Gesammelte Schriften Band 3 • 1918 - 1923

Johan O. Smith

Skjulte Skatter 1922-10 - Alte und neue Gebote

Gesammelte Schriften Band 3 • 1918 - 1923

Alte und neue Gebote

Es ist eine allgemeine Annahme, dass man auf besondere Weise von Gott geliebt wird, wenn man mit Gnadengaben überschüttet wird. Doch wird diese Liebe nur von Gottes und nicht von unserer Seite erwiesen. Gott hat keine andere Garantie dafür, dass wir ihn lieben, als diese, dass wir seine Gebote halten. In Erweckungen sehen wir oft, dass Seelen reich mit Gnadengaben überschüttet werden, und man sollte annehmen, dass solche reich begnadeten Seelen eine große Gegenliebe zu Gott haben. Doch wenn die Tage und Jahre des Lebens vergehen, zeigt es sich meistens, dass genau diese Seelen bei den kleinsten Gehorsamswerken straucheln. Sie waren begeistert, solange sie mit Gaben überschüttet wurden, solange keine Anforderungen an sie gestellt wurden. Aber kaum dass Gott ein geringes Werk des Gehorsams von ihnen verlangte, sanken sie in tiefe Mutlosigkeit und Verzagtheit hinab. Ist dies der geprüfte Glaube, der kostbarer ist als das vergängliche Gold? Nein! Deshalb sagt der Apostel: „Wer aber sein Wort hält, in dem ist wahrhaftig die Liebe Gottes vollkommen geworden.“ 1. Joh. 2, 5.

Die Liebe ist nicht vollkommen, wenn sie nur bei einem der Beteiligten zu finden ist. Sie muss gegenseitig vorhanden sein, um als vollkommen bezeichnet werden zu können. Erst dann kann man sagen, dass wir in ihm sind und er in uns ist.

Das Gebot der Liebe ist ein altes Gebot, solange es nur Wahrheit in ihm ist; aber wenn wir seine Gebote halten, dann wird das alte Gebot zu einem neuen Gebot, das in uns wahr wird – sowie es auch in ihm wahr ist. Diese gegenseitige Liebe wird die Finsternis vertreiben und das wahre Licht wird in seiner vollen Kraft scheinen. Das prophetische Wort ist wie ein Licht, das an einem finsteren Ort scheint. Dies ist das heilige Gebot. Wenn wir seine Gebote halten, wird dieser finstere Ort in unserem Herzen erleuchtet. Das, was licht und wahr in ihm war, wird Licht und Wahrheit in uns. Wenn wir weiterhin auf die heiligen Gebote achthaben, wird der Tag anbrechen und der Morgenstern in unseren Herzen aufgehen.

„Was wir gesehen und gehört haben, das verkündigen wir euch, damit auch ihr Gemeinschaft mit uns habt; und unsere Gemeinschaft ist mit dem Vater und mit seinem Sohn Jesus Christus.

Und dies schreiben wir euch, damit eure Freude vollkommen sei.“ 1. Joh. 1, 3-4.

Es ist unmöglich, mit dem Vater und dem Sohn Gemeinschaft zu haben, ohne seine Gebote zu halten. Und ohne das wird auch die Freude nicht vollkommen. Wie betrügt man sich doch selbst, wenn man sein Leben so unbekümmert dahinlebt – ohne nach dem Willen Gottes für sich zu fragen. Man lebt sein Leben, indem man ständig auf die Tage zurückblickt, als man errettet wurde, als man die Geistestaufe und die Gabe der Zungenrede empfing. Der Apostel vergaß, was dahinten war und jagte nach dem, was da vorne war. Wenn du in den kommenden Tagen Fortschritt in Gottes Reich bekommen willst, dann frage nach Gottes Geboten, erkenne seinen Willen und bringe dich selbst durch den ewigen Geist als Opfer dar. Auf diese Weise wirst du blühen wie ein Garten des Herrn. Und diejenigen, die dein Leben als reine Knechtschaft betrachteten, werden mit stummer Verwunderung seufzen. Sie werden sehen, dass es dennoch – wider all ihre Erwartungen – Gottes Weg war, den sie verspottet hatten.