Gesammelte Schriften Band 1 • 1890 - 1911

Johan O. Smith

Brief an Elias Aslaksen, 19. Mai 1911

Gesammelte Schriften Band 1 • 1890 - 1911

(Original fehlt)

Horten, 19. Mai 1911
Lieber Bruder Elias Aslaksen,
Gnade und Friede in Christus Jesus.

Danke für deinen sehr lieben Brief. Es war mir und uns allen eine Freude, von dir zu hören, dass du in der Erkenntnis Christi Fortschritte machst. Mögen wir durch Gottes Gnade allezeit in ihm bleiben und uns in ihn vertiefen.

Gestern haben wir gemeinsam Bibel gelesen und sprachen dabei von Christi Wiederkunft, von unserer Vereinigung mit ihm usw. 1. Kor. 15, 21 bis Ende des Kapitels.

Weil Gott dir Gnade gegeben hat, dich in der Arbeit für Gott hinzugeben, glaube ich, dass es für dich und andere nützlich sein wird, wenn du dich befleißigst, die inneren Wege im Leben durch den Geist der Offenbarung in der Erkenntnis Gottes, in Gottes Wort, zu erforschen. Die meisten, die als Christi Diener ausgezogen sind, stehen vor dem Angesicht der Menschen. Deshalb werden dringend welche benötigt, die den Dienst ausführen können, den Gott im Heiligtum ausgeführt haben will. Siehe Hes. 44, 15 ff.

Der innere Dienst ist zwar in den Augen der Menschen unsichtbar, doch ist er von Gott wertgeschätzt, vor dessen Richterstuhl wir unseren Lohn erhalten werden. Aller äußerer Fortschritt geht nach innen. Warum sollten wir dann nicht dort bleiben und mit diesem Dienst zufrieden sein? Unser Ziel ist ja nicht, einen äußeren Glanz zu bekommen, sondern ehrlos in Christus Jesus zu sein. Über allem Herrlichen liegt eine Decke und je herrlicher das Verborgene ist, desto unansehnlicher ist die Decke. Das fleischliche Auge sieht jedoch nur das Äußere und entdeckt überhaupt nicht die verborgenen Schätze dahinter. Es gibt einen hier und einen dort, der das Himmelreich mit Gewalt an sich reißt, aber es gibt nicht viele von ihnen.

Danke für deine trostvollen Worte – voll von Erkenntnis und Verstand. Möge Gott dich mehr belohnen, als ich es ausdrücken kann. Wahres Verständnis ist der Lohn von Liebe und wirkt wie Worte zur rechten Zeit. Möge Gott uns in unserem Dienst treu erfinden. Dann opfern wir so gerne alles Missverstandenwerden und böses Gerücht auf dem Altar der Leiden Christi. Denn wenn wir mit ihm leiden, werden wir auch mit ihm verherrlicht werden.

Nun bist du vermutlich nicht mehr so lange auf der Schule in England. Lass dir von keinem Theologieprofessor die Einfalt in Christus rauben. Denn darin liegt die Kraft, die Weisen und deren Weisheit umzustürzen. Das Geringe von Gott ist stärker als die Stärke der Menschen. Mögen wir uns vor der Befleckung des Fleisches und des Geistes hüten, sodass wir nicht von irgendeinem Menschen überwunden werden, sondern nur von der Wahrheit selbst.

Liebe Grüße von uns allen hier.

Dein immer in Christus hingegebener Bruder

Johan