Der von oben her kommt, ist über allen
Jesus kam von oben her und ist deshalb über allen. Aber auch wir haben hiervon viel zu lernen. Wenn Schwierigkeiten und Meinungsverschiedenheiten entstehen, dann empfindet man es als befreiend und erfrischend, wenn ein Bruder mit einer Botschaft von oben her kommt.
„Wer von der Erde ist, der ist von der Erde und redet von der Erde.“
Wie ist nun unsere Rede? Ist sie von der Erde oder ist sie von oben her? Gesegnet ist, der da kommt im Namen des Herrn! Könnte Gott uns von all dieser Rede von der Erde erlösen und uns gründlich in der Rede von oben her unterweisen, wie viele böse Worte würden uns dann doch erspart bleiben!
Wenn man mit einem kritischen Geist von der Versammlung heimgeht und allerlei über seine Mitbrüder verbreitet – ob eine solche Rede von oben her kommt? Nein, sie ist irdisch, niedrig und teuflisch. Die Liebe duldet alles, sie kritisiert nicht alles, doch kann niemand so warm und mitfühlend die Wahrheit sagen wie die Liebe. Wer seinen Mitbrüdern in Liebe dient, der kommt von oben her, darum wird er über allen sein. Er wird der Größte, weil er allen zu dienen vermag. Allen zu dienen ist nicht gleichbedeutend mit: über alle zu herrschen – es sei denn, dieser Herrscherstab wird in Wahrheit, Gerechtigkeit und Liebe geführt. Einer solch lieblichen Herrschaft kann man sich gerne unterwerfen und sich dennoch frei wie ein Vogel fühlen, denn dieses Joch ist Christi Joch und das ist lieblich zu tragen.
Kommt jemand mit einer Botschaft von der Erde, dann empfindet man das so drückend schwer und beklemmend, selbst wenn es sich dabei um seelische Religiosität handelt. Die Worte, die ich rede, sind Geist und sind Leben, sagte Jesus. Eine tote Welt und ein totes Christentum brauchen genau solche Worte.
Wie sehr sollten wir doch den Herrn bitten, uns Zeugen mit einer Botschaft von oben her zu senden – Zeugen, die Worte reden können, die der Heilige Geist lehrt, sodass wir von all diesen Worten, die die weltliche Weisheit lehrt, befreit werden können. Die Christen unserer Zeit benötigen in erster Linie solche Zeugen. Sie benötigen Zeugen, die frei von sich selbst geworden sind – Zeugen von oben her mit Geist und Leben. Denn es ist eine Tatsache, dass die Christen unserer Zeit sehr an die Erde gebunden sind. Sie verbünden sich mit weltlichen Antialkoholikern, mit Sozialisten und Kommunisten. Dadurch sickert die Kraft von Gott aus ihrem Leben, sodass sie wie die Welt denken und wie die Welt reden. Wenn dann jemand von oben her redet, bewirkt das Anstoß, denn man hat sich an die Erde und an die Rede, die von der Erde ist, gewöhnt.
Entfliehe deshalb aller Verbindung mit der Welt. Sei wie eine Insel im Meer. Lebe als einer, der im Herzen beschnitten ist. Zerbrich alle Brücken und Rückzugsmöglichkeiten. Vergiss, was dahinten ist, sogar dein Vaterhaus, und jage nach dem, was vorne liegt. Trachte nach den Dingen, die droben sind, denn sie sind ewig und wiegen schwer.
Jesus bezeugte, was er bei seinem Vater gehört und gesehen hatte, und niemand nahm sein Zeugnis an. Joh. 3, 32.
Das war ja damals, als die Menschen noch so wenig erleuchtet waren. Damals wollten sie sein Zeugnis nicht annehmen, mögen manche sagen. Aber nun – nun nehmen wir alle sein Zeugnis mit Freuden an, weil es von oben her kommt. Nein, sein Zeugnis wird nicht mit Freuden angenommen, ebenso wenig diejenigen, die er sendet, sondern sie werden heute in der gleichen Weise wie damals angenommen. Was von der Erde ist, wird von dem Zeugnis von oben her gerichtet. Darum hasst man es, weil man die Welt und die Dinge in dieser Welt liebt – neben ein wenig Religiosität.
Wer daher in Gottes Licht wandelt, der sieht das Licht dieser Welt und nimmt sich in Acht. Hieraus lernen wir, dass ein Wandel nötig ist – im Licht. Es nützt nichts, errettet zu werden, und dann weiterhin in Finsternis zu wandeln.
Derjenige, den Gott ausgesandt hat, redet Gottes Wort. Diejenigen aber, die mit einer Botschaft um des Broterwerbs willen losziehen, haben noch nie verstanden, was es bedeutet, von Gott ausgesandt zu sein und was es bedeutet, Gottes Wort zu reden – trotz aller religiösen schönen Rede über Gott.
