Gesammelte Schriften Band 3 • 1918 - 1923

Johan O. Smith

Skjulte Skatter 1921-07 - Schlangenbiss damals und heute

Gesammelte Schriften Band 3 • 1918 - 1923

Schlangenbiss damals und heute

Patent auf „die reine Lehre“

Unter der Überschrift „Falsche Lehren“ hat die Zeitschrift „Missionæren“ („Der Missionar“) am 10. Juni dieses Jahres etliche Personen namentlich aufgelistet, die nach Meinung der Zeitschrift die von den Aposteln erwähnten falschen Lehren vertreten. Als Letzte in der Aufzählung falscher Propheten werden die Brüder Smith erwähnt. Daher kann es von Interesse sein, sich diese Sache etwas näher anzuschauen. Das Blatt schreibt u. a.:

„Originos trat im dritten Jahrhundert auf, Arius im vierten Jahrhundert. Später trat in London der tüchtige und beliebte Prediger Edvard Irving auf (1822) und verkündigte dieselbe Lehre, dass Jesus eine sündige Natur hatte. Dass er auch die baldige Wiederkunft Jesu und das Wiedererwachen der Gnadengaben verkündigte (manche begannen nämlich in Zungen zu reden und zu weissagen), verschuf ihm großes Vertrauen beim Volk, sodass es in London sieben irvingianische Gemeinden gab. Doch 1833 wurde er von der schottischen Synode ausgestoßen, weil er lehrte, dass Jesus eine sündige Natur hatte.

Hier im Land bringen die modernen Theologen dieselbe Anschauung mit und unter den „Pfingstlern“ traten vor ein paar Jahren die Brüder Smith mit der Verkündigung derselben unbiblischen Lehre auf. Ein besonderes Merkmal ihrer Anhänger ist, dass sie versuchen, sich mit ihrer falschen Lehre in die freien Versammlungen einzuschleichen, und Auseinandersetzungen und Spaltungen verursachen. Gleichzeitig sind sie eifrige Verteidiger des Wehrdienstes. „An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen.“ Weil die „Smithianer“ auch in Zungen reden, lassen sich die freien Glaubensgeschwister umso leichter von ihnen verführen.“

Soweit das Zitat aus „Missionæren“, dessen Herausgeber C. M. Seehus, der, wenn er nicht selbst der Verfasser dieses Artikels ist, jedenfalls dessen Veröffentlichung in der Zeitschrift zugestimmt hat, weshalb wir uns erlauben, ihn für den Inhalt verantwortlich zu machen.

In dieser Verbindung muss ich unwillkürlich an Paulus denken, der sich, als er den Gefahren des Meeres entkommen war, auf die Insel Malta retten konnte. „Die Einwohner aber erzeigten ihm ungewöhnliche Freundlichkeit, denn sie zündeten ein Feuer an und holten uns alle herbei wegen des anhaltenden Regens und wegen der Kälte.“ Apg. 28, 1-2.

So ist es auch in den Versammlungen. Solange die Leute selbst Holz aufs Feuer werfen dürfen, erzeigen sie Freundlichkeit. Solange man sich an ihrer Rede und ihrem Feuer wärmen möchte, ist alles gut. Doch als Paulus Reisig nahm und aufs Feuer legte, fuhr wegen der Hitze eine Schlange heraus und biss sich an seiner Hand fest. Ist man in seiner Seele so weit an Jahren und Alter gekommen, dass man selbst Reisig aufs Feuer legen kann, dann fährt die Schlange heraus und beißt sich fest. Denn nur die Leitenden sollen denken, reden und das Feuer schüren. Die katholische Finsternis und das Pfarrertum sollen herrschen, sonst kommt die Schlange und beißt. Dieses Mal hat sie sich an den Brüdern Smith festgebissen, die sich erdreisten, selber zu denken und die sich erlauben, selber auf die Stimme des Geistes zu hören und selber in der Bibel nachzulesen. Sie haben selber angefangen, trockene Zweige aufs Feuer zu werfen; und das will man nicht haben. Jetzt stehen alle da und fragen sich, wie es diesen Menschen letztendlich gehen wird, die es wagen, den Kampf gegen die ganze freie Papstherrschaft aufzunehmen und die die giftige Schlange an sich hängen haben.

Alle sagen Tod und Untergang voraus, denn es ist ja allgemein bekannt, dass die Leiter der Pfingstbewegung das Patent auf „die reine Lehre“ haben. Wir waren ja wie aus dem Meer gerettete Verbrecher, doch die rächende Gerechtigkeit schickte uns eine giftige Schlange in den Weg. Wenn wir nun trotz all diesem die Schlange von uns ins Feuer schleudern – ob sie dann wohl wie die Heiden auf andere Gedanken kommen und glauben, wir seien Götter??

Die Einigkeit zwischen den freien Gemeinschaften und den Pfingstgemeinden ist sicherlich auch ziemlich dürftig. Denn kürzlich sah ich, dass einer der Hauptverantwortlichen der freien Gemeinschaften sich in seiner Zeitschrift wild darüber empörte, dass ein Schuhmacher in Horten gewesen war und auf der Grundlage der alten Gemeinde, die aus „Schibbolet“ sang, eine Pfingstgemeinde gegründet hatte, die aus „Maranatha“ sang. Dem Schuhmacher wurde geraten, bei seinen Leisten zu bleiben; denn der größere Anspruch auf Würde des Gemeindeleiters der freien Gemeinde gestatte diesem nicht, zum Malerpinsel zurückzukehren. Als nun die neue Pfingstgemeinde gegründet war, wurden natürlich nach biblischem Muster Älteste eingesetzt. Einen von diesen traf ich eines Abends auf der Straße. Er war aufrichtig genug, mir mitzuteilen, dass er weder ein noch aus wüsste, weil er der Versammlung nichts zu geben hätte und dennoch zum Ältesten gewählt worden war. Ich habe ihn eingeladen, hin und wieder zu mir nach Hause zu kommen, damit wir biblische Fragen zusammen durchgehen könnten, die er wiederum seiner Pfingstgemeinde mitteilen könnte. Dafür bedankte er sich, kam aber nicht. Er verließ stattdessen die Pfingstler und lebt nun alleine in Stille. Es zeigt sich also, dass man, um etwas aufzuziehen, Leute mehr oder weniger dazu zwingt, Ämter auf sich zu nehmen, für deren Ausübung sie sich selbst nicht reif genug fühlen. Aber so kann man ja von glorreichen Siegen berichten. Das Fleisch lebt lange von diesem: Holz, Heu und Stroh.

Vor ein paar Jahren konnten die Schauspielerinnen direkt vom Theater zum Rednerpult spazieren. Es wurden ganze Wände vollgeschrieben über das geschäftige Treiben dieser Schauspielerinnen. Es war so, als ob sie einen schönen Glanz über das ganze Reich Gottes würfen und dass sie mit ihrer Bekehrung Gott einen großen Gefallen getan hätten. Die weltliche Bildung und der Charme, der in den Augen der leitenden Pfingstler dem Reich Gottes zu fehlen scheinen, wurden der Gemeinde durch diese Schauspielerinnen in eindrucksvoller Weise zugeführt. Die gottesfürchtigen Hausmädchen, die Gott jahrelang gedient hatten, konnten nach Meinung der leitenden Pfingstler zu Füßen dieser Schauspielerinnen viel lernen. Auch heute noch sind die Leiter der Pfingstgemeinden für dieses Schauspiel blind.

Aber was nützt es, etwas zu sagen. Sie sind ja alle so „biblisch“ und sie haben alle „die reine Lehre“. Nur dass ihnen Augensalbe fehlt, um den Humbug sehen zu können. Doch lasst die Feste steigen, lasst die prächtigen Kleider den Ehrenplatz bekommen, achtet darauf, dass weltliche Bildung und hohe Stellungen nicht der Gottesfurcht, Armut und Demut weichen müssen; denn alles muss „biblisch“ sein und wahrscheinlich seine Wurzeln in Jak. 2, 2 haben??? Sollte jemand etwas dagegen haben, dann schlage ihn mit dem Schlagwort „falsche Lehre“ nieder. Aber macht ihr nur weiter in derselben Spur und hasst die, die im Tor zurechtweisen, dann nehme ich an, ihr werdet zum Schluss den Sieg davontragen, selbst wenn das Leben den entgegengesetzten Kurs von „der reinen Lehre – – ???“ nimmt.

Wir werden es nicht bedauern, dass Gott unsere Hände von Jugend an streiten gelehrt hat, und es wird uns nicht schwer fallen, in den zahlreichen toten Winkeln der leitenden Pfingstler aufzukreuzen. Insofern reden wir gern von Krieg; ebenso wie wir es für richtig halten, der Obrigkeit zu gehorchen, die von Gott eingesetzt ist und das Schwert nicht umsonst trägt. Röm. 13. Die dem Zeitgeist entsprechende Verherrlichung der Wehrdienstverweigerer innerhalb der freien Versammlungen wird uns nicht dazu verführen, die Waffe wegzuwerfen. Mir scheint es effizienter zu sein, mit dem bloßen Schwert zu kämpfen, als so, wie jetzt der „Missionæren“, mit Schmutz zu werfen. Doch wir werden uns wieder waschen und dem „Missionæren“ nicht wegen solcher Bagatellen den Krieg erklären. Doch will er den Krieg haben, dann muss er eine ganz andere Weise der Kriegsführung wählen. Mir kommt es so vor, dass der „Missionæren“ nicht einmal die Anfangsgründe der Kriegsführung kennt. Wie soll er dann, wie die Schrift sagt, recht kämpfen können? Es gibt selbst während eines Krieges Ehrlichkeit und Tugend; doch dies kann man ja nicht lernen, bevor man nicht kämpfen gelernt hat.

Solange diese „Smithianer“, wie sie vom Missionæren genannt werden, für Saul singen und spielen, ist es so, als ob der böse Geist von ihm weicht. Wenn aber Saul zum Krieg auszieht und sie sich kurz darauf an ihn „heranschleichen“, mal von der einen Seite, mal von der anderen, dann braust Sauls Zorn auf, denn mal nehmen sie ihm seinen Wasserbecher, mal schneiden sie große Stücke von seinem Mantel ab und winken siegreich zu ihm hinüber. Sie sollen im Krieg gefährlich sein und streifen da und dort umher. 1. Sam. 23, 13 und 22. Sie sollen eine besondere Fähigkeit haben, die Freien und die Pfingstler zu fangen; ja, sogar ihre Leiter sollen sich ihnen gegenüber nur schwer behaupten können. Denn kürzlich geschah das Unerhörte, dass selbst Seehus in Skien einen von ihnen mitten in seine eigene Brüderschar einlud – und das müsste ja bedeuten, den Wolf zur Gemeinschaft mit den Lämmern einzuladen. Gib darum genau Acht und sieh nach all den Schlupflöchern, worin sie sich verstecken und wo sie sich aufhalten, denn sie sollen sehr listig sein und wie man sieht, kann auch der Allerbeste von ihnen getäuscht werden.

Ich kann gut verstehen, dass es unangenehm ist, wenn jemand anfängt, in einer Gemeinde zu unterweisen; denn die russische Finsternis gibt dem Leiter Rückhalt und Sicherheit in seiner Gemeinde. Wenn dem Einzelnen dagegen das Licht beginnt aufzugehen, dann ist es, als ob die Vorsteher in ihren Grundfesten ins Wanken geraten; denn es wird offenbar, dass ihre aufgesetzte Apostel-, Propheten-, Lehrer-, Hirten- und Evangelistenwürde in der Praxis innerhalb der Gemeinde nichts taugt. Das Einzige, was sie können, ist, Sünder zur Bekehrung einzuladen. Sind sie dann bekehrt, wissen sie nicht weiter. Dort ist Schluss.

Um sich nun selbst und das Ganze vor allen gefährlichen Riffen und Klippen zu retten, geben sie ein paar nichtssagenden Schafen, auf die sie sich verlassen können, die Titel Älteste, Hirten und Lehrer. Dann ist ja alles „biblisch“ und in voller Harmonie mit „der reinen Lehre“. Wehe dem, der dieses gute Verhältnis stört, ihn wird die Schlange beißen. Hätten wir zur Zeit Ludwigs, des XIV gelebt, würden wir bestimmt längst in dem berüchtigten Gefängnis Bastille sitzen. Damals gab es nur einen Papst; jetzt aber, im Jahrhundert der Religionsfreiheit, tauchen haufenweise kleine Päpste auf. Die Gesinnung übernehmen sie meistens von ihrem Verwandten nach dem Fleisch in Rom. Wer es wagt, ihnen die Wahrheit zu sagen, ist ein Ketzer. Es fehlt ihnen nur die Macht zu verbrennen und umzubringen.

Der „Missionæren“ möge uns verzeihen, dass wir es uns erlauben, „Christus im Fleisch geoffenbart“ zu glauben und zu lehren. Wir glauben auch, dass er mehr als eine gefühllose Statue gewesen ist. Wir glauben, dass er gelitten hat und versucht worden ist. Wir glauben auch, dass er siegte, sodass er nie Sünde getan hat. Wir glauben daher an Röm. 8, 3, dass Gott seinen Sohn um der Sünde willen gesandt hat und dass er die Sünde im Fleisch seines Sohnes verdammte, indem Jesus immer „Nein“ zu seinem Eigenwillen sagte. Wir glauben, dass er getötet ist nach dem Fleisch, aber lebendig gemacht nach dem Geist. Aber die Lüge, die der „Missionæren“ uns öffentlich anhängen will, dass wir lehren, Jesus hätte „sündige Natur“ gehabt, senden wir als weniger gelungene Formulierung an den „Missionæren“ zurück. „Sündige Natur“ und „sündigen“ gehören zusammen. Aber Sünde im Fleisch zu haben und diese nicht herrschen zu lassen, ist eine ganz andere Sache.

Mir ist wohl bekannt, dass die Verantwortlichen der Pfingstgemeinden glauben, dass Jesus den Menschen nur ähnelte. Dass er nicht anders zur Erde kam als in einer Gestalt, die nach dem Aussehen sündigem Fleisch glich. Doch sagt die Schrift, dass die Sünde in diesem Fleisch verdammt wurde, ob es nun in der Gestalt des sündigen Fleisches war oder ob es sündiges Fleisch war. Diese Frage ist von wenig Interesse für einen natürlichen Menschen; möchte man aber eine andere Natur bekommen und Gottes Natur annehmen, dann ist Gehorsam gegenüber dem Geist erforderlich. Dadurch entstehen Leiden im Fleisch; die Sünde im Fleisch soll verdammt werden. Bei einer solchen Gelegenheit wird uns die Erkenntnis der Leiden Christi zur Hilfe und zum Trost. Die „Freien“ hingegen haben für nichts davon Gebrauch. Es ist Knechtschaft, Gott zu gehorchen. Das Fleisch will nicht gehorchen und leiden. Eine leichtere Lehre ist angenehmer und „biblischer“. Merkwürdig, dass die Menschen, die von den freien Versammlungen zu uns kommen, so ausgehungert und geknechtet sind, dass sie allesamt davon Zeugnis geben, dass sie trotz ihrer großen Worte von Freiheit nicht einmal Sieg über ganz gewöhnliche Sünden hatten.

Es ist ein Leichtes, mit dem Schlagwort „biblische Lehre“ zu „bluffen“ und kraft dessen und im Widerspruch zu dieser seinen Brüdern, die sich auch nach Vermögen befleißigen, mit einem reinen Gewissen vor Gott zu leben, den Stempel „falsche Lehrer“ und „falsche Lehre“ aufzudrücken. Ich verstehe gut, dass es nicht so einfach ist, abwechslungsreichen Stoff für eine so umfangreiche Zeitschrift, die so oft erscheint, zu beschaffen. Der „Missionæren“ veröffentlichte kürzlich einen schönen Bericht über den Großvater des Herausgebers. Man könnte doch als nächstes etwas über Tante und Onkel berichten, wie wir auch etliches über „unseren lieben Sohn“ erfahren konnten, dessen Heldentaten und Kämpfe gegen die Herrschaft der Pfarrer in Bergen ganz großartig sein sollen. Die Zeitschrift hat ja auch einen Berichterstatter in Kopenhagen, der sich im Glanz ehemaliger Schauspieler sonnt und das selige Zusammensein mit den Töchtern des Grafen genießt. Reicht all dieser Stoff nicht aus, dann unternehmt noch eine Lustreise und beschaut Täler und Berge, genießt die Natur, hört die Lerchen singen usw. usw. Ich kann mir schon vorstellen, dass der Extrakt aus diesem Sammelsurium, mit einer blühenden Phantasie vermengt, ein ausgezeichnetes Nahrungsmittel für Neubekehrte sein wird, die ja von der geistlichen, unverfälschten Milch leben sollen. Diejenigen, die festere Speise benötigen, können dies wohl ohne nähere Erklärung verdauen. Vielleicht ist solcher „Unfug“ der „biblischen, reinen Lehre“ dicht auf den Fersen?

Nur bedauerlich, dass diese Brüder Smith nicht darüber schweigen können; dass auch ihnen die Kunst des Druckens und Schreibens zur Verfügung steht, sodass die Torheit, die doch auf hohen Zinnen sitzen wollte, auf solch krasse Weise ans Licht hervor gezogen wird.

„Vill i troen“ (Im Glauben irre gegangen) ist kürzlich in der zweiten Auflage erschienen und wird allen Lesern des „Missionæren“, den Geschwistern in Pfingstgemeinden und freien Gemeinden sehr empfohlen. Wer von ihnen noch nicht zu Römer 7 zurückgehüpft ist, kann darin eine Anleitung finden, nach der es möglich ist, in der Lehre dahin zu gelangen, wo man täglich sein Leben lebt.

Lieber „Missionæren“, hast du etwas zu sagen, so antworte mir. Sage an, ich will dir gern recht geben! Hast du aber nichts, so höre mir zu und schweige; ich will dich Weisheit lehren. Hi. 33, 32-33.

Ich verstehe, dass wir für den „Missionæren“ fremde Knechte sind, aber wer bist du, dass du einen fremden Knecht richtest? Er steht oder fällt seinem Herrn. Er wird aber stehen bleiben; denn der Herr kann ihn aufrecht halten. Röm. 14, 4.

Der „Missionæren“ und seine Verbündeten hassen zwar Krieg und Waffen; doch jetzt, wo die Sozialisten anfangen zu begreifen, dass sie mit abgebrochenen Gewehren nicht weiter kommen, scheint auch der „Missionæren“ auf andere Gedanken zu kommen. Denn es ist nun mal so, dass sich kein Feind im Land freiwillig ergibt. Sie müssen alle im Kampf erobert werden. Jos. 11, 19. Wahrscheinlich hat die Zeitschrift auch deshalb jetzt ihren ersten Versuch gestartet.

Nun ist es so, dass man auf ein Gesuch hin in die Pfingstgemeinde aufgenommen werden kann. Man muss dafür eine ganze Reihe von Regeln anerkennen, die die Leiter der Pfingstgemeinden nach ihrem Gutdünken aufgestellt haben. In Hebr. 12, 23 steht, dass wir zur Versammlung und Gemeinde der Erstgeborenen gekommen sind, die im Himmel aufgeschrieben sind. Wenn wir nun dahin gekommen und dort aufgeschrieben sind, wie können dann die Leiter der Pfingstgemeinden Aufnahmeanträge drucken lassen? Wer um Aufnahme bittet, bestätigt damit, dass er vorher nicht aufgenommen war. Demzufolge würde die Pfingstgemeinden nur aus Mitgliedern bestehen, die ausschließlich von Menschen aufgenommen wurden. Ich erlaube mir zu fragen, wer den Leitern der Pfingstgemeinden Vollmacht gegeben hat, über ihre Brüder zu herrschen, sodass man diese Leiter bitten muss, aufgenommen zu werden? Wo steht dies in der Bibel geschrieben? Es gehört eine gehörige Portion Übermut und Aufgeblasenheit dazu, eine solche päpstliche Autorität an sich zu reißen. Und kraft all dieser Verrücktheit erdreisten sie sich, von ihrem hohen Podest auf Gottes Volk herab zu zeigen und zu sagen: Du hast die „reine Lehre“, du aber hast die „falsche Lehre“. Packt eure Theorien zusammen. Kleidet euch in Säcke und streut Asche auf euer Haupt, geht und versteckt euch alle in einer Ecke, bis der Geist, der richten und ein Feuer anzünden wird, diese eure „reine Lehre“ verbrannt hat.

Die Leiter der Pfingstgemeinden hatten natürlich auch neben allem anderen Großen ein großes Haus in der Tiefe ihres Herzens. Deshalb reiste der Gründer der Pfingstgemeinde vor einigen Jahren nach Amerika, um seinen Herzenswunsch zu äußern und Geld für dieses „große Haus“ zu erbetteln. Doch die Amerikaner, die Bettelei gewöhnt sind, gaben ihm nicht sonderlich viel, sodass das Ganze ein Fiasko wurde. In seiner Not darüber demütigte er sich und Gott segnete ihn mit der Geistestaufe. Doch die Wurzeln „des großen Hauses“ wurden niemals ganz ausgerissen und jetzt ist derselbe Mann wieder mit seiner großen Bettelei unterwegs. Es scheint, als würde das Reich Gottes aus Geld, viel Geld, aus Häusern, großen Häusern, bestehen. Ich glaube, Gottes Reich wäre mehr damit gedient, wenn das Ganze wieder scheitern würde, wie zuvor in Amerika. Oder habt ihr nie gelesen: „Siehe, das alles tut Gott zwei- oder dreimal mit einem jeden“. Hi. 33, 29.

Wenn uns nun nicht erlaubt wird, innerhalb der freien Gemeinden unseres Landes Gottes Wege zu lehren, so müsst ihr euch damit abfinden, dass wir ab und zu von außen her ein Wort von uns hören lassen. In Jes. 54, 17 steht: „Keiner Waffe, die gegen dich bereitet wird, soll es gelingen, und jede Zunge, die sich gegen dich erhebt, sollst du im Gericht schuldig sprechen. Das ist das Erbteil der Knechte des Herrn, und ihre Gerechtigkeit kommt von mir, spricht der Herr.“

Wenn nun der „Missionæren“ und die Leiter der „Pfingstler“ und der „Freien“ wirklich Diener des Herrn sind, dann sorgt dafür, dass diese unsere Lehre durch überzeugende Argumente verurteilt wird. Vermögt ihr dies nicht, gehe ich davon aus, dass ihr für uns keine Diener des Herrn seid. Wir wollen uns nicht über das Maß hinaus rühmen, das Gott uns gegeben hat, aber in seiner Kraft und durch seine Weisheit wagen wir zu sagen, dass ihr einen harten Schlagabtausch mit dem, was ihr „falsche Lehre“ nennt, bekommen werdet, falls ihr Lust haben solltet, gegen diesen Stachel auszuschlagen. Daran werdet ihr erkennen, dass euer Dienst für Gott gegen uns schlimmer ist als nichts.

Solltet ihr trotz allem dennoch Lust haben, gegen uns in den Krieg zu ziehen, dann rennt nicht im Fleisch los, wie es jetzt der „Missionæren“ getan hat. Wartet, bis ihr das Rauschen in den Wipfeln der Bakabäume hört; sich vorher herauszuwagen, bedeutet Tod und Untergang. 2. Sam. 5, 24.

Ich verstehe wohl, dass in den Versammlungen der Toten die Ruhe süß sein kann (Spr. 21, 16) und dass man mit der „reinen Lehre“ ruhig schlafen kann. Doch selbst wenn die Träume und Phantasien großartig sein können, so ist doch die Schlacht an dem Tag verloren, an dem man erwacht.

Nun zum Schluss einen herzlichen Gruß mit Hi. 12, 2.