Gesammelte Schriften Band 2 • 1912 - 1917

Johan O. Smith

Skjulte Skatter 1915-07 - Innere und äußere Reinigung

Gesammelte Schriften Band 2 • 1912 - 1917

Innere und äußere Reinigung

„Du blinder Pharisäer, reinige zuerst das Inwendige des Bechers und der Schüssel, damit auch ihr Äußeres rein werde!“ Mt. 23, 26.

Die Pharisäer legten Wert darauf, dass sie äußerlich gerecht erschienen, während ihr Inneres voller Heuchelei und Ungerechtigkeit war. Der Herr aber ruft sein „Wehe!“ über so eine Art von Reinheit aus.

Auch unter uns ist es möglich, dass man die Gestalt der Lehre annimmt und auf eine äußere Reinigung achtet, während das Herz nicht annähernd in einem rechten Verhältnis zu Gott ist. Was hilft es, wenn man Hutfedern und Broschen entfernt und sein Wohnzimmer mit Holzstühlen ohne Kissen möbliert und Tische ohne Tischdecken benützt, wenn das Herz nicht recht vor dem Herrn ist. Da ist nur wieder das blinde Pharisäertum am Werk.

„Gebt doch, was drinnen ist, als Almosen, siehe, dann ist euch alles rein.“ Lk. 11, 41.

Wenn das Innere rein wird, dann ist das Äußere rein; denn dem Reinen ist alles rein; aber dem Unreinen und Befleckten ist nichts rein. Deshalb richtet der Letztere nach dem Äußeren und glaubt, von daher in das Innere hineinsehen zu können. Bei einem solchen Richten erhalten die Pharisäer größere Ehre als diejenigen, die reines Herzens sind.

Es gibt eine Ehrbarkeit, die von allen, die sich zur Gottesfurcht bekennen, gewahrt werden sollte. Aber diese Ehrbarkeit ist von Gott und nicht durch Druck von außen von Menschen vorgeschrieben. Das ist eine Ehrbarkeit, die von innen heraus nach den Gesetzen der Freiheit gewirkt ist.

„Desgleichen, dass die Frauen in schicklicher Kleidung sich schmücken mit Anstand und Zucht, nicht mit Haarflechten und Gold oder Perlen oder kostbarem Gewand, sondern, wie sich’s ziemt für Frauen, die ihre Frömmigkeit bekunden wollen, mit guten Werken.“ 1. Tim. 2, 9.

Wenn eine Frau diese vorgeschriebenen Regeln um des Herrn willen einhält, weil sie ein Vorbild und eine Zierde der Lehre Christi sein will, dann ist sie auf der richtigen Spur. Wenn sie diese Vorschriften aber nur einhält, damit sie innerhalb der Gemeinde angesehen ist oder damit sie mit dem Finger auf andere zeigen und schlecht über andere reden kann, die die Sache anders handhaben, dann ist ihr Maßhalten schlimmer als Eitelkeit.

Reinige zuerst das Inwendige des Bechers und der Schüssel, damit auch das Äußere rein wird!