Gesammelte Schriften Band 3 • 1918 - 1923

Skjulte Skatter 1920-07 - Der Geist der Weisheit und der Offenbarung

Gesammelte Schriften Band 3 • 1918 - 1923

Der Geist der Weisheit und der Offenbarung

„Wer Einsicht bewahrt, findet Gutes.“ Spr. 19, 8. Wie wertvoll, Einsicht zu bewahren. Das heißt, im Licht zu wandeln, solange wir das Licht haben, sodass wir Kinder des Lichts werden können. Josephs Füße wurden in Fesseln gezwungen, seine Seele kam in eiserne Bande, bis das Wort des Herrn seine Unschuld bewies. Ps. 105, 18-19. Niemand bekommt Weisheit, ohne dass er zuerst geprüft wird und in dieser Prüfung Treue erwiesen hat. Der Geist der Weisheit wird dich in Feuer und Wasser führen, bis er sich dir anvertrauen und dir seine Geheimnisse offenbaren kann. Von da an wird er mit dir auf ebenen Wegen gehen. Der Geist der Weisheit nähert sich einem Menschen immer mit Zucht. Dies ist die Ursache dafür, dass er nicht angenommen wird. Er kann nicht schmeicheln. Er will selbst Herr und Wegleiter sein, was ihm auch mit Recht zusteht. Wollen wir also den Geist der Weisheit haben, dann lasst uns unseren Nacken unter sein Joch beugen. Lass ihn unsere Seele in eiserne Bande führen, bis das Wort des Herrn kommt und uns in Freiheit setzt. Der Geist der Weisheit hat seine Lust an den Menschenkindern, und durch ihn können wir zu Regenten ausgebildet werden – ohne dafür bezahlen zu müssen. Weisheit und Zucht wird von den Toren verachtet, deshalb bleiben sie auch in ihrer Torheit. Es ist möglich, der Weisheit sein Ohr zu leihen und sein Herz der Einsicht zuzuwenden. Spr. 2, 2. Das liegt bei uns selbst.

Ich bin davon überzeugt, dass es sich mit den meisten Geschwistern so verhält, wie es in Eph. 1 beschrieben ist. Sie haben das Wort der Wahrheit gehört und angenommen; sie haben Glauben; sie sind mit dem Heiligen Geist versiegelt; sie haben Liebe zu allen Heiligen. Aber eines fehlt: der Geist der Weisheit und der Offenbarung. Was ist dann zu tun? Nun, bitte Gott darum. Neige dein Herz zum Verstand, bewahre die Einsicht, halte dich an das Licht und wandle darin. Bewahre die Zucht und lass sie nicht fahren, denn es ist Weisheit in ihr. Die Schale ist hart, aber der Kern ist süß. Siehe und höre, verwirf und erwähle. Fasse Liebe zur Weisheit, doch dies wird nur Gegenliebe sein. Die Weisheit liebt, während sie züchtigt, denn wenn das nicht so wäre, würde sie nicht züchtigen; doch sie züchtigt mit Hoffnung. Den Geist der Weisheit findet man an der Türschwelle deines Hauses, aber hohe Augen sehen ihn nicht und stoßen sich daran. Er ist im Keller und auf dem Dachboden und auf den Straßen. Er redet im Innern des Menschen, um ihn von allem, was richtig ist, zu überzeugen. Selbst der Gottlose hat keine Entschuldigung; denn es zeigt sich, dass er weiß, was recht ist, wenn er Vorteile vom Recht hat. Wie viel mehr sollten doch dann die Gläubigen hören und verstehen! Aber Unglaube hindert; und was sollte Unglaube anderes sein als ein Beiseiteschieben der Zucht, um dem Fleisch nach billiger davonzukommen? Lasst uns nun alle mit vereinten Kräften danach suchen, diesen Geist der Weisheit und der Offenbarung zu finden, einen Lehrer der Gerechtigkeit. Er macht lebendig, ebenso wie er selbst lebendig ist.