Gnade und Friede.
Herzlichen Dank für deinen lieben Brief und für die Grüße durch Aksels Briefe. Gott ist mit uns hier. Es geht nicht schnell, aber sicher und stetig vorwärts. Zwei Neubekehrte von den Panzerschiffen (Konstabler 2. Kl.) waren letzten Donnerstag zusammen mit Mikkelsen hier bei uns in der Versammlung. Für Mikkelsen geht mehr und mehr das Licht auf; er hat nun vor, aus der Heilsarmee auszutreten. Br. Ellefsen ist dabei, eine ganze kleine Schar um sich zu sammeln, die Vertrauen zu ihm hat. Gestern hatten wir ein Gespräch darüber, was ein Gemeindediener gegenüber solchen zu beachten hat, die Rat suchen und Vertrauen in Christus Jesus gefasst haben. Man muss solchen in unerschütterlicher Festigkeit begegnen und ihnen niemals eigene schwache Seiten zeigen. Diese sollen Gott zugewandt werden und solchen Personen, die dies tragen können.
Unser Ziel ist Kol. 1, 28: Ihn verkündigen wir, indem wir jeden Menschen ermahnen und jeden Menschen lehren in aller Weisheit, um jeden Menschen vollkommen in Christus darzustellen.
Eben weil dies nicht praktiziert wird, geht es, wie im letzten Teil von Mt. 5, 13 steht. Das Salz verliert seine Kraft, es ist zu nichts nütze, als dass man es es von den Leuten zertreten lässt. Unter dem Volk Gottes ist man unnütz – hat nichts zu sagen – weil man keine Kraft hat. Unter den Menschen in der Welt taugt man zu nichts, weil man halb religiös ist und nicht imstande ist, jemanden von ihnen in die Schranken zu weisen. Man ist wie Salz, das unter den Füßen zertreten wird – die jämmerlichste Stellung und die nichtsnutzigste Stellung, in die ein Mensch hier in dieser Welt kommen kann. Und doch ist die Mehrheit der sogenannten Gläubigen „Salz ohne Kraft“, weshalb die Welt mit Abscheu auf solche Zustände sieht.
Würde man Christus von Anfang bis Ende wie in 1. Thess. 1, 5 lehren und verkündigen, dann hätte man die Hoffnung, Christus eine reine Jungfrau zuführen zu können. Hierauf lief aller Einsatz von Paulus hinaus.
Lieber Bruder, Gott hat dich durch die Erkenntnis der Wahrheit, die zur Gottesfurcht führt, reichlich gesegnet. Lass das Ziel und Bestreben deines Dienstes immer in die Richtung gehen, „Christus eine reine Jungfrau“ zuzuführen. Nicht nur eine reine Jungfrau in Unwissenheit, sondern eine „bewusste“ reine Jungfrau, erfüllt mit der Erkenntnis Gottes, denn um diese gebildete, intelligente Jungfrau wirbt Christus. Diener, die sich ein so hohes Ziel stecken, werden dringend gebraucht. Stecke dir keine niedrigen Ziele, sondern stecke dir hohe, dann erreichst du etwas Hohes. Hiermit will ich nicht der Schriftstelle widersprechen: Trachtet nicht nach hohen Dingen, sondern haltet euch gerne zu den Niedrigen. Denn gerade dadurch, dass man sich zum Niedrigen hält, ist man imstande, das Hohe zu erreichen. Wer aber das Niedrige übergeht, erlangt niemals das Hohe, denn Gott lässt nie ein derartiges „Überspringen“ zu.
Es wird eine Freude sein, dich und Aksel hier zu sehen, bevor du endgültig abreist. Wir haben vor, aus diesem Anlass ein kleines Fest zu machen – so Gott will – im Guttemplersaal.
Nimm die Ermahnung in 1. Tim. 4, 16 an als vom Herrn.
Ebenso Aksel das, was in Jer. 1, 17 geschrieben steht.
Herzliche Brudergrüße
Dein JohanAksels Brief erhielt ich gestern Abend und es war gesegnet, vom Fortschritt dort unten zu erfahren – die Sprache Kanaans in dänischem Munde.
