Gesammelte Schriften Band 2 • 1912 - 1917

Johan O. Smith

Brief an Elias Aslaksen, 21.04.1915

Gesammelte Schriften Band 2 • 1912 - 1917

(Original fehlt)

Odda in Hardanger, 21. April 1915
Lieber Bruder Aslaksen,
Gottes Friede.

Es gibt unter Gottes Volk vieles, dessen man sich annehmen muss. Es sind Liebe, Opfersinn, Selbstverleugnung und Verstand notwendig; man muss unparteiisch sein und Einsicht der Weisheit sowie Stärke besitzen, um zu prüfen, was in jedem Fall das Richtige ist. Da kann man schon fragen: Wer ist hierzu tüchtig? So jemand darf nichts aus Neigung tun und er muss so eingestellt sein, wie Sirach sagt: Wie das Fett vom Dankopfer abgesondert war, so war David geschieden von den Kindern Israels.

Wir haben viel zu lernen innerhalb des Leibes, um nicht den Leib zu pflegen, sondern um ihn als ein Opfer für einen Gott wohlgefälligen Gottesdienst hinzugeben. Hier wird Gottes mannigfache Weisheit durch die vielfältigen Opfer offenbart, die einem Priester für Gott, der mit Eifer seine Aufgabe ausführt, in seinem Dienst abverlangt werden.

Im Reich Gottes erringen wir die großen Siege, indem wir in Details Treue erweisen. Und durch eben diese Treue wird die religiöse Gesetzlosigkeit und Gleichgültigkeit unserer Zeit zu Fall gebracht werden. Wir müssen in diesem Krieg zielbewusst drauflosgehen; denn Gott selbst hat die Schlüssel der Erkenntnis in unsere Hände gelegt und uns Kräfte gegeben, damit wir Gedankengebäude und alles Hohe, das sich erhebt gegen die Erkenntnis Gottes, zerstören können. Es ist nicht unsere Aufgabe, das Alte mit neuen Lappen zu flicken, sondern Gottes Wort in seiner Schärfe zu verkündigen, sodass es ein starkes Volk hervorbringen kann, das Seinen Ruhm verkündigen kann.

Liebe Grüße, dein Bruder

Johan