(Maschinengeschrieben, Original fehlt)
Gottes Friede.
Danke für deinen lieben Brief heute. Gottes Weg ist ein Weg der Weisheit, wo Liebe die Menge der Sünden bedeckt, das heißt solche Sünden, die von keinerlei positiver Bedeutung sind. Ich bin auf meinem Weg oft dem ausgesetzt gewesen, dass Brüder mit ihrem scharfen Schwert versucht haben, mich niederzustrecken, sobald sie meinten, etwas zu erblicken, wo man ein Schwert ansetzen könnte. Wenn es Außenstehende gewesen wären, dann wäre es eben so gewesen, aber oft sind es solche gewesen, die ich durch Gottes Gnade gehegt habe, wie eine Mutter ihr Kind hegt. Meistens waren sie selbst mitten in ihrer Stärke so schwach, dass ich auf das Ganze den Weg der Liebe anwenden musste, um die Menge der Sünden zu bedecken, von denen ein solcher Angriff besessen gewesen ist. Sicherlich könnten die Waffen des Lichts bei solchen Angriffen eine Menge finden, auf das man einschlagen könnte, doch es hat sich Mal für Mal gezeigt, dass der Herr mich aus dem Ganzen befreit hat, und es hat außer ihnen selbst niemandem geschadet. Es ist schön und gut, stark zu sein, aber sehr viel besser ist es, vollkommen zu sein. 2. Kor. 9.
Ein Angriff, der auf eine hartnäckige, selbstsichere Weise geführt wird und der sich als Eifer ohne Erkenntnis erweist, muss und kann nicht anders, als sein Ziel verfehlen, selbst wenn etwas da ist, das man auf dem Weg der Weisheit hätte ans Licht hervorzaubern und als Sünde stempeln können.
Doch freue ich mich trotzdem, wenn man es bloß aus Liebe zur Wahrheit macht. Solchen Hieben werde ich mich nicht entziehen oder sie mit Hieben erwidern, auch wenn es viel gibt, wo man einen Hieb platzieren könnte. Wenn die Schläge jedoch mit der Widerspenstigkeit Korahs gepaart sind, dann sieht die Sache anders aus. Denn ich nehme an, dass der Weg zu geistlichem Wachstum nicht über den Kopf dessen hinweg führt, der einem im Weg zu stehen scheint.
David wurde nicht ein großer Mann, indem er Saul aus dem Weg räumte, sondern er erwies sich als groß, indem er Saul ehrte – obwohl dieser sündigte – weil Saul der Gesalbte des Herrn war.
Es gibt etwas, das heißt: überzeuge, weise zurecht, ermahne. Es ist Ordnung im Reich Gottes. Man soll nicht zuerst zurechtweisen und danach überzeugen. Es ist übrigens leicht, ein Zuchtmeister für die Kinder anderer zu sein; aber wenn man selbst einer von den Vätern wird, ist man nicht so schnell dabei zu schlagen, selbst wenn mehrere fordern, dass jetzt die Peitsche angebracht sei.
Ich habe dies, was ich oben erwähnt habe, an dir, lieber Bruder, nie bemerkt, aber ich will, dass du Kenntnis davon haben sollst, damit du ein rechtes Urteil fällen kannst. Denn der Herr hat mich durch seine Offenbarungen in der Erkenntnis Gottes geleitet, und kein einziger Mensch hat mich in die tieferen Wahrheiten geleitet; doch zahlreich sind diejenigen, die versucht haben, mich von den richtigen Wegen abzubringen. Es ist leicht, stark zu sein, wenn man sich in Wahrheiten tummeln kann, die man angenommen hat und für die andere von Anfang an haben kämpfen müssen.
Wenn etwas nicht stimmt, wenn etwas da ist, von dem man glaubt, dass es verkehrt sei, dann soll man das in weisheitsvoller und überzeugender Weise sagen und nicht mit dem Schwert in der Hand, besonders dann, wenn man solchen gegenübersteht, die man infolge der Schrift für ihre Arbeit in Wort und Schrift ehren sollte. Nicht, dass ich Ehre verlange, sondern damit sie selbst keine Torheiten begehen sollen. Denn für mich ist es von Anfang bis Ende nichts anderes als Kampf gewesen, und der Herr hat mich befreit. Doch für Brüder im selben Geist hege ich den Wunsch, dass sie sich nicht von ihren Kräften täuschen lassen mögen; denn ein weiser Mann, der arm ist, kann eine ganze Stadt retten.
Liebe Grüße.
Dein Bruder Johan