Gesammelte Schriften Band 2 • 1912 - 1917

Johan O. Smith

Brief an Theodor Ellefsen, 27.06.1916

Gesammelte Schriften Band 2 • 1912 - 1917
„Valkyrjen“, Aalesund, 27. Juni 1916
Lieber Bruder Th. Ellefsen,
Gottes Friede.

Danke für deine beiden sehr lieben Briefe, die mir zu großer Freude waren, der letzte über die Konferenz in Lillestrømmen. Ich glaube, diese Konferenzen haben ihre Bedeutung für die Zukunft. Es wird einem etwas bange davor, zu weit zu gehen, weil es sich zeigt, dass die Zucht zu ihrer Zeit kommt. Mehrere der Geschwister sind nun so weit fortgeschritten im Verständnis, dass sie selbst die verschiedenen Dinge beurteilen können. Es ist auch sehr gut, dass ein einzelner Mann dieses Bauwerk Gottes nicht zum Einsturz bringen kann, wer dieser auch sein mag. Nicht dass ich glaube, dass jemand dies gewollt hat; aber man kann dadurch, dass man nicht aufmerksam ist, gegenüber fleischlichen Menschen nachlässig sein und diese können oft das ganze Haus durcheinanderbringen. Solche Elemente müssen nieder gehalten werden und wenn welche deren Verhalten verteidigen wollen, dann ist das ihre eigene Sache und zum Schaden für sie selbst. Die Versammlung wird jetzt so groß, dass diejenigen, die an der Spitze stehen, Festigkeit erweisen müssen; das wird von ihnen auch erwartet. Ich glaube, dass das Ergebnis der gesamten Konferenz auf das oben Erwähnte hinauslief, sogar in einem Maß, dass es für diejenigen, die am geistlichsten sind, spürbar wurde. Im Übrigen fürchte ich nicht für das, was aufgebaut ist, sondern für diejenigen, die sich dadurch, dass sie an diesem Bauwerk herumfingern wollen, selbst zerstören. Wenn das Werk nicht bestehen kann, dann lass es einstürzen, aber lass es vor der Erkenntnis Gottes einstürzen, die mächtig ist, Festungswerke zu zerstören. Ist das Bauwerk aber durch die Erkenntnis Gottes errichtet, dann ist es Wahnsinn, es durch fleischliches Gerede zerstören zu wollen. Dies würde so ergebnislos enden, wie wenn ein Spatz mit seinem Schnabel ein Loch in eine Panzerplatte picken wollte.

Ich würde wünschen, dass zukünftig alle in einem Geist zusammen auf dasselbe Ziel hin arbeiten würden, nämlich dieses: Jeden Menschen vollkommen in Christus Jesus darzustellen. Man muss ja sagen, dass es bis hierher – unter großem Widerstand und viel Kampf – verhältnismäßig gut gegangen ist, denn Gott war mit uns in der Arbeit.

Ich habe in letzter Zeit oft daran gedacht, sich dafür zu halten, dass man Gott lebt. Röm. 6, 11. Ich bin nicht sicher, ob ich dies im vorigen Brief erwähnt habe, von dem ich annehme, dass du ihn erhalten hast. Eine Hauptfeldwebelin aus Trondhjem geht hier in die Versammlungen. Sie fängt nun an, sich im Licht zu freuen und ist höchst erstaunt. Auch hat sie schon angefangen, Abzeichen der Heilsarmee usw. abzulegen. Sie geht mit Büchern hausieren.

Br. Kvalheim schreibt über den 4-tägigen Besuch von Br. Risnes in Moldøen. Er war sehr froh für diesen Besuch. Sie hatten jeden Tag Versammlungen, bei denen Br. Risnes die Gegner widerlegte. Hier arbeiten die Geschwister gleichmäßig und gut. Jørgine Pettersen fährt morgen zu Schw. Willersrud, Bahnstation Kløften. Eine Schwester hier hat eine ältere leibliche Schwester, die schon immer ein wenig über sie bestimmen wollte. Sie kam einmal zur Versammlung bei G. W., als diese hier war. Dort hatte sie soviele Rügen bekommen, dass sie in die Küche hinauslief und sich beklagte, dass sie so etwas Schreckliches noch nie gehört habe. Es endete damit, dass sie die Geschwister bat, für sie zu beten. Sie hat sich völlig verändert und fuhr nach Hause und hielt solche Predigten für die Ihren und einen von den Pfingstlern, dass auch dieser auf so ganz andere Gedanken kam, dass er nicht auf die Pfingstkonferenz hier fahren konnte, wird erzählt. In jeder Ecke wird gearbeitet – früh und spät. Wenn sie dann mit der Zeit dazu tüchtig werden, fahren sie los und arbeiten an anderen Orten. Ingeborg Stene wurde daran erinnert, an ihren Heimatort zu fahren, wo nun einige auf sie hören. Sie ist besonders aufgeweckt und sehr begabt. Br. Risnes fährt nach der Wehrübung nach Ostnorwegen.

Ich war bereits in 5 Versammlungen hier. Es ist eine wahre Freude, ihre Festigkeit zu sehen. Br. Brune macht große Fortschritte und jetzt ist es nicht so einfach, ihn aus der Bahn zu bringen. Er hielt ihnen hier eine kräftige ermahnende Predigt, nachdem W. und R. abgereist waren, dass sie feststehen und sich nicht von den „Synagogen“ beflecken lassen sollten. Er ist unheimlich konsequent; er bat sie, abends lieber ins Bett zu gehen, als die eine oder andere „Synagoge“ zu besuchen.

Lebe wohl im Herrn und sei herzlich gegrüßt von deinem Bruder

Johan