Gesammelte Schriften Band 2 • 1912 - 1917

Brief an Elias Aslaksen, 18.04.1912

Gesammelte Schriften Band 2 • 1912 - 1917
Horten, 18. 4. 1912
Lieber Bruder Aslaksen,
Gnade und Friede in Christus Jesus, unserem Herrn.

Danke für deinen lieben Brief. Es freut mich immer, deinen Eifer zu sehen und zu erleben, den Gott mit einer tieferen Erkenntnis des Lebens belohnen wird. Ebenso freut es mich, von Judith und Elisabeth zu hören, dass sie in der Heiligung vorwärtsgehen. Mein Wunsch ist, dass du durch Gottes Gnade einen großen Kranz aus solchen lebendigen Seelen flechten mögest, der dir bei der Offenbarung unseres Herrn Jesus Christus zum Schmuck sein wird.

Du sprichst von der Gemeinde und ihren Bedürfnissen. Möge Gott sich an jedem Ort lebendige Gemeinden schaffen. Doch ist das Leben und Wirken eines Apostels als Werkzeug in Gottes Hand erforderlich, um Gemeinden zu gründen. Ist eine Gemeinde einmal entstanden, wird sie später durch die gegenseitige Hilfe bestehen, die jedes Glied nach dem Maß der ihm zugeteilten Wirksamkeit leistet.

Ich habe einen Brief an Aksel geschrieben und gebeten, dass er ihn dich lesen lässt. Weil du aber so schnell von Kristiania abgereist bist, hast du ihn wohl kaum gesehen. Gott ließ mich in seiner Gnade etwas über das Licht schreiben, was ich hier wiederholen will, sodass du prüfen und praktizieren kannst, was du ggf. darin findest. Es war nur ein kleiner Brief, aber nichtsdestotrotz eine herrliche Offenbarung über das, was z. Z. nützlich für uns ist. Gott ist gut; seine Barmherzigkeit währt ewiglich.

Wenn wir dem Licht folgen (dem Licht, das Gott gibt) und alles, was wir darin sehen, rücksichtslos durchführen, dann werden wir Tyrannen – geistliche Tyrannen. Das Licht soll unser Mitarbeiter sein. Im Licht sollen wir sehen und verstehen, wie wir die Sache anpacken sollen. Denn wir sind Kinder des Tages und nicht der Nacht. Unsere Treue soll an der Weisheit geprüft werden, mit der wir unseren Dienst im Licht ausführen. Im Licht können wir viel Torheit sehen; doch haben wir keinen Auftrag von Gott, uns damit zu beschäftigen, all dies zu korrigieren. Wir müssen die Dinge mit aller geistlichen Weisheit und allem geistlichen Verstand angehen. Das Licht wird uns dazu helfen, sodass wir durch dieses die Verhältnisse aus verschiedenen Blickwinkeln sehen können.

Einem jeden aber wird die Offenbarung des Geistes zum Nutzen gegeben und ich glaube, diese Offenbarung der Wahrheit ist gerade jetzt angebracht.

Ich habe die Annonce, die du hierher geschickt hast, an den „Missionæren“ gesandt. Nur habe ich weggeschnitten, was am Schluss über „Skjulte Skatte“ stand. Die Sache ist, dass es eine schwierige Angelegenheit ist – jedenfalls für mich – eine ganze Menge an Menschen zu schreiben, die ich nicht kenne und von denen ich nicht weiß, wie es um sie bestellt ist. Paulus schrieb entweder an einen einzelnen Mann oder auch an eine Gemeinde, die er kannte und von der er wusste, wie es um sie bestellt war. In einer Zeitung dagegen muss man aufs Ungewisse schreiben. Aus diesem Grund und aus anderen Gründen kann ich kaum mehr mitverantwortlich für die Zeitschrift weitermachen als bis zum Jahresende – wenn Gott Gnade und Kraft gibt. Deswegen konnte ich auch die Annonce nicht in die Zeitung setzen lassen. Die Familie und die persönliche Arbeit fordern das Ihre und man kann nicht in so vielen Bereichen mit ganzem Einsatz arbeiten – ohne dass etwas darunter leiden muss.

Halvorsen aus Tønsberg hatte deinem Zeugnis in Tønsberg am Dienstag nach Ostern aufmerksam zugehört. Und davon ausgehend hielt er es für angebracht, auf einen Fehler in Skjulte Skatte hinzuweisen: ganz unten auf der Seite, wo steht, dass das Monatsblatt 1 Kr. im Jahr kostet und im Voraus bezahlt werden soll usw. Er hat es so ausgelegt, dass, wenn Christus käme und die Brüder Smith holen würde, dann könnten wir unsere Verpflichtung gegenüber den Abonnenten, die im Voraus bezahlt hätten, nicht erfüllen. Er hat Recht. Es hätte heißen müssen: So Gott will, wird das Monatsblatt einmal monatlich erscheinen und kostet 1,00 Kr. im Jahr. Dieses „im Voraus zu bezahlen“ hätte man gut weglassen können.

Pauline Borgersen ist gerade draußen in der Küche. Sie unterhält sich, sodass man alles hört. Sie bereitet gerade etwas für ein kleines festliches Zusammensein vor, zu dem wir uns morgen bei Br. Ellefsen treffen wollen. Der Anlass ist, dass die Mission jetzt 1 Jahr in Gang ist und Br. Ellefsen dienstlich auf Fahrt geht. Ellefsen wird jetzt in ein großes gemauertes Haus weiter hinaus ziehen, auf derselben Seite, wo er jetzt wohnt. Das Haus gehört einem Kaufmann Frivold. „Bønnen“ (Das Gebet) ist noch nicht angekommen.

Benutze Überreden und List als jemand, der einfältig wie eine Taube und listig wie eine Schlange ist. Sei ein wahrer Menschenfischer, der versteht, die richtigen Mittel anzuwenden und nimm jeden auf seine Weise. Jetzt haben Øvrebø und Tobiassen angefangen, in die richtige Richtung Fahrt aufzunehmen. Gott arbeitet mit, das können wir deutlich sehen.

Liebe Grüße von deinem im Dienst Christi mitstreitenden Bruder

Johan