Gottes Gnade und Friede.
Danke für deinen lieben Brief von heute und die beigelegten Briefmarken. Ich habe nun Gerda Sollie, Hønefoss, als Gratisabonnentin für 1914 notiert. Die zugesandten Exemplare von „Vild i troen“ (Im Glauben irregegangen) kannst du verkaufen und das Geld selbst verwenden oder verschenken – oder im Übrigen damit machen, was du selbst willst. Skj. Sk. möchte nichts dafür haben.
Skjulte Skatte verträgt keine so große Belastung auf seinem Konto wie die ca. 100 Kr., die für das Drucken von Liederbüchern nötig wären. Das Drucken des Monatsblattes kostet 50,00 Kr. pro Monat. Dazu kommen andere Ausgaben, und wir haben nicht so viel hereinbekommen. Wir haben 1500 Abonnements, aber nur ein Anteil von 2/15 hat seit Neujahr bezahlt, davon 1/15 für 1914. Das mit dem Liederbuch lassen wir daher bis auf Weiteres auf sich beruhen.
Br. O. Andresen war hier, und ich habe ihm vorgehalten, was du erzählt hast. Das betrübte ihn und er setzte sich sofort hin, um dir über die Sache zu schreiben, und ich schrieb eine nähere Darlegung auf die Rückseite des Briefes; aber er zerriss diesen Brief und schrieb einen anderen. Es verhielte sich nicht so, wie du mir erzählt hättest, sagte er.
Die Versammlung, von der er redete, war am Sonntag um 17 Uhr im „Bethel“ vor vollem Haus.
Nach O. Andresen sprach Ellefsen, danach ich; dann stand Firing auf und ging ein bisschen ins Gericht mit mir. Danach stand Karl auf und teilte ein paar kräftige Sätze aus. Nach diesem stand Firing voller Eifer auf und wollte Karl fertigmachen. Aber noch bevor er sich hingesetzt hatte, tauchte ein neuer Teilnehmer auf dem Schlachtfeld auf, nämlich Tobiassen. Er redete so besonnen und ruhig und unwiderlegbar, dass ich bei mir selbst lächeln musste. Mit dieser Versammlung konnte Br. O. Andresen nicht klarkommen. Firing rühmte Andresen und Andresen stand im Gegenzug auf und wollte vermitteln und sagte etwas davon, dass man den Balken im eigenen Auge nicht wahrnimmt usw. Hierauf wurde er angesprochen, als wir nach Hause kamen. Er bat Gott um Vergebung; aber hat im Übrigen kein Verständnis von dem Ganzen. Er ist älter und es fällt ihm nicht so leicht etwas zu erfassen, weshalb man ihn vorsichtig behandeln muss. Er war betrübt darüber, was über dich gesagt worden war.
Olafsen aus Drøbak will am Sonntag in acht Tagen ein paar Geschwister aus Kristiania einladen und fragt, ob wir von hier kommen können. Hierzu können wir noch nichts sagen. Von Sarpsborg hören wir nichts. Ob sie dort drüben aussterben?
Tobiassen hat sich den ganzen Winter über völlig still verhalten. Er lief so, dass er die Kraft verlor; er bekam dann Angst. Jetzt geht es ihm richtig gut. Er redet wie ein Pfarrer und hat eine sehr kräftige Stimme. Er hat vor, im Dienst des Herrn hinauszuziehen.
Grüße die Geschwister und dein Haus.
Sei selbst aufs Herzlichste gegrüßt von deinem Bruder
JohanIch bin vorläufig der Valkyrjen zugeteilt.
Johansen ist vom Südlichen Eismeer heimgekommen, aber es geht ihm nicht gut.
