Friede.
Danke für deine zwei lieben Briefe; den zweiten habe ich heute erhalten. Ich höre, dass du krank gewesen bist, weshalb ich mich darüber freue, dass du auf dem Weg der Besserung bist. Ich hatte einige Tage die Spanische Grippe, aber jetzt geht es mir wieder besser. Doch bekommen jetzt meine Kinder nacheinander dieselbe Krankheit. Lydia hatte gestern ca. eine dreiviertel Stunde lang Krämpfe. In Horten wütet diese Krankheit schrecklich; sie ist wie Grippe. Ich hoffe, dass das möglichst bald aufhört.
Ich verstehe deinen Brief sehr gut. Es gibt wirklich viel zu tun und es freut mich sehr, dass du in deiner Beurteilung der Dinge den Nagel sehr genau auf den Kopf triffst. Du hast Recht, dass du die Sache direkt angehst, das verschafft Respekt. Übe dich darin, denn das heißt, ein Diener des Neuen Bundes, des Geistes, zu sein. Setze jeden auf seinen Platz, wo er wirklich hingehört. Wenn jemand in seiner Phantasie in höheren Regionen schwebt, dann gib einem solchen zu verstehen, wo er hingehört, denn das macht die Menschen nüchtern und umgänglich. All diese Schweigsamkeit ist ein Versteck Satans. Im Grunde genommen ist es Eitelkeit, denn man will sich nicht bloßstellen. Denn man will gerne mehr sein als das, was hervorkommen würde, wenn man den Mund öffnen würde. Verborgener Stolz.
Aksel und Helga sind nun in Schweden. Ich habe einen Brief von ihm bekommen. Die Jugendlichen aus Drøbak waren am Sonntag hier, ebenso sechs oder sieben Geschwister aus Sandefjord. Die aus Sandefjord machen gute Fortschritte. Die Jugendlichen aus Drøbak werden nach und nach mehr gefestigt. Br. Nils Risnes wird nun nach Sarpsborg gehen. Mit der Zeit kommen immer mehr dazu. In Jessheim – bei Eidsvold – gibt es einen jungen Mann und eine junge Frau, die an Pfingsten in Drøbak dabei waren; sie sind beide eifrig. Bekkevold fährt umher und gibt Zeugnis, wenn er dazu Gelegenheit hat. In Skien ist Gulliksen als jemand offenbar geworden, der zu uns gehört, und daher haben sie ihn verworfen; doch hat er wohl Hoffnung für jemand. Von Aalesund wird berichtet, dass ein paar Frauen Interesse bekommen haben. In Ystrøms Versammlung hier in Horten ertragen sie nicht, uns zu sehen. Am Donnerstag vorige Woche kam es zu richtigem Krieg, sodass mehrere hinausliefen. Ystrøm ist im Gudbrandstal. Sie wollten von nichts anderem wissen als von der Gnade. Als ich aus Daniel las, dass die, welche die Vielen zur Gerechtigkeit – nicht zur Gnade – wiesen, leuchten werden wie die Sterne immer und ewiglich, wurden sie richtig zornig. Ebenso, dass Abraham nicht jubelte in der Gnade, die er dazu bekam, seinen Sohn zu opfern, sondern er führte das Werk in dieser Gnade aus. Die einfachsten Wahrheiten werden ihnen zu scharfen Pfriemen, wenn sie das Wort vom Kreuz nicht ertragen.
Kvalheim sagt, dass Oldeide wieder aktiv ist, und dass er Skram, Kulen und Nils Strand auf seine Seite gebracht hat. Traurig, dass Strand mitmacht. Ich habe nun Kvalheim geraten, dass er zu einer öffentlichen Versammlung einladen soll und dann die ganze Versammlung wählen lassen soll, zu wem sie gehen wollen – zu Kvalheim oder zu Oldeide. Diejenigen, die sich Oldeide anschließen, sollen sich absondern und dann kann er „etwas Eigenes anfangen“. Dann wird er ja sehen, ob sein Stab grünt.
Grüße die Geschwister. Dies auf die Schnelle.
Liebe Grüße von deinem Bruder
Johan