Gesammelte Schriften Band 2 • 1912 - 1917

Brief an Theodor Ellefsen, 8.03.1915

Gesammelte Schriften Band 2 • 1912 - 1917
„Valkyrjen“, Moldøen, 8. 3. 1915
Lieber Bruder Theodor Ellefsen,
Gottes guter Friede.

Herzlichen Dank für deinen Brief und den Brief von Schwester Dannell. Es war eine große Freude, von dir zu hören. Und der Brief von der Schwester aus der Finnmark war kein ganz gewöhnlicher Brief. Es war eine große Freude, ihn zu lesen, und du wirst mir sicher erlauben, ihn weiterzuschicken, wenn Br. Kvalheim ihn gelesen hat. Dann kannst du ihn später zurückbekommen, wenn ich draufschreibe: Bitte an Br. Th. Ellefsen zurückschicken. Ich habe gedacht, ihn Aksel und Aslaksen und vielleicht Karl zu schicken. Johan Olsen sollte ihn übrigens auch bekommen. Vielleicht nimmt Aksel etwas davon in Skj. Sk. hinein. Es ist eine große Gnade von Gott, solche Seelen zu gewinnen.

Hier haben wir Versammlungen mit vollem Haus gehabt. Aber ich habe damit aufgehört, um nur mit den wenigen über das innere Leben in Gott zu sprechen. Doch die Schar schrumpft zusammen, je tiefer man nach innen geht. Kvalheim geht es sehr gut. Seine Frau ist etwas bitter gewesen, weil ihr Mann sich von allen abgesonderte. Sie konnte dies nicht begreifen. Aber nun ist sie längere Zeit krank gewesen und hat in dieser Zeit die ganzen Skj. Sk. von 1914 durchgelesen. Sie bekam dadurch Licht und gestern waren wir bei ihr im Zimmer, wo sie vor Freude jubelte. Sie verstand sogar, dass Gott die Sünde in Christi Fleisch verdammte. Nun hat also Br. Kvalheim seine Frau mitbekommen. Eine andere etwas ältere Witwe fängt an, etwas zu verstehen. Ich habe einen Brief von Johan Olsen bekommen, der vorhat, nach Aalesund zu fahren, wo auch wir nächste Woche – so Gott will – hinkommen.

Ja, nun ist Vater in Christus Jesus entschlafen. Seine letzten Worte waren: Ich wünsche, mehr erfüllt zu werden von ihm, der der Weg, die Wahrheit und das Leben ist, und dann schlief er ruhig ein. Die Beerdigung sollte drei Tage später sein, sodass ich die 800 km nicht zurücklegen konnte. Das war ein harter Schlag. Zeit seines Lebens war er eifrig für Gott gewesen und Gottesfurcht war seine Lust. Er vermochte zwar nicht, uns in ein tieferes geistliches Leben hineinzuführen, aber er zeigte doch den Weg in diese Richtung. Möge Gott seinen Geist und seine Werke segnen. Er war auf seine Art ein Fürst und die Geringen und Bedrückten fanden allezeit eine treue Stütze und Hilfe in ihm.

Mögen nun wir unser Leben im Dienst Gottes benützen, sodass der alte Mensch mehr und mehr abnehmen und der neue Mensch angezogen werden kann. Ich freue mich darüber, dass die Brüder treu kämpfen – jeder an seinem Platz. Skiaker soll jetzt kränker geworden sein. Johan Olsen wird solide und treu. Grüße Br. Risnes herzlich von mir. Die Welt ist finster und eng, es ist gut, dass wir auf eine bessere Heimat zusteuern, wie Vater in seinem Lied schrieb. Mein inniger Wunsch ist mehr als je zuvor, alles, was beschwert, abzuwerfen und auf der Bahn zu laufen. Ja, ich muss mit Paulus sagen, dass ich alles für Kot achte gegen die überschwängliche Erkenntnis Christi Jesu, meines Herrn. Aksel und Helga sind in Kristiansand S. Ich denke, sie schreiben bald.

Wenn Christus, unser Leben, sich offenbart, dann werden wir ihm gleich sein und ihn sehen, wie er ist. Halleluja! Dann werden wir unseren Lieben begegnen. Lass uns die übrige Zeit unseres Lebens immer nach dem Willen Gottes leben und nicht nach menschlichen Lüsten. Bald ist das Ganze vorbei und dann werden wir unseren Lohn entsprechend unserer Treue und unserer Arbeit bekommen.

Gott war mit dir und hat deine Arbeit gesegnet. Nimm dir daher in deinem Herzen vor, immer in dieser Arbeit und dieser Treue zu bleiben, damit dein Lohn in den ewigen Wohnungen groß werden kann. Bete auch für mich, dass das Wort des Herrn laufen möge und ich es so verkündigen möge, wie es sich ziemt, in Reinheit und Würde, wie der Apostel ermahnt.

Liebe Grüße.

Dein ergebener

J. O. Smith

Grüße auch Br. Lohne, wenn du ihn triffst.

Adr.: Aalesund ab dem 15. 3.