Die Widerspenstigkeit Korahs
„Und Korah, der Sohn Jizhars, des Sohnes Kahats, des Sohnes Levis, nahm mit sich Dathan und Abiram, die Söhne Eliabs, und On, der Sohn Pelets, Söhne Rubens, und sie empörten sich gegen Mose, samt 250 Männern aus den Kindern Israels, Vorstehern der Gemeinde, Berufenen der Versammlung, angesehenen Männern.
Und sie versammelten sich gegen Mose und gegen Aaron und sprachen zu ihnen: Ihr beansprucht zu viel; denn die ganze Gemeinde, sie alle sind heilig, und der Herr ist in ihrer Mitte! Warum erhebt ihr euch über die Gemeinde des Herrn?
Als Mose dies hörte, warf er sich auf sein Angesicht.“ 4. Mos. 16.
Die Kinder Korahs treiben auch heute ihr Spiel in den Versammlungen. Hat Gott sich ein Werkzeug oder mehrere Werkzeuge auserwählt, die dem nachkommen, was er getan haben will, so erheben sich recht bald einige Kinder Korahs und fragen: Warum erhebt ihr euch über die Gemeinde des Herrn? Ist nicht alles gut, so wie es ist? Oder sind wir etwa nicht alle heilige Kinder Gottes und genau in dem Zustand, wie Gott uns haben will?
Jeder Gottesmann, der in der Arbeit des Reiches Gottes etwas durchzuführen hatte, weiß von diesen Leuten und ist ihnen ausgesetzt gewesen. Paulus waren sie gut bekannt. Er predigte das Evangelium unentgeltlich unter den Korinthern; und um ihnen dienen zu können, nahm er Lohn von anderen Gemeinden an. Und dies tat er allein deshalb, um dieses Gesindel Korahs zu besiegen, die sich als Apostel Christi ausgaben, obwohl sie falsche Apostel und betrügerische Arbeiter waren. 2. Kor. 11. Um diese Männer vor der Gemeinde der Korinther bloßzustellen, predigte Paulus unentgeltlich und sagte: Was ich aber tue, das will ich auch weiterhin tun und denen den Anlass nehmen, die einen Anlass suchen, sich zu rühmen, sie seien wie wir.
Judas schrieb nicht viele Worte; aber in dem kurzen Brief, den er schrieb, musste er seinen heiligen Zorn ausschütten über die Männer Korahs, mit denen er gewiss beträchtliche Mühe gehabt hatte. V. 11. Sie nahmen ohne Scheu an den Liebesmahlen teil und weideten sich selbst, waren aber nach den Worten des Judas die Schandflecken bei solchen Mahlen.
Kein Wunder, dass Paulus lieber alles entbehren wollte, um diese Leute hinaus zu bekommen. Bevor sie Paulus auch in diesem Punkt gleich sein mussten, wollten sie lieber gehen, da sie ja im Grunde genommen darauf aus waren, sich selbst zu weiden und Ehre zu suchen. Eben hier wandte Paulus seine Weisheit an, er hungerte selbst, um damit gleichzeitig diese Männer Korahs auszuhungern und hinaus zu bekommen, die den Anschein erweckten, eine so gewaltige Fürsorge für die Gemeinde zu haben. Und die Kur half und hilft auch heute noch. Lass die Kinder Korahs eine Hungerkur machen und sie pfeifen auf die Gemeinde und all das und machen sich auf die Socken zum nächsten Markt. Wenn Paulus gesagt hat: Seid meine Nachfolger, gleichwie ich Christi, so lasst uns ihm auch in diesem Punkt nachfolgen.
Man neigt so sehr dazu, heilig sein zu wollen und genauso angesehen sein zu wollen wie die Werkzeuge, die der Herr gebraucht. Man gehört in der Versammlung zu den angesehensten Männern, hat eine Begabung zu reden und genießt großes Ansehen – besonders im Haufen derer, die wie die Frau Lots fortwährend ihr Herz und ihre Augen auf die Stadt Sodom, aus der man geflohen ist, gerichtet haben. Darum werden diese Kinder Korah die Anführer dieser Schar. Und so verkehrt dies auch sein mag, so ist es doch eine Führung Gottes, dass Menschen mit solchen verkehrten Herzen offenbar und daraufhin aus Gottes Versammlung ausgestoßen werden, um in ihrer Widerspenstigkeit zugrunde zu gehen.
Ebenso sicher wie das Unkraut im Garten ist auch Korah zugegen, wenn eine Gemeinde Gottes sich zu entfalten beginnt. Aber meistens steht die Gemeinde selbst auf einem so geringen geistlichen Niveau, dass man nicht wagt, gegen ihn den Kampf aufzunehmen. Das Licht ist zu schwach; und so meint man, dass es Liebe und Verträglichkeit sei, wenn man Satan wüten und das Ganze durcheinanderbringen lässt. Ein seltsames Verständnis von Liebe! Mose und Paulus waren von diesem Geist der Feigheit und Mutlosigkeit erlöst. Sie waren mit dem Geist Gottes erfüllt – dem Geist der Kraft und der Besonnenheit sowie der Erkenntnis Gottes, weshalb sie den Kampf auch ohne zu zweifeln aufnahmen und diese Feinde Gottes besiegten.
Korah wollte Mose beseitigen, um selbst dessen Führerstellung zu bekommen. Aber was geschah:
Die Erde tat ihren Mund auf und verschlang sie mit ihren Sippen, mit allen Menschen, die zu Korah gehörten, und mit all ihrer Habe. V. 32. Und Feuer fuhr aus von dem Herrn und fraß die zweihundertundfünfzig Männer (die von der Gemeindeversammlung berufen und namhafte Leute waren).
Wenn die Korah-Gesinnung einen so kraftvollen Anführer des Herrn wie Mose stürzen wollte, wieviel mehr wird dieselbe Gesinnung dann nicht weniger starke Männer zu stürzen versuchen.
Wir leben in einer Zeit, in der so gut wie jeder von sich sagt, dass er reich sei und Überfluss habe und ihm nichts fehle. Ob nicht Korah in all diesem Reichtum schwelgt; denn der Geist spricht: Du weißt nicht, dass du elend und jämmerlich bist, arm, blind und bloß.
