Gesammelte Schriften Band 3 • 1918 - 1923

Skjulte Skatter 1921-02 - Ihr habt nicht, weil ihr nicht bittet

Gesammelte Schriften Band 3 • 1918 - 1923

Ihr habt nicht, weil ihr nicht bittet

Jak. 4, 2

Wir müssen mehr als bisher beten. Hier in Horten haben wir seit Neujahr Gebetsstunden gehabt und Gott hat uns auf verwunderliche Weise gesegnet. Wo Menschen versammelt sind, entstehen auch vielerlei Schwierigkeiten, aber durch Gebet zu Gott wird alles Arge gelöst und nimmt ein Ende. Die Herzen werden weich und der Geist der Gnade und des Gebets ergreift jeden Einzelnen. Wir haben auf vielerlei Weise gesehen und erlebt, dass Gott Gebete erhört hat. Er hat einen Weg geschaffen, wo vorher kein Weg war. Die demütigen Seelen wurden mit der Kraft von Gottes Geist erfüllt. Gott lässt sich nicht einfach mit einem zeremoniellen Gebet am Anfang und Ende einer Versammlung zur Gebetserhörung bewegen. Wir müssen in Einigkeit auf Gott eindringen. Wenn erst einmal Leben in unserer eigenen Mitte entstanden ist, kann der lebensspendende Strom auch andere erreichen.

Ich glaube, es wäre nützlich, wenn die Geschwister an den verschiedenen Orten mit Gebetsstunden anfangen würden. Wir haben nun einige Jahre lang Bibelstunden gehabt, sodass die meisten viel Erkenntnis Gottes besitzen. Sie wissen mehr als die meisten Gläubigen. Aber nun ist Gebet nötig. Dringe auf Gott ein und bete um Leben in den Versammlungen und Erweckung unter den Sündern. „Es ist aber nahe gekommen das Ende aller Dinge. So seid nun besonnen und nüchtern zum Gebet.“ 1. Petr. 4, 7. Bete um etwas Bestimmtes, um das, was direkt vor den Füßen liegt. Lass nicht zu, dass sich jemand in Gefühlen berauscht und die ganze Versammlung stört. Wenn ein Neubekehrter so etwas macht, mag man ihn ertragen, aber die Älteren sollten nüchtern und besonnen sein. Lasst uns untersuchen, ob wir auch bekommen, worum wir beten. Wiederhole nicht dieselben Worte im Gebet. Lass es kurz sein, bete lieber mehrmals. Es gibt alles Mögliche, was hindern will unter Gottes Volk. Die Sünde hat Verwüstungen angerichtet und tiefe Wurzeln geschlagen und Gewohnheiten geprägt. Wenn der Gottlose sich bekehrt und zum Licht kommt, kann er von den unglaublichsten Sünden berichten, in denen er gefangen war. Alle diese Lüste im Fleisch ziehen und zerren, um sich aufs Neue geltend zu machen. Gebet zu Gott in Verbindung mit wahrer Erleuchtung ist deshalb das beste Mittel gegen all dieses Böse. Die Sünde lauert vor der Tür und nach dir hat sie Verlangen, du aber herrsche über sie.