Gottes Friede.
Herzlichen Dank für deinen lieben Brief. Es war eine Freude, von der Konferenz zu hören. Br. Lohne kam in Bergen zur „Valkyrjen“. Er strahlte vor lauter Freude über eine solch herrliche Konferenz, die er um keinen Preis hätte missen wollen, sagte er. Er hatte auch dringend eine Aufmunterung nötig; denn er hatte mehrere Jahre lang auf eine Gelegenheit gewartet, die Geschwister in Ostnorwegen zu treffen. In Haugesund ist es schrecklich trocken. Er hat dann auch ausführlich von Anfang bis Ende von der Konferenz berichtet, denn ich hatte am Abend Landgang und begleitete ihn zum Kai, von wo aus er um 22 Uhr abreiste. Br. Ellefsen schrieb auch einen sehr langen und ausführlichen Brief über die Konferenz.
Die Versammlungen wachsen und damit die Verantwortung. Für diejenigen, die an der Spitze stehen, gilt es, unerschütterliche Festigkeit zu beweisen; das verlangt die Versammlung. Nur dies fördert den inneren Frieden. Nicht alle können leiten. Viele Köche verderben den Brei, sagt das Sprichwort. Gott hat die Gabe zu leiten auch nicht allen gegeben. Ich verstehe, dass Gott in der Gemeinde Pfeiler erwählt hat. Wenn diese unerschütterlich feststehen in dem, was sie von Anfang an gehört haben, wird das Ganze gut gehen.
Wir können nun sehen, dass Gott in der Arbeit mit uns war, sogar über das hinaus, was wir uns haben vorstellen können. Satan ist auch nicht unwirksam, weshalb Paulus auch sagt, dass er wusste, dass nach seinem Abschied Wölfe in die Schafherde kommen und die Herde nicht verschonen würden, und dass auch mitten in der Gemeinde Männer aufstehen und verkehrte Dinge reden würden. Paulus hielt diese Elemente in der Kraft Gottes fern. Wenn aber die Leitung in der Gemeinde schwächer würde, dann würden diese Kräfte aufkommen und sich geltend machen. Nach und nach kommen nun viele starke Geister hinzu und nicht zuletzt diese machen es erforderlich, dass alles so vor sich gehen muss, wie es sich gehört und ziemt. Wenn nicht, dann übernehmen sie ohne Barmherzigkeit selbst die Leitung, soviel kann man im Voraus absehen. Ich höre, dass immer noch viel Zweifel darüber besteht, inwieweit die Sünde in Jesu Fleisch verdammt wurde. Dies ist ein Geheimnis der Gottesfurcht und wir müssen uns damit abfinden, dass es nicht allen gegeben ist, das zu verstehen. Diejenigen aber, die es nicht verstehen, muss man auf dem Platz halten, wo sie richtigerweise hingehören. Denn siegen soll der Glaube und nicht der Unglaube.
Hier in Aalesund geht es ihnen gut. Gestern hatten wir Versammlung. Sie waren jetzt eifriger als früher, denn sie haben den Unterschied gehört zu dort, wo das Kreuz nicht verkündigt wird. Sie priesen Gott hoch dafür, dass ihnen dieses Geheimnis des Kreuzes geoffenbart worden war.
Ich hatte den Eindruck, dass es der Wille Gottes war, dass ich dieses Mal nicht auf der Konferenz war. Dennoch war ich in meinem Geist dort und Gott arbeitete - trotz Kampf – in die Richtung, in die gearbeitet werden sollte.
Nils Risnes ist nun in Voss auf einer Wehrübung. Ende Juli fährt er nach Ostnorwegen, um mit den Brüdern zu sprechen. Ich glaube, er ist ein auserwähltes Werkzeug. Sie liebten ihn sehr hier und waren über seine Weisheit und seinen Verstand verwundert. Wir bleiben hier bis zum 29. des Monats.
Grüße in Christus, dein Bruder
Johan