Gesammelte Schriften Band 4 • 1924 - 1931

Skjulte Skatter 1929-03 - „Der Weg Gottes“ – „Heiligung“

Gesammelte Schriften Band 4 • 1924 - 1931

„Der Weg Gottes“ – „Heiligung“

Niemand wird geheiligt, ohne genau auf sich selbst Acht zu haben. Sich selbst im Licht des Geistes zu erforschen, bringt Erkenntnis über einen selbst und über Gott. Wenn wir erst eine gründliche Erkenntnis über uns selbst bekommen haben, dann haben wir es später im Leben leichter, uns vor dem Angesicht Gottes rein und unsträflich zu bewahren. Paulus hat seine eigene Person studiert und hat uns in Römer 7 eine hervorragende Beschreibung von sich selbst im Verhältnis zu den Gesetzen Gottes gegeben. Darum ist dieses Kapitel auch die Grundlage schlechthin für die Heiligungslehre.

Im erwähnten Kapitel schreibt er an solche, die „das Gesetz kennen“. Wie viel er hier doch mit nur wenigen Worten aussagt! Das Gesetz kennen! Wer unter dem Gesetz ist, kennt das Gesetz nicht, weil er nicht dessen Absicht kennt. Man muss also durch das Gesetz vom Gesetz los sein, um das Gesetz zu kennen. Römer 7 gilt daher freigemachten Seelen, die eine Zeit ihres Lebens unter dem Gesetz waren, aber nun davon frei geworden sind. Röm. 7, 4.

Solange wir unter dem Gesetz waren, waren wir an das Gesetz gebunden. Nun aber sind wir durch den Leib Christi vom Gesetz frei geworden, damit wir Gott Frucht bringen können.

Unter dem Gesetz existiert also keine Heiligung. Wir müssen in den „Leib Christi“ hinein, um dem Bild des Sohnes gleichgestaltet zu werden.

Ist das Gesetz denn Sünde, wenn ich durch dieses nicht geheiligt werden kann? Nein – das sei ferne! Es ist heilig, gerecht und gut. Aber die Sünde erkannte ich nicht außer durchs Gesetz. Ich hätte meine verdorbene Natur nicht erkannt, wenn ich nicht versucht hätte, ein heiliges Gesetz zu halten. Das Gesetz brachte mir also Erkenntnis über meine völlige Verdorbenheit. Doch gerade diese Offenbarung über völlige Verdorbenheit – das ist der Tod Christi. Er, der von keiner Sünde wusste, wurde für uns zur Sünde gemacht. Da hängen wir nun am Kreuz – am Fluchholz – mit ihm zusammen.

Diese Glaubensstellung ist während des gesamten Heiligungsprozesses beizubehalten.

Jetzt sind wir fertig mit uns selbst und mit dem Gesetz. Wir wissen, dass in uns selbst nichts Gutes wohnt.

Es wohnt im Gegenteil viel Böses in uns selbst. Es ist all dieses Böse, das nun während der Heiligung sterben und zunichtewerden soll – innerhalb des Leibes – am Kreuz.

Wir müssen lernen, den Unterschied zwischen dem zu verstehen, dem Gesetz getötet zu sein durch den Leib Christi und innerhalb eben dieses Leibes einen Tod erreicht zu haben. Röm. 7, 4 und Phil. 3, 10.

Der ganze Heiligungsprozess liegt zwischen diesen zwei Arten des Todes.

Der erste Tod vom Gesetz ist ein angerechneter Tod um Jesu willen. Der zweite Tod in Christi Leib ist ein angeeigneter Tod durch Gehorsam und Treue gegenüber dem Heiligen Geist.

Alles, was nun zwischen dem hier genannten ersten und zweiten Tod vor sich geht, gilt es daher, durch den Heiligen Geist, im Licht der Schrift und im praktischen Leben genauer zu erforschen.

Nun stehen wir da, voll ausgerüstet mit dem Heiligen Geist als innewohnende Kraft und mit einem Fleisch, in dem nichts Gutes wohnt. Jetzt müssen wir also zusehen, dass wir uns so gut wir können, vorwärtsarbeiten. Wo Jesus hinging, wissen wir, und den Weg wissen wir. Der Weg, den er ging, führte ganz durch das Fleisch, in dem nichts Gutes war. Das war der Vorhang, der von Gott trennte. Nun wissen wir den Weg. Auf diesem Weg treffen wir alle unsere Feinde, aber sie sind unser Brot. Es gibt also viel Speise auf diesem neuen und lebendigen Weg. Und wir wissen, dass Jesus sein Fleisch für das Leben der Welt gab und dass sein Fleisch „die wahre Speise“ ist.

Bethlehem, wo Jesus geboren wurde, bedeutet Brothaus. Wir können aber auch sagen, dass der Leib Jesu das Brothaus selbst ist.

Warum dann so kümmerlich wenig und schlechte geistliche Ernährung?

Dies kommt daher, dass man nicht schlachtet und isst. „Schlachte und iss!“, sagte die himmlische Erscheinung zu Petrus. Man benützt nicht das Schwert des Geistes!

Man ist vorsichtig, um nicht den reichen Großhändler zu verärgern, der in finanzieller Hinsicht ein so großer Segen für die Gemeinde ist. Und die vornehme Frau mit dem goldenen Armband ist ja wie die Liebe selbst; denn was könnte wohl die Frauenmission ohne ihre wertvolle Unterstützung ausrichten? Und dann auch alle die anderen, die ja so leicht Anstoß nehmen und in eine andere Versammlung wechseln könnten.

Ach und weh! Fleisch an allen Ecken und Enden! Wach auf, Schwert, hau drein zur Rechten und Linken. Lasst uns dafür sorgen, dass wir etwas haben, von dem wir leben können; denn „Des Herrn Schwert ist voll Blut.“ Jes. 34, 6. An einem solchen Schlachttag kann man sein Herz zufrieden stellen. Ps. 149, 6; Jer. 48, 10; Mt. 10, 34.

Weg mit fleischlicher Vorsicht! Schwert über die Schwätzer! Und Schwert über jeden, der wegen Einkünften, wegen eitlen Gewinns, sein Schwert aufhält, dass es nicht Blut vergießt.

Warum gibt es dann Trockenheit und Trägheit in der Versammlung? Man schlachtet zu wenig und isst zu wenig. Darum sitzen ein paar geistlich verkrüppelte Geschöpfe auf den Bänken herum, die alle an Unterernährung leiden.

Jetzt haben wir im Saal einen guten Schlachttag gehabt. Jetzt leben wir, weil wir Speise bekommen haben – und dann gehen wir wieder heim und forschen in der Goldgrube. Röm. 7.

Denn ich weiß nicht, was ich tue. V. 15. Ein verwunderlicher Punkt! Weiß ich nicht, was ich tue? Doch, du weißt, was du nach deinem eigenen Verstand tust; aber dieser taugt ja nichts nach Gottes Verstand. Du weißt nicht, was du tust – ob das Ergebnis in den Augen Gottes gut oder böse sein wird. Manche sagen: „Wenn ich einen Kranken besuche, dann weiß ich, dass ich etwas Gutes getan habe.“ Weit gefehlt! Der Kranke kann vielleicht deine Nähe nicht ertragen, und einer, der besser ist als du, muss dastehen und warten, bis es dir gefällt, zu gehen. Und dann gehst du nach Hause mit dem Gefühl, etwas Gutes getan zu haben. Aber war es wirklich gut? So können wir damit fortfahren, in die Details zu gehen. Der weise Paulus sagt: „Ich weiß nicht, was ich tue“ – und niemand sollte sich besser dünken als er. Abraham zog im Glauben aus, ohne zu wissen, wohin er kommen würde.

Denn ich tue nicht, was ich will; sondern was ich hasse, das tue ich.

Nur Menschen, die wach sind, können die Weisheit in diesem finden: Was ich hasse, das tue ich. Trotz Geistestaufe, trotz Zungenrede, trotz der Gabe der Weissagung: Was ich hasse, das tue ich.

Z. B.: Mache dir klar, was du willst. Nimm dir eines der besten Werke vor, die du weißt. Befleißige dich, es so gut zu machen, wie du kannst und so sorgfältig, wie du vermagst. Wenn dieses Werk dann ausgeführt ist, du nach Hause kommst und in deinem Herzen darüber nachdenkst, wirst du herausfinden, dass man es ganz anders hätte machen können. Du hast Menschen getroffen, mit denen du dann ein unnötiges Gespräch hattest. Die Person, mit der du reden wolltest, war nicht gut aufgelegt und du wurdest selbst etwas bedrückt. Du hattest nicht den richtigen Zeitpunkt gewählt usw. usw. Deine Absicht war gut, aber du hassest das, was du hinbekommen hast; denn es wurde nicht dem gerecht, was du dir vorgenommen hattest. Und so gab es auch niemanden, für den das wertvoll war, was du getan hast. Du findest bei dir selbst heraus, dass so viel von deinem eigenem „Ich“ daran klebte. Es wird schlimmer und schlimmer, je mehr du darüber nachdenkst. Das einzige, was hilft, ist zu vergessen, was dahinten ist und weiter dem nachzujagen, was da vorne ist.

Aber etwas hast du dadurch gelernt. Du hast gelernt, dass deine besten Werke wie ein beflecktes Kleidungsstück sind. Du hast gelernt, dich selbst zu hassen und dich selbst zu richten. Du hast auch gelernt, was es heißt, nicht ohne Gesetz vor Gott, sondern in dem Gesetz Christi zu sein. 1. Kor. 9, 21. Du hast gelernt, dass Gottes Licht über deine Werke da ist, damit du noch weiter gereinigt wirst und in eine tiefere Einsicht und ein tieferes Verständnis hineingehst. Der Tod ist wirksam in dir, damit das Leben offenbar werde.

Ist es dann so gefährlich, das zu tun, was man hasst? Nein gar nicht! Aber es ist gefährlich, wenn man nicht wach genug ist zu erkennen, dass man etwas getan hat, das man weitaus besser hätte tun können.

Dies war die eine gute Lektion in der Heiligung, und das nächste Mal, wenn wir etwas tun, was wir hassen, sind wir mehr gereinigt als beim ersten Mal.

Wie lange muss ich denn das tun, was ich hasse? Nun, solange noch ein Funke Leben in dir ist. Denn auf diese Weise verlieren wir das Leben. Denn solange es noch etwas von der Sünde in meinem Fleisch gibt, wird etwas von dieser Sünde an meinen Werken kleben.

Niemand wagt wohl zu behaupten, dass es besser wäre, die Einstellung zu haben, dass alles, was wir taten, so besonders gut ausgeführt, ohne Flecken und Runzeln, vollkommen göttlich usw. war. Wenn dem so wäre, nehme ich an, dass der Betreffende bald einen Platz zusammen mit Satan „im fernsten Norden“ einnehmen würde.

Römer 7, das die freien Versammlungen und Pfingstler fast dem Gesetzesknecht zuschreiben, ist für uns eine Goldgrube, aus der Verstand zu bekommen ist. Ich hoffe, dass die oben genannten lieben Geschwister auch bald ihre Augen dafür aufbekommen und ihren gründlichen Irrtum erkennen.

Ein anderes Gesetz in den Gliedern

Paulus sah ein anderes Gesetz in seinen Gliedern! Wenn man sich in den Versammlungen streitet, so ist das andere Gesetz wirksam. „Woher kommt der Kampf unter euch, woher der Streit? Kommt’s nicht daher, dass in euren Gliedern die Gelüste gegeneinander streiten?“ Jak. 4, 1. Auch Jakobus sah dieses Gesetz! Und diejenigen, an die er schrieb – ja, ich bezweifle, dass sie dieses Gesetz sahen. Jakobus musste sie ja darüber unterrichten. Ich nehme an, dass sie sich der Geistestaufe rühmten und an ihren zehn Fingern ihre Gnadengaben und die Begriffe ihrer reinen Lehre abzählten. Trotzdem aber stritten die Gelüste gegeneinander in ihren Gliedern.

Was ist also zu tun?

Da, wo ich aus allen meinen Kräften gegen dieses Gesetz kämpfe und dennoch von dem Gesetz der Sünde in meinen Gliedern gefangen genommen werde, genau da ist meine geistliche Begrenzung. Das ist mein Fleisch. Ich tue, was ich hasse; ein „Werk des Leibes“ kommt hervor. Was für eine Art von Werk ist nun das? Das ist ein Werk, das dich die Sünde in deinem Fleisch zu tun gezwungen hat, weil du noch nicht reif genug und stark genug und geistlich genug warst, es zurückhalten zu können. Ja, aber ist dies nicht eine gewöhnliche Sünde, wie sie in Gal. 5, 19 erwähnt ist, nämlich ein Werk des Fleisches? Nein, denn ich diente dem Gesetz Gottes mit dem Gemüt und das tun diejenigen nicht, die Werke des Fleisches tun. Aber, was soll ich nun tun, um dieses „Werk des Leibes“ loszuwerden? Dieses soll durch den Geist getötet werden, dann werde ich leben. Röm. 8, 13. Jetzt bin ich wieder frei wie ein Vogel. Aber jedes Mal, wenn ich etwas tue, was ich nicht habe tun wollen, muss ich es töten. Auf diese Weise werde ich immer umsichtiger, immer schärfer gegenüber der Sünde und mehr und mehr geheiligt. Die Sünde in den Gliedern oder „der Leib der Sünde“, Röm. 6, 6, wird immer mehr zunichtegemacht. Für alle bewusste Sünde sind wir gekreuzigt, doch die unbewusste sitzt noch in unseren Gliedern. Denn als solche, die von der Sünde frei geworden sind, sind wir Gottes Knechte geworden und haben darin unsere Frucht, dass wir heilig werden. Röm. 6, 22.

Wir müssen daher mit Paulus sagen: „Ich elender Mensch! Wer wird mich retten von diesem Leibe des Todes?“ (ELB)

Der Leib des Todes ist der Leib, der sterben soll. In diesem Leib wohnt die Sünde. Selbst, wenn sie nicht über mich herrschen kann, was offenbare Sünden betrifft, so vermögen wir dennoch nicht zu siegen, wo wir fleischlich sind. Daraus folgt, dass wir die bestehenden Verhältnisse anerkennen und sagen müssen:

„Dank sei Gott durch Jesus Christus, unsern Herrn! So diene ich nun mit dem Gemüt dem Gesetz Gottes, aber mit dem Fleisch dem Gesetz der Sünde.“ Röm. 7, 25.

Und nun möchte ich fragen: Gibt es hier in dieser Welt einen Menschen, der es zu mehr bringen kann, als dem Gesetz Gottes mit seinem Gemüt zu dienen? Alle müssen wohl sagen: Nein, zu mehr kann man es nicht bringen.

Jetzt will ich abermals fragen: Gibt es in der ganzen Welt einen Menschen, der dem Gesetz Gottes mit seinem Fleisch dienen kann? Jeder vernünftige Mensch muss „Nein“ antworten.

Wir dienen also mit unserem Gemüt dem Gesetz Gottes, aber mit unserem Fleisch dem Gesetz der Sünde. Daran gibt es keinen Zweifel. Zwei waren im Leib der Rebekka, und sie stießen einander. Der eine war geliebt, der andere war gehasst – noch ehe sie geboren waren. Isaak hatte die Verheißungen, aber dennoch musste ein Esau aus seinem Leben ausgesondert werden.

Ist es dann verwunderlich, dass auch aus unserem Leben ein Esau ausgesondert wird? Wir sind wohl nicht zu gut dafür!

Schwierigkeiten sind da, um überwunden zu werden!

Es ist merkwürdig, dass es keine Verdammnis gibt, wenn ich dem Gesetz Gottes mit meinem Gemüt diene, obwohl ich naturnotwendig dem Gesetz der Sünde mit meinem Fleisch dienen muss.

„Denn das Gesetz des Geistes des Lebens in Christus Jesus hat mich frei gemacht von dem Gesetz der Sünde und des Todes.“ Röm. 8, 2.

Ist es dann möglich, vom Gesetz der Sünde und des Todes freigemacht zu sein und dennoch ein „anderes Gesetz“ in seinen Gliedern mit sich herumzutragen? Ja, eben das ist möglich. Wir können das Bild gebrauchen, dass Noah vom Gesetz der Sünde und des Todes errettet wurde, als er dem Auftrieb der Arche folgte. Doch von „dem anderen Gesetz“ in seinen Gliedern war er überhaupt nicht erlöst. Seine gefallene Natur nahm er mit sich und pflanzte sie auf die neue Erde.

Um zu verstehen, müssen wir ins Detail gehen – zurück zur Einheit – und fragen: Was ist das Gesetz der Sünde, von dem wir freigemacht sind? Jeder, der versucht wird, wird von seinen eigenen Begierden gereizt und gelockt. Danach, wenn die Begierde empfangen hat (in meinem Gemüt), gebiert sie die Sünde. Das Gemüt hat dann dem Gesetz der Sünde gedient. Davon sind wir freigemacht, denn wir dienen ja dem Gesetz Gottes mit dem Gemüt. Und weiter: „Die Sünde aber, wenn sie vollendet ist, gebiert den Tod.“ Von diesen zwei Gesetzen sind wir freigemacht.

Welche Dinge müssen wir dann in uns tragen, nachdem wir vom Gesetz frei gemacht worden sind und den Geist bekommen haben, der uns verheißen war?

Wir haben:

  • 1. Den Leib der Sünde, der zunichtegemacht werden soll, d. h. die Sünde in unserem sterblichen Leib oder „das andere Gesetz“ in den Gliedern. Durch Treue werden diese in der Kraft des Geistes nach und nach zunichtegemacht. Röm. 6, 6-12 und 14; Phil. 3, 10.
  • 2. Den Leib des Todes, den wir hier in diesem Leben haben und von dem wir erst freigemacht werden, wenn wir diese Hütte verlassen.
  • 3. Die Werke des Leibes, die unfreiwillige Werke sind, die aufgrund der Sünde im Fleisch hervorkommen. Röm. 8, 13.
  • 4. „Den elenden Menschen“, der mit all diesem herumgeschleppt werden muss. Röm. 7, 24.
  • Aber was wird uns dafür während dieses Prozesses, der in uns vor sich geht, wenn wir diesen nach unten führenden „Weg des Todes“ gehen?

    Wir bekommen:

  • 1. Einen neuen Menschen, Kol. 3, 10, mit göttlicher Natur. 2. Petr. 1, 4.
  • 2. Glauben und Gehorsam des Glaubens. Röm. 1, 5.
  • 3. Freimachung davon, das Gesetz als Zuchtmeister zu haben. Gal. 3, 25.
  • 4. Die Sohnschaft und den Geist des Sohnes. Gal. 4, 6.
  • 5. Als Wohnstätte das neue Jerusalem und als Freundeskreis die Festversammlung [der Erstgeborenen] und die Geister der vollendeten Gerechten. Hebr. 12, 22 ff.
  • 6. Brüderliche Liebe (2. Petr. 1, 7) und Liebe zu allen Menschen.
  • 7. Volles Verständnis über die Notwendigkeit, zusammen mit Christus zu leiden. Röm. 8, 17-18; 1. Petr. 4, 1-2.
  • 8. Die Würde, zusammen mit Christus auf seinem Thron zu regieren. Offb. 3, 21.
  • Als Paulus in Ephesus war, traf er einige Gläubige, die noch nie gehört hatten, dass es einen Heiligen Geist gab. Apg. 19. „Und als Paulus ihnen die Hände auflegte, kam der Heilige Geist auf sie, und sie redeten in Sprachen und weissagten. Es waren aber im Ganzen etwa zwölf Männer.

    Und er ging in die Synagoge und trat öffentlich auf, indem er drei Monate lang Gespräche führte und sie zu überzeugen versuchte von dem, was das Reich Gottes betrifft. Da aber etliche sich verstockten und sich weigerten zu glauben, sondern ‚den Weg vor der Menge verleumdeten’, trennte er sich von ihnen und sonderte die Jünger ab und hielt täglich Lehrgespräche in der Schule eines gewissen Tyrannus.“

    Wir sehen hieraus: Als Paulus den „Weg Gottes“ richtig erläutern wollte, da verstockte sich die Menge in dieser Synagoge und Paulus musste die Jünger von ihnen absondern.

    Genauso ist es heute. Man will gerne von der Geistestaufe und der Zungenrede hören und von dem, was Gott in Christus „für uns“ getan hat. Doch sobald man darauf zu sprechen kommt, was Gott „in uns“ tun will, schnürt man das Herz zusammen. Denn Paulus verkündigte den Gehorsam des Glaubens. An die Jünger wurden Anforderungen gestellt, und das ertrug man nicht. Röm. 1, 5; Röm. 15, 18; Röm. 16, 26. Und dann verleumdeten sie den Weg Gottes.

    Auf welche Weise verleumdet man heute den Weg Gottes?

    Man bezeichnet ihn als Gesetzesknechtschaft, weil es auf diesem Weg vorkommt, dass Gehorsam gegenüber dem Heiligen Geist verlangt wird.

    Welche Hilfe ist es für einen Menschen, wenn er mit dem Heiligen Geist getauft wird und beinahe in jeder Versammlung in Zungen redet, wenn er dem Geist nicht gehorsam ist? Der Geist ist bei den allermeisten verbannt. Und spricht jemand im Geist, sodass es gegen das Fleisch geht, wird er „niedergesungen“. Man muss in allererster Linie auf die religiöse Geschäftemacherei Rücksicht nehmen. Dies bedeutet, über den „Weg Gottes“ und über die Zeugen, die auf diesem Weg zielbewusst voranschreiten, übel zu reden, übel zu singen und übel zu handeln.

    Wenn du so eingestellt bist, dann rede in Zungen, dass die Wände wackeln; du darfst gerne so beten, dass Feuer vom Himmel fällt; fülle Bücher mit der Heiligungslehre – du bist auf Abwegen und bleibst auf Abwegen. Gott ist nicht mit dir und mit deinem Fortschritt ist es vorbei.

    Darum lasst uns uns selbst prüfen, ob wir uns in Geist und Wahrheit auf dem „Weg Gottes“ befinden und ob wir darauf vorwärtsgehen.

    Denn bei Gott gibt es kein Ansehen der Person und es ist eine bekannte Tatsache, dass die Wahrheit aus der Erde sprosst. Ps. 85, 12.