alles liegt dann offen und bereit da. Das durften wir in Wahrheit auch während dieser Reise erfahren. Wir, die wir glauben, gehen in die Ruhe ein. Mit jeder Bibelstunde und jedem Ort hat man den Eindruck, ein Werk getan zu haben und ruht von diesem; während die Zeit über unser Haupt hinweggeht. Alles erinnert an das endgültig Abschließende, und alles zielt in die Richtung, dass sich das Ende aller Dinge naht. Lasst uns daher nüchtern sein und am Gebet anhalten, während wir unsere Aufgabe für die Menschen versehen – und dabei vor dem Angesicht Gottes stehen.

Da ich mir meiner Begrenzung bewusst bin, dass es nicht meine Aufgabe ist, vor der Menge zu reden, hoffen wir, dass durch die Gnade Gottes ein anderes Mal Br. Aslaksen nach Dänemark mitkommen kann, und dass wir dann einen Saal mieten können, sodass jeder die Gelegenheit bekommen kann zu hören. Denn die Gnadengaben sind verschieden, doch der Geist ist derselbe. Da wir aber denselben Geist des Glaubens bekommen haben, darum glauben wir, und darum reden wir auch. Und wir wissen, dass, wenn die innere Einheit und Stärke der dänischen Geschwister zunimmt, dann werden wir mit ihnen zusammen noch viel weiter gelangen – auch hin zu den Aufrichtigen in anderen Lagern. Wir haben nämlich noch eine Menge Schafe, die nicht aus diesem Stall sind, sondern vorläufig unter der Vormundschaft der Mietlinge stehen. Auch diese sollen erlöst werden und zur herrlichen Freiheit der Kinder Gottes kommen. Auf dieses Ziel arbeiten wir hin, das streben wir an, und dieses Ziel wird erreicht werden. Am Tag der Not bekommen die Aufrichtigen nämlich Flügel, und so fliegen sie über die hohen Mauern der Parteigrenzen und über die Köpfe ihrer Leiter hinweg – wie Fluggeräte zu ihren Taubenschlägen. Es sind bereits viele von diesen am Herzen beschnittenen Juden nach Hause gekommen. Ihre Leiter beobachteten sie mit dem Fernglas, solange sie sie sehen konnten, doch dann verschwanden sie am Horizont. Selige Freiheit, seliges Land der Verheißung, darin Milch und Honig fließt! Bald kommen, trotz Warnungen, trotz Widerstand, ganze Scharen. Sie spüren ihre eigene Natur und folgen dieser in Richtung Freiheit, Sommer und Sonne. Die Hüter des Gesetzes besitzen weder Mittel noch Kraft, sie zurückzuhalten. Dieses internationale göttliche Leben folgt seinen eigenen Gesetzen und seinen eigenen Bahnen. Halleluja.